Bevor es an unserem letzten vollen Tag unserer Irland Reise zurück nach Dublin gehen würde, stand noch einmal ein toller Höhepunkt auf dem Programm – Clonmacnoise! Doch erst einmal gönnten wir uns noch ein tolles Frühstück im Abbeyglen Castle, wo wir eine herrlich ruhige Nacht in unserem Schloss-Hotel-Zimmer verbringen durften.
Übersicht
Frühstück im Abbeyglen Castle
Zum Frühstück gab es natürlich leckeren irischen Frühstücks-Tee – wie inzwischen jeden Morgen – und ein schönes großes Büfett, von dem man sich nach Belieben bedienen konnte. Das gefiel uns natürlich viel besser, als sich für „eine Art Frühstück“ wie in den meisten B&Bs üblich, entscheiden zu müssen. So aßen wir einfach alles durcheinander wie uns beliebte und beendeten so unser kleines Schloss-Abenteuer ganz im Westen Irlands mit ziemlich vollen Bäuchen.
Fahrt nach Clonmacnoise
Um nun nach im ganz im Osten liegenden Dublin zu gelangen, mussten wir am heutigen Tag Irland einmal komplett quer durchfahren. Als Zwischenstation, um die Fahrt nicht zu lang werden zu lassen, hatten wir uns Clonmacnoise ausgeschaut. Aber erst einmal hieß es, Galway über Landstraßen zu erreichen. Die Strecke kannten wir ja schon ganz gut und so kamen wir recht flott ohne die sonst üblichen Fotostopps voran. Rund eine Stunde benötigten wir bis Galway, wo wir dann auf die Autobahn wechseln konnten. 120 km/h mögen zwar nicht viel sein, aber besser als 60-80 km/h über Landstraßen war es allemal – zumindest, wenn man schnell vorankommen möchte.
Clonmacnoise
Clonmacnoise mit dem Fluss Shannon im Hintergrund
Kreuz mit Rundturm im Hintergrund
Gräber in Clonmacnoise
Ruine in Clonmacnoise
Clonmacnoise
Gegen 12 erreichten wir dann das Gelände des ehemaligen Klosters, das angeblich eines, wenn nicht das am meisten fotografierte Motiv Irlands sein soll. Wie immer zahlten wir brav unseren Eintritt – 17 Euro für uns drei fand ich aber ganz ok. Das Wetter hatte sich von „Regen nachts“ über „trüb am Morgen“ hin zu „leicht bewölkt“ und „sonnig am Mittag“ entwickelt, was uns natürlich sehr freute. So konnten wir nach Herzenslust über das Gelände schlendern, Fotos machen und uns die tollen Kreuze, Denkmäler und Überreste des einstigen Klosters ansehen. Ein beeindruckender Ort!
Kathedrale und Temple Doolin
Grabkreuz
Kreuz und Rundturm, SW
Überreste eines Gebäudes
Zwischen den vielen kunstvoll verzierten Grabsteinen entdeckte ich auch den nachfolgenden. Was für mich zunächst nach Ratte aussah und Fragen aufwarf, scheint jedoch wohl ein Schaf zu sein, eines der typischen christlichen Symbole („Lamm Gottes“). Aber irgendwie sehe ich da trotzdem noch immer mehr eine Ratte denn ein Schaf. *lach*
Schaf oder Ratte?
Das war noch einmal ein absoluter Höhepunkt auf unserer Reise. Die Sonne strahlte inzwischen immer mehr über uns und durch die alten Ruinen zu wandeln, die wunderschönen und kunstvoll gestalteten Kreuze zu betrachten, war einfach toll. Schon der Rock of Cashel hatte mir ja extrem gut gefallen, aber dieser Ort hier mit seiner mystischen Ausstrahlung und dem Shannon im Hintergrund war noch einmal eine ganze Ecke spannender. Ein tolles Fleckchen Irland!
Rundturm
Grabkreuz mit Herz und Kelch
- Bedeutung: „Wiese der Söhne des Nóise“.
- Einzigartige Klosterruine im County Offaly, am Fluss Shannon.
- Eine der meistbesuchten touristischen Attraktionen Irlands.
- Liegt nur wenige Kilometer südlich der nahe dem Inselmittelpunkt liegenden Stadt Athlone.
Geschichte
- Gründung im Jahr 548 durch St. Ciarán.
- 10. bis 17. Jahrhundert: immer neue, kleine Kapellen und Kirchen werden errichtet.
- Entwicklung zum geistlichen, geistigen und handwerklichen Zentrum Irlands.
- Größte Ausdehnung im 12. Jahrhundert.
- Erst von Wikingern, dann von den Normannen geplündert und gebrandschatzt.
- Endgültiger Niedergang und vollständige Verwüstung durch die Engländer unter Cromwell.
- 1877 Erklärung zum National-Monument.
- Mitte 1950er als kulturelles Erbe dem Staat übertragen.
Sehenswürdigkeiten in Clonmacnoise
- die Kathedrale
- Nuns Church
- Temple Ciarán
- Temple Connor
- Temple Dowling
- Temple Finghan
- Temple Hurpan
- Temple Melaghlin
- Cross of the Scriptures
- North- und Southcross
- Rundtürme
- Whispering Arch
Lage
- 21 km südlich von Athlone, von der N62 ausgeschildert.
- 20 km von Ballinasloe, von der R357 aus erreichbar.
Öffnungszeiten
- Nov – Mitte Mär: täglich 10.00 – 17.30
- Mitte Mär – Mai: täglich 10.00 – 18.00
- Jun – Aug: täglich 09.00 – 18.30
- Sep – Okt: täglich 10.00 – 18.00
- 25.12. geschlossen
Eintrittspreise
- Erwachsene: 7,00 EUR
- Gruppen / Senioren: € 5,00 EUR
- Kinder / Studenten: 3,00 EUR
- Familienkarte: 17,00 EUR
Kontakt
Clonmacnoise, Shannonbridge, Athlone, Grafschaft Offaly
Tel: +353 90 9674195
Mail: clonmacnoise@opw.ie
Normannenburg bei Clonmacnoise am Shannon
Nach diesem wunderschönen Zwischenstopp stiegen wir wieder ins Auto. Wobei, hätte ich fast ausgelassen, natürlich stöberten wir auch hier noch einmal im angeschlossenen Souvenirshop, wo Lucas etwas besonders schönes entdeckte – einen versilberten Kelch. Nicht ganz preiswert, aber ich sah ihm an, wie sehr ihn diese schöne Replik in Form eines Bechers lockte. Zu seiner Freude entschieden wir uns, ihn finanziell ein wenig bei der „Anschaffung“ zu unterstützen, was er uns mit leuchtenden Augen dankte.
Wieder draußen sagten wir auch noch den Kühen auf der direkt neben dem Shop gelegenen Wiese kurz Hallo, ernteten aber nur wütendes Schnauben, als wir zu nah an den Zaun herankamen. Na dann halt nicht!
Skeptische Kühe
Zurück nach Dublin
Dann ging es ein letztes Mal über schmale irische Landstraßen – ich war auch nach 2 Wochen noch erstaunt, in welchem Tempo einige Einheimische dort entlang jagen – zurück zur Autobahn. Wir setzten unsere Fahrt nach Dublin bei weiterhin herrlichem Wetter und irischer Musik fort bis wir schließlich wieder im Stadtverkehr Dublins, wo unsere Reise ihren Anfang genommen hatte, landeten.
Hier musste ich mich nun wieder wesentlich mehr konzentrieren, aber dank Susis inzwischen exzellenter Karten-Navigation kamen wir sicher an unserem letzten B&B an. Interessanter Weise trafen wir hier zum ersten Mal nicht auf den oder die entsprechende Besitzerin, sondern wurden per E-Mail instruiert, wie wir in unser Zimmer gelangten. Die Haustür hatte ein elektronisches Keypad, dessen Code uns mitgeteilt wurden. Alles klappte jedoch hervorragend, unsere Zimmernummer kannten wir und die Schlüssel steckten – außerdem war alles für uns gerichtet. Perfekt!
ABC B&B
Wir stellten unsere Koffer ab und schnauften erst einmal durch. Das Dachgeschoss-Zimmer war einfach, aber geräumig und schön, was uns gut gefiel. Das Bad dagegen war eher wieder ein kleines Raumwunder, aber reichte uns natürlich vollkommen für eine Nacht aus.
Innenstadt von Dublin
Nachdem wir uns ein paar Gedanken bezüglich der Rückreise morgen gemacht hatten und auch noch spontan Sitzplatzreservierungen für einen Ersatzzug vorgenommen hatten, falls wir den geplanten Zug verpassen würden, beschlossen wir, noch einmal nach Dublin hinein zu spazieren. Dieses Mal war unser B&B im Norden angesiedelt, etwa 4 Kilometer von der Half Penny Bridge entfernt.
Wohnviertel in Dublin
Ein Backsteingebäude gleicht dem nächsten
Sportlich, motiviert und größenwahnsinnig wie immer marschierten wir los. Bus fahren? Auto benutzen? Ach was, das schaffen wir auch zu Fuß! Und so liefen wir einfach los und saugten ein letztes Mal die vielen spannenden Eindrücke dieser tollen Stadt in uns auf.
Oldtimer
Charles Stewart Parnell Denkmal
„No man has the right to say to his country, „Thus far shalt thou go and no further“,
and we have never attempted to fix the „ne plus ultra“ to the progress of Ireland’s nationhood, and we never shall.“– Charles Stewart Parnell
Auf halber Strecke stärkten wir uns traditionell bei McDonalds und erreichten rund eine Stunde später wieder den Fluss Liffey mit der wunderschönen Half Penny Bridge, die uns schon bei unserem ersten Besuch so gut gefallen hatte.
Half Penny Bridge
Blick auf die Liffey
Liebesschlösser an der Half Penny Bridge
Auf meiner Handy App hatte ich gesehen, dass es auch hier im Norden noch viele Einkaufsstraßen gibt, allerdings waren diese bei weitem nicht so schön, wie die im Süden, die wir am Anfang unserer Reise erkundet hatten. Nichtsdestotrotz waren die Straßen hoffnungslos überlaufen.
Einkaufsstraße nördlich der Liffey
Am Ufer der Liffey legten wir eine nette Rast ein. Susi und Lucas frönten dieser besonders ausführlich, während ich mich entschied, noch einmal Richtung Temple Bar zu laufen, um noch ein paar Aufnahmen machen zu können.
Wie schon beim ersten Besuch war gerade dieses sehr beliebte und schöne Viertel allerdings sehr, sehr voll, aber vielleicht machte auch gerade das seinen Reiz aus. Aus den Pubs, wie dem Quays, in dem wir ja schon gespeist hatten, drang laute Musik und auch auf den Gassen ging es nicht gerade ruhig zu. Ich entdeckte schnell die mehrköpfige Rockgruppe Keywest, die ihr Equipment unter freiem Himmel aufgebaut hatte und mit toller Livemusik viele Schaulustige unterhielt. Einfach nur genial.
Keywest
The Temple Bar
Diese tolle Atmosphäre hatte ich so noch in keiner anderen Stadt erlebt. Auch ich hörte mir ein, zwei Songs an, bevor ich weiter zog, um meine Aufnahmen von der Temple Bar zu machen. Leider war ich mit diesem Ansinnen nicht allein, was den Vorsatz, ein Foto ohne andere Menschen von der Bar zu machen, quasi unmöglich machte. Hilfe, waren hier Leute unterwegs! Viele machten Aufnahmen und Selfies von sich vor der Bar, die wohl eine der bekanntesten Adressen in Dublin ist. Irgendwie schaffte ich es dann aber doch noch, ein zwei Aufnahmen, mit denen ich halbwegs glücklich war, auf meine Speicherkarte zu bannen.
The Temple Bar im Touristenstrom
Ein Bild fast ohne Menschen
Anschießend marschierte ich wieder zurück zum Rest meiner entspannt wartenden Family. Nun hieß es, den Rückweg anzutreten. Noch sportlicher, noch motivierter und noch größenwahnsinniger entschieden wir uns wieder für den Fußweg, was abermals rund 4-5 Kilometer bedeutete. Naja, immerhin war das Wetter herrlich und wir sahen wesentlich mehr von der Stadt, als wenn wir das per Bus o.ä. abgefahren wären.
Abschied von Dublin
Was mir dabei aber auffiel – während die City natürlich absolut attraktiv, sauber und voll von pulsierendem Leben war, war der Gürtel darum schon um einiges weniger attraktiv. Viele Läden sahen aus, als hätten sie schon vor einiger Zeit dicht gemacht – Touristen waren hier sicher selten unterwegs. Nach diesem „Gürtel“ kamen dann aber die Wohnviertel, die dann wieder deutlich attraktiver und sauberer waren. Hier lebt es sich sicher sehr schön. Die Häuser sauber und gepflegt, in derselben Straße auch oft sehr gleich aussehend. Dazu viele Bäume, die das schöne Stadtbild abrunden. Gefiel uns wirklich sehr.
Farbige Türen
Pub in Dublin
Half Penny Bridge in SW
Wall of Fame
Fassadenkunst in Dublin
Ziemlich müde und erschöpft gelangten wir dann wieder an unserem B&B an. Hier hieß es nun, noch schnell das Auto ausräumen – aufgetankt hatte ich schon bei der Einfahrt nach Dublin – die Koffer für die Abreise morgen vorbereiten und dann Füße hochlegen und den letzten Abend in Irland genießen. Wahnsinn wie schnell diese 2 Wochen verflogen sind! Eine wunderschöne Reise neigte sich damit dem Ende entgegen. So schade!
Irland hat uns unglaublich toll gefallen. Was für ein wunderschönes, herrliches Fleckchen Erde. Es gibt nicht viele Länder, in die ich mir vorstellen könnte, auszuwandern. Aber Irland gehört nun definitiv dazu!
Ausflugsideen Dublin
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Unterkunft
Webseite: abchousedublin.com
Adresse: 7 Drumcondra Road Upper, Dublin 9, Irland
Unser Zimmer im Dachgeschoss war großzügig und für uns drei absolut ausreichend. Es war sehr sauber und perfekt für uns hergerichtet. Das Bad war allerdings extrem klein und bot nur das Notwendigste auf engstem Raum. Das Zimmer selbst – so gut es uns gefiel – war, da es direkt neben einer viel befahrenen Straße lag, allerdings recht laut. Die Lage war jedoch für uns sehr gut, denn ich wollte ein B&B direkt in Flughafennähe, um so am Abreisetag nicht noch irgendwelche Probleme im innerstädtischen Verkehr befürchten zu müssen.
Parken direkt vor der Tür war zwar nicht auf der Straße, aber immerhin zwischen den Bäumen möglich – allerdings musste man dazu einen relativ hohen Bordstein überwinden, was nicht ganz ohne Risiko war, wenn einem etwas an seinem Fahrzeug liegt.
Das Frühstück am nächsten Tag, an dem wir nun auch unsere sehr nette Gastgeberin kennenlernten, war gut. Ich genoss ein letztes Mal leckeren irischen Frühstücksspeck und Rühreier und auch die anderen angebotenen Frühstücks-Varianten waren in Ordnung.
Alles in allem war dieses B&B für uns die perfekte Übernachtungsmöglichkeit für unsere letzte Nacht in Irland. Für einen mehrtägigen Aufenthalt würde ich jedoch etwas Ruhigeres, näher an der Innenstadt Gelegenes empfehlen.
In Sternen ausgedrückt bewerten wir wie folgt:
Lage:
Lautstärke:
Sauberkeit:
Frühstück:
Komfort:
[Sterne auf einer Skala von 1 – 3. Je mehr, desto besser, leiser, sauberer etc.]
Reiseberichte unserer Irland Reise in der Übersicht:
Tag 1 – Anreise nach Dublin, doch einer blieb auf der Strecke!
Tag 2 – Von den Wikingern in Dublin zu den Kelten in Glendalough
Tag 3 – Von Kilkenny über die Ruinen des Rock of Cashel nach Cork
Tag 4 – Was Cork mit einem geküssten Stein, der Titanic und Whiskey zu tun hat
Tag 5 – Drombeg Steinkreis, Mizen Head, Bantry House und Kenmare
Tag 6 – Muckross House, Ross Castle, Muckross Abbey, Torc Waterfalls
Tag 7 – Ring of Kerry, Ring of Beara, Molly Gallivan’s
Tag 8 – Dingle, Slea Head Drive, Blennverville Windmill
Tag 9 – Bunratty Castle, Cliffs of Moher, The Burren, Knappogue Castle
Tag 10 – Dunguaire Castle, Aillwee Cave, Kilkee Cliff Walk
Tag 11 – Menlo Castle, Galway, Galway Cathedral, Atlantaquaria
Tag 12 – Unterwegs in Connemara – Ross Errilly, Ashford Castle, Kylemore Abbey
Tag 13 – Westport, Connemara Nationalpark, Clifden, Sky Road, Abbeyglen Castle
Tag 14 – Clonmacnoise & Dublin Castle
Tag 15 – Rückreise & Fazit
Ich freue mich über Feedback und beantworte dir gern deine Fragen zu Irland!
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