Tag 2 – Von den Wikingern in Dublin zu den Kelten in Glendalough

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Irland

Tag 2 – Von den Wikingern in Dublin zu den Kelten in Glendalough

Unser erster kompletter Tag in Irland startete mit ein wenig Sonnenschein und einem tollen Frühstück in unserem B&B in Dublin. Unser Gastgeber Paul war ausgesprochen freundlich und servierte uns zunächst Kaffee & Tee bevor er unsere Bestellung aufnahm.

Dublin

Frühstückstisch

Mein erstes Irish Breakfast

Neben dem „normalen“ kleinen Frühstückbüfett mit Toast, Brötchen, Müsli, Früchten, Wurst, Käse & Co gab es auch eine Karte mit irischen Frühstücksspezialitäten. Während Lucas Rührei und Susi einen Pancake wählte, entschied ich mich für das große „Irish Breakfast“. Wenn schon, denn schon, dachte ich mir. Ich bekam daraufhin alsbald einen Teller mit Spiegelei, Würstchen, leckerem Speck, einer gebratenen Tomate und etwas, was ich für eine Frikadelle hielt.

Dublin

Irish Breakfast

Alles schmeckte hervorragend, obwohl ich sonst eigentlich nicht der „Würstchen zum Frühstück Typ“ bin. Allerdings wunderte ich mich, wo denn der „White Pudding“ blieb, der auch zum Irish Breakfast gehören sollte. Schnell das Handy gezückt und danach gegoogelt. Ähm ja, soviel zu der vermeintlichen Frikadelle. Ich muss gestehen, ich hatte mir unter diesem Begriff etwas anderes vorgestellt als eine Wurst aus Schweinefleisch, Fett, Rindernierenfett, Brot und Haferflocken. Aber gut, dass ich es vorher nicht wusste, sonst hätte ich das wohl auf dem Teller liegen gelassen.

Dublin

Dublin ist die Hauptstadt von Irland und zugleich auch die größte Stadt des Landes. Ihr irischer Name lautet Baile Átha Cliath. Der englische Name ist dagegen vom irischen Duibhlinn abgeleitet. Die Stadt liegt an der Ostküste Irlands an der Mündung des Flusses Liffey in die Dublin Bay. Hier herrscht ein maritimes Klima mit deutlich weniger Niederschlägen als im Rest des Landes.

Geschichte von Dublin

  • ursprünglich keltische Siedlung.
  • 842 bauten die Wikinger ein Dorf neben dieser Siedlung.
  • 1170 von den Anglonormannen unter der Führung von Richard de Clare und seinem irischen Verbündeten Diarmuid Mac Murchadha Caomhánach erobert.
  • 1204 Errichtung des Dublin Castle auf Befehl von König Johann von England.
  • Von 1541 und 1800 Hauptstadt von Königreiches Irland.
  • Im 17. Jahrhundert starke Expansion und Festigung der Position als Hauptstadt durch Sitz des irischen Parlaments.
  • 1916 Aufstand gegen die Briten (Osteraufstand).
  • 1919 Erklärung der Unabhängigkeit Irlands.
  • 1988 offizielle Feier des 1000-jährigen Bestehens.

Bekannte Sehenswürdigkeiten

  • Half Penny Bridge
  • Dublin Castle, Cork Hill
  • Saint Patrick’s Cathedral
  • Christ Church Cathedral
  • Guinness Storehouse
  • The Old Jameson Distillery
  • Dublinia
  • Temple Bar

 

St. Patrick’s Cathedral

Gut gestärkt machten wir uns nach dem Frühstück fertig, funktionierten kurzerhand Lucas Rucksack zum Wanderrucksack um – unserer war im verschollenen Koffer – und los ging’s Richtung Innenstadt von Dublin. Unser B&B lag sehr günstig, so dass wir nur rund 1.5 Kilometer bis zur St. Patricks Cathedral zu laufen hatten.

Dublin

St. Patrick’s Cathedral

Dublin

St. Patrick’s Cathedral

Schon von außen betrachtet, eine wunderschöne Kirche. Den Eintritt, um uns das Gebäude auch von innen besehen zu können, bezahlten wir gern. Die Kathedrale wirkte von innen nicht minder beeindruckend als von außen. Allein schon der kunstvoll gestaltete Mosaikboden beeindruckte mich sehr. Dazu die hohen Bögen, die wunderschönen Buntglasfenster, Statuen und ein sehr beeindruckender Altar-Bereich – ein herrliches Gemäuer.

Dublin

St. Patrick’s Cathedral

Dublin

St. Patrick’s Cathedral

Gemächlich und alles in uns aufsaugend drehten wir unsere Runde und beendeten diese in den überraschender Weise auch hier integrierten wenig kirchlichen Souvenirshop. Wie so oft gingen auch wir nicht mit leeren Händen.

Dublinia

Anschließend statteten wir auch dem angeschlossenen sehr schönen Park einen kleinen Besuch ab. Gut gepflegt mit einem Springbrunnen in der Mitte bot sich uns ein netter Ort zum Verweilen mit der Kirche im Hintergrund. Trotzdem hielt es uns nicht lange und so trabten wir weiter Richtung Dublinia. Auf dem Weg dahin erzählte uns Lucas einiges, was er in und über die St. Patricks Cathedral erfahren hatte und beeindruckte uns mit seinem Interesse und seinem Wissen.

Dublin

Dublinia

Dublin

Dublinia

Von der Dublinia wussten wir eigentlich nur, dass es ein Wikinger Museum sein soll. Der Eintritt war moderat und so machten wir uns an die Erkundung des auf 3 Etagen verteilten Museums. Tatschlich beschäftigte sich die erste Etage mit dem Zeitalter der Wikinger, während die zweite Etage das Mittelalter zum Thema hatte. Überall gab es Tafeln, Audio-Erklärungen, Videos und aufgebaute Szenerien zu lesen, hören, bestaunen und anzuschauen.

Dublin

Dublinia

Dublin

Dublinia

Ein wundervolles Museum von dem auch Lucas schwer begeistert war. In der dritten Etage ging es dann in die Neuzeit über, was nicht minder interessant war. Hat uns allen dreien richtig, richtig gut gefallen. Im anschließenden Souvernir-Shop spendeten auch wir wieder ein paar Euros bevor wir noch die fast 100 Stufen zum St. Michaels Tower hinaufstiegen. Dieser bot einen schönen Rundblick über Dublin, wenngleich der Turm auch nicht so schön und so hoch war wie erhofft. Nichtsdestotrotz hatte sich auch dieser Aufstieg echt gelohnt.

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Dublin

Dublin

Dublin

Castle of Dublin

Wieder draußen schlenderten wir nun ohne bestimmtes Ziel weiter Richtung Innenstadt und bestaunten allen Ortes die tollen Geschäfte, Häuserfassaden und das mehr als interessante Stadtbild. Dublin gefiel uns von Minute zu Minute immer besser. Eine unglaublich schöne Stadt. Ein wenig später kamen wir am Castle of Dublin vorbei, dessen Innenhof auch uns anlockte.

Dublin

Dublin Castle

Dublin

Kunst aus Sand

Dublin

Kunst aus Sand

Spannender Weise gab es hier riesige, sehr beeindruckende Skulpturen aus Sand zu bewundern. Vergängliche Kunst, die mich sehr beeindruckte. Von hier aus zogen wir weiter Richtung des Flusses Liffey, denn Susi hatte gelesen, dass es hier eine sehr schöne Brücke geben soll. In deren Nähe ließen wir uns dann am nördlichen Ufer auf einer Bank nieder und verschnauften erst einmal während wir die Eindrücke auf uns wirken ließen.

Unterwegs in der Innenstadt

Als es uns dann weiter trieb und Lucas immer häufiger darauf aufmerksam machte, dass er gern irgendwo einkehren würde, überquerten wir die Liffey abermals über die Ha’penny Bridge und ließen uns weiter treiben. Wir landeten wenig später in einer unglaublich tollen Straße, die uns nun vollends für Dublin einnahm. Musik, ein Markt, toll geschmückte Häuserfassaden – genauso hatte ich mir das irische Dublin immer vorgestellt.

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Quays Irish Restaurant

Hier entdeckten wir nun auch ein sehr nett aussehendes Lokal, in dem wir nach ausgiebigem Studium der Karte einkehrten. Volltreffer. Das „Quays“ stellte sich als sehr traditionelles und super gemütliches Restaurant im Stile eines Pubs heraus. Irische Kunst und Geschichte an den Wänden, traditionelle Pub-Musik aus den Lautsprechern und eine Atmosphäre, die für mich Irland pur war, begeisterten uns schwer.

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Quays Irish Restaurant

Ich bestellte mir ein Philly Steak Sandwich und war sehr gespannt wie gutes irisches Beef schmecken würde.

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Philly Steak Sandwich

Und was ich bekam, begeisterte mich erneut. Eines der besten Sandwiches, die ich bisher essen durfte. Ob das nun an der Umgebung, der Stimmung oder wirklich dem Sandwich selbst lag, mag ich allerdings nicht zu sagen. Es passte einfach alles. Ich glaube, in dem Moment begann ich mich ein klein wenig in Dublin und in Irland zu verlieben. Was für ein tolles Land.

Dublin

Dublin

Als wir wenig später unseren Rundgang fortsetzten, trafen wir auf etliche Straßenmusiker, die mehr als zu beeindrucken wussten. Was für tolle Stimmen. Irre ich mich oder kommen da Straßenmusiker aus unseren, deutschen Breiten, nicht heran? Wir hatten jedenfalls diesen Eindruck. Sehr genial. Wir lauschten ein wenig der Musik und zogen weiter.

Dublin

Dublin

Dublin

Straßenkünstler

Per Zufall landeten wir in einer Fußgängerpassage, die abermals mit toller Atmosphäre, tollen Läden und vielen Straßenkünstlern überzeugte. Allerdings wurden unsere Füße nun doch langsam etwas schwerer. Und so beschlossen wir nach Durchquerung des St. Stephen‘s Green, einem netten Park, zu unserem B&B zurückzukehren, um spontan noch mit dem Auto nach Glendalough zu fahren. Eigentlich erst für morgen für die Fahrt nach Cork geplant, hatten wir einfach Lust darauf und es passte zeitlich ganz gut, da es erst gegen 14 Uhr war.

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Typische Hauseingänge

Koffer vereinigt euch!

Im B&B angekommen erwartete uns jedoch erst einmal eine sehr nette Überraschung: Unser vermisster Koffer war wieder da!! Klasse! Unsere Freude war entsprechend groß, denn der Verlust hätte uns schon ziemlich schmerzlich getroffen. Der Koffer, der selbst nicht ganz preiswert war und nun mal zu unserem Set gehört, enthielt nämlich auch mein Stativ und unsere Reiseapotheke. Und wer weiß, ob wir die nicht noch brauchen. Von den restlichen Sachen mal ganz abgesehen.

Dublin

Wicklow Mountains

Wicklow Mountains

Die Autofahrt in Richtung Glendalough begann dann relativ entspannt – allerdings bei weiterhin recht bewölktem Wetter. So langsam gewöhnte ich mich an den Linksverkehr und sonntagnachmittags schien auch nicht viel auf den Straßen los zu sein. Richtig spannend wurde es dann allerdings, als wir Dublin hinter uns gelassen hatten. Denn in dem gleichen Maße, wie die Landschaft des Wicklow Mountains National Park Immer schöner wurde, wurde unsere Straße immer schmaler!! Ich hatte von schlechten und schmalen Straßen gelesen. Aber dass sie so schmal sein würden, hatte ich nicht geahnt. Etwa die Breite einer normalen deutschen Spur stand hier beiden Spuren zur Verfügung. Solange kein Gegenverkehr kam, ging’s natürlich. Doch aneinander vorbei kam man stellenweise nur im Schritttempo.

Dublin

„Straße“ in den Wicklow Mountains

Leider gab es viele Autofahrer, die das anders sahen und so war ich nach einigen solcher Begegnungen froh, dass mein Außenspiegel überlebt hatte! Ausweichen war übrigens auch keine Alternative, denn am Straßenrand warteten Steine, Gräben und diverse andere Hindernisse, die keinerlei Raum zum Ausweichen boten. Krasse Sache. Wir hatten gehofft, die rund 50 Kilometer bis Glendalough in rund 45 Minuten zurückzulegen. Tatsächlich wurden daraus fast zwei Stunden. Wir überlegten zwischenzeitlich sogar schon umzukehren.

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Glendalough

Glendalough

Glücklicherweise hielten wir durch, denn spätestens als wir an der alten Klosteranlage eintrafen, wussten wir, dass sich der Weg gelohnt hatte. Herrliche Gegend. Wunderschöne Wanderwege führen an den alten Gräbern und an dem Rundturm, der im Jahr 1066 errichtet wurde, vorbei. Geschichte zum Anfassen, die mich irgendwie sofort an den Film „Der Highlander“ erinnerte. Mystisch. Alt. Geheimnisvoll. So nahm ich Glendalough und die vielen, teils sehr alten Grabsteine und –kreuze wahr.

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Glendalough

Allerdings war die Gegend auch sehr überlaufen. Unglaublich, welche Massen an Besuchern hier unterwegs waren! Wir ließen die Anlage alsbald hinter uns, um am unteren und am oberen See wandern zu gehen.

Dublin

Glendalough Impressionen

Dublin

Glendalough Impressionen

Dublin

Glendalough Impressionen

Die rund 3-4 Kilometer schafften wir nun auch noch nach bereits rund 10 in Dublin zurückgelegten Kilometern. Tolle Landschaft und ein wunderschöner See belohnten uns für den Weg.

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Wegweiser

Dublin

Der Weg

Dublin

Märchenwald

Dieser Ausflug hatte sich somit gleich aus zwei Gründen sehr gelohnt. Zum einen gefiel er uns inhaltlich sehr, zum anderen sparen wir morgen auf dem Weg nach Cork zwei Stunden Fahrtstrecke, was uns bei einer ohnehin recht langen Strecke schon deutlich hinter unseren Zeitplan zurückgeworfen hätte. Denn diese Straßenverhältnisse hatte ich bisher noch nicht auf dem Radar gehabt.

Dublin

Wasserfall in den Wicklow Mountains

Als Rückweg nach Dublin wählten wir nun eine andere Strecke. Diese war ein ganzes Stück länger, ließ sich jedoch um Welten besser befahren. Hätte ich die vorherige Strecke nicht gekannt, hätte ich wohl auch diese Straße für sehr schmal gehalten, aber nach den Erfahrungen vorab, empfand ich den nun vorhandenen Platz mehr als ausreichend. Und später auf der N81 waren sogar Geschwindigkeiten bis an die 100km/h möglich, so dass wir Dublin gegen 19 Uhr erreichten. Unseren übrigens sehr angenehm zu fahrenden Volvo parkten wir nun in einer anderen Seitenstraße und bezahlten bis 9.30 Uhr des nächsten Tages auch gleich noch ein Ticket, um Abschleppen oder Parkkrallen zu vermeiden. Auf der Hauptstraße, wo wir bisher standen, ist wochentags zeitweise sogar komplett Parkverbot. Und 9.30 Uhr sollte eigentlich bei einer Frühstückszeit um 8 Uhr mehr als ausreichen. Aufgrund der über 350 Kilometer bis Cork wollten wir ohnehin nicht allzu spät starten.

Bevor es dann zurück ins Zimmer ging, kehrten wir noch rasch im Supermarkt ein, der zum Glück auch sonntags bis 22 Uhr geöffnet hatte. Ein paar Getränke & Snacks zum Abendbrot und wir waren versorgt. Im Zimmer angekommen planten wir noch die Fahrtstrecke und Stopps des nächsten Tages, bevor wir ziemlich erschöpft und voll von den tollen Eindrücken des Tages ins Bett fielen. Dublin war ein toller Start unserer Irland Tour. So darf es gerne weitergehen!

Warst du auch schon in Dublin? Was gefiel dir am besten?

 

Reiseberichte unserer Irland Reise in der Übersicht:

Tag 1 – Anreise nach Dublin, doch einer blieb auf der Strecke!
Tag 2 – Von den Wikingern in Dublin zu den Kelten in Glendalough
Tag 3 – Von Kilkenny über die Ruinen des Rock of Cashel nach Cork
Tag 4 – Was Cork mit einem geküssten Stein, der Titanic und Whiskey zu tun hat
Tag 5 – Drombeg Steinkreis, Mizen Head, Bantry House und Kenmare
Tag 6 – Muckross House, Ross Castle, Muckross Abbey, Torc Waterfalls
Tag 7 – Ring of Kerry, Ring of Beara, Molly Gallivan’s
Tag 8 – Dingle, Slea Head Drive, Blennverville Windmill
Tag 9 – Bunratty Castle, Cliffs of Moher, The Burren, Knappogue Castle
Tag 10 – Dunguaire Castle, Aillwee Cave, Kilkee Cliff Walk
Tag 11 – Menlo Castle, Galway, Galway Cathedral, Atlantaquaria
Tag 12 – Unterwegs in Connemara – Ross Errilly, Ashford Castle, Kylemore Abbey
Tag 13 – Westport, Connemara Nationalpark, Clifden, Sky Road, Abbeyglen Castle
Tag 14 – Clonmacnoise & Dublin Castle
Tag 15 – Rückreise & Fazit

Ich freue mich über Feedback und beantworte dir gern deine Fragen zu Irland!

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29.08.2015|Irland, Reiseberichte|

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2 Kommentare auf "Tag 2 – Von den Wikingern in Dublin zu den Kelten in Glendalough"

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Sabrina
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Vielleicht habt ihr ja sogar zufällig meine Lieblingsband Keywest gesehen 😉 Die spielen oft im Temple Bar Viertel und auf der Grafton Street 🙂 Aber ich stimme dir vollkommen zu das deutsche Straßenmusiker/-künstler bei Weitem nicht an die irischen rankommen. Für mich ist es auch jedes Mal eine besondere Freude wenn ich über die Grafton Street laufe. Daumen drücken dass das nicht demnächst verboten wird, denn das ist zur Zeit ein großes Thema in Dublin, leider. Glendalough fand ich auch ziemlich toll. Ich war leider mit einer Tagestour letztes Jahr dort und hatte nur eine begrenzte Zeit dort, aber ganz… Weiter lesen »
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