Aufgrund schlechten Wetters entscheiden wir uns spontan, die Eisriesenwelten Werfen zu besuchen. Die größten Eishöhlen der Welt beeindrucken uns sehr – wenngleich die Anfahrt und der Aufstieg zu den hoch gelegenen Höhlen sehr anstrengend sind. Am Nachmittag besuchen wir Festung Hohenwerfen, wo wir ein Mittelalterfest und eine Falknerei Flugshow zu Gesicht bekommen.

Regen & Schnee zum Frühstück

Leider stellt sich das Wetter wie schon befürchtet, beim Blick aus dem Fenster als mehr als nass dar. Und nicht nur das – auf den Bergspitzen liegt Schnee! Im August! Unser Thermometer zeigt 4°C, also rund 30 Grad weniger als noch vor wenigen Tagen! Krass!

Regen in Fusch

Blick aus dem Fenster in Fusch

So außergewöhnlich das ist – unseren Plänen macht das natürlich einen dicken Strich durch die Rechnung – denn die Großglockner Hochstraße ist natürlich gesperrt. Zu viel Schnee – und das im Sommer!

Beim Frühstück beratschlagen wir in Ruhe, was wir stattdessen unternehmen wollen. Der anhaltende Regen macht die Auswahl nicht einfach. Dank unserer sehr freundlichen und hilfsbereiten Gastwirtin kommen wir aber auf die richtige Idee – die Eisriesenwelt in Werfen! Diese befindet sich nur rund 45 Minuten Fahrt entfernt und ist genau das Richtige für das schlechte, verregnete Wetter.

Gesagt getan, machen wir uns gegen 10 Uhr auf, um der Sperrung für einen heute stattfindenden Triathlon ab 11 Uhr zuvorzukommen. Werfen finden wir recht einfach und auch die Eisriesenwelt ist perfekt ausgeschildert.

Anfahrt Eisriesenwelt Werfen

Zunächst geht es über 5 km eine enge Bergstraße hinauf, die schon nach wenigen Minuten von dichtem Nebel verschluckt wird. Aussicht gleich Null. Aber immerhin haben wir keinen Gegenverkehr. Einer der 3 Parkplätze vor Ort ist bereits voll, obwohl wir früh dran sind, so dass wir auf Parkplatz Nr. 2 parken.

Wanderweg zur Eisriesenwelt Werfen

Keine Aussicht – nur Nebel

Von hier aus geht es rund 200 Meter zur Kassenstation, an der wir Kombi Tickets für die Höhlen und die Seilbahn lösen. Auf eine Wanderung haben wir bei dem Wetter eh keine Lust – dass wir diese trotzdem bekommen, ahnen wir hier noch nicht.

Als wir die Station verlassen, weist uns ein Schild den Weg zur Seilbahn, die 20 Minuten entfernt liegen soll. Nun ja, diese 20 Minuten verbringen wir mit stetigem und durchaus anstrengendem Bergauf.

Wanderweg zur Eisriesenwelt Werfen

Immer höher in die Berge

Weg zur Eisriesenwelt Werfen im Nebel

Ein anstrengender Aufstieg

Die Seilbahn dann ist fast leer, so dass wir nicht Anstehen müssen. 3 Minuten später sind wir oben und entdecken beim Aussteigen Schnee! So krass. Es regnet, um uns herum Nebel ohne Ende. Schnee auf dem Boden und den Tannenzweigen und die Temperatur bei gerade Mal um die 2°. Schon toll – Österreich im Hochsommer!

Eisriesenwelt Werfen - Schnee

Schneebedeckte Tannen

Aufstieg zur Eisriesenwelt Werfen

Leider sind wir damit aber noch lange nicht am Ziel. Es geht weitere 20 Minuten stetig bergauf und das bei ordentlicher Steigung. Erst dann entdecken wir endlich den Eingang der Höhlen, an der sich gerade eine größere Gruppe ans Eintreten macht. Wir haben Glück und kommen gerade noch mit hinein. Die Führung selbst findet auf Deutsch statt.

Eisriesenwelt Werfen

Aussicht aus der Höhle – ohne Nebel

Leider ist Filmen und Fotografieren in den Höhlen streng verboten, aber immerhin gibt es kostenlos zur Verfügung gestellte Bilder über Facebook.

© Salzburger Land

Führung durch die Eisriesenwelt Werfen

Wir selbst bekommen Hand-Karbidlampen in die Hand, die ein wenig Beleuchtung bieten – denn die Höhlen sind komplett unbeleuchtet. Vom Aufstieg verschwitzt und erschöpft hoffen wir auf entspanntes Besichtigen – aber hat unser Führer eben nicht was vom Aufwärmprogramm erzählt?

Und tatsächlich. Es geht weiter bergauf. 750 Stufen aufwärts – das entspricht einem 40 stöckigen Haus – stehen uns bevor. Trotzdem tritt die Erschöpfung schnell in den Hintergrund. Die spannende Geschichte, gigantische Eiswände und interessante Formationen lassen uns schnell offenen Mund staunen.

Immer wieder halten wir an, um den Erzählungen unseres Höhlenführers zu lauschen, der sich an spannenden Stellen platziert und mit Magnesiumlicht die Höhlen ausleuchtet. Eine der größten Höhlen ist 40 Meter hoch und 70 Meter lang. Der Wahnsinn. Wenn man bedenkt, wie die Menschen hier vor rund 100 Jahren dieses bis zu 40 km tiefe Höhlensystem entdeckt und mühevoll erkundet haben, sind wir doch froh, über befestigte Stege und Treppen laufen zu dürfen.

Ein spannendes Erlebnis! Erst später erfahren wir, dass das hier die größte Eishöhle der Welt ist. Wir sind echt froh, diese erleben zu dürfen. So hat das nasse Wetter doch noch etwas Positives.

Impressionen aus der Eisriesenwelt Werfen

Eisriesenwelt Werfen

© Eisriesenwelt Werfen

Eisriesenwelt Werfen

© Eisriesenwelt Werfen

Eisriesenwelt Werfen

© Eisriesenwelt Werfen

Eisriesenwelt Werfen

© Eisriesenwelt Werfen

Eisriesenwelt Werfen

© Eisriesenwelt Werfen

Fazit Eisriesenwelt Werfen

Rund 70 Minuten dauert unsere Führung, bevor wir wieder Tageslicht erblicken. Unser Fazit: Ein super geniales Erlebnis! Anstrengender als gedacht, aber überraschend spannend! Teile des Eises sind mehrere tausend Jahre alt. Irre, wenn man sich das mal bewusst vor Augen hält!

Hinweise & Tipps zum Besuch der Eisriesenwelt Werfen

  • Die Tour dauert rund 75 Minuten, für den gesamten Aufenthalt sollten 3 Stunden eingeplant werden.
  • Die Temperatur in den Höhlen liegt bei 0° C – warme Kleidung und festes Schuhwerk – am besten Wanderschuhe sind geboten.
  • Filmen und Fotografieren ist verboten.
  • Die Tour sollte man nur mitmachen, wenn Treppensteigen (rund 750 Stufen!) kein Problem sind. Gehbehinderten und Kreislauf-Erkrankten ist abzuraten.
  • Hunde dürfen mitgeführt werden – ich persönlich rate aber ab. Mal ehrlich – 750 Stufen im nass-kalten Dunkeln sind für Hunde sicher kein Vergnügen!
  • An gut besuchten (Regen-) Tagen können die Parkplätze ab Mittag komplett voll sein. Es empfiehlt sich dann den Bus vom Tal aus zu nehmen.

Als wir den Rückweg antreten, kommen uns Massen an weiteren Besuchern entgegen. Und auch an der Seilbahn ist mittlerweile Anstehen angesagt. Wir gehen beschwingt hinab, bemerken nun jedoch, dass wir inzwischen durchaus recht durchgefroren sind – auch wenn wir Pullover und Jacken tragen. Glücklicherweise regnet es nicht mehr. Aber wir sind trotzdem froh, als wir das Auto erreichen und die Heizung ein wenig aufdrehen können.

Sehenswert – Eisriesenwelt Werfen

Die Eisriesenwelt Werfen ist mit einer Gesamtlänge von 42 km die größte Eishöhle der Welt. 1879 entdeckt, ist sie bereits seit rund 100 Jahren ein beliebtes touristisches Ziel. Mittels Treppen und Stegen ist die Besichtigung heutzutage deutlich leichter als früher. Trotzdem sind die 134 Höhenmeter innerhalb der Höhlen und die mehr als 750 Stufen, die zu gehen sind, körperlich sehr anstrengend. Festes Schuhwerk und warme Kleidung sind geboten. Fotografieren und Filmen innerhalb der Höhlen ist verboten. Nicht für Rollstuhlfahrer geeignet. Auch kleinen Kindern würde ich eher abraten. Führungen dauern etwa 75 Minuten. Inklusive Anfahrt und Aufstieg müssen 3 h einkalkuliert werden.

Eishöhlenstraße 30, 5450 Werfen, Österreich, Tel. +43(0)6468/5248, www.eisriesenwelt.at, Mai-Okt 8-15 Uhr, Juli & Aug bis 16 Uhr, Erw. ab 24 €, erm. ab 14 €

 

Einkehr im Landgasthof Reitsamerhof

Inzwischen ist es nach 13 Uhr, so dass wir erst einmal eine Einkehr suchen. Fündig werden wir in Werfen im Landgasthof Reitsamerhof. Das gemütliche und gut bewertete Lokal hat eine übersichtliche, aber gut sortierte Karte und ist genau das richtige für uns. Unsere bestellten Gerichte sind hervorragend. Ich genehmige mir dieses Mal ein typisches und oft in Österreich angebotenes Cordon Bleu vom Schwein, das ich bis aufs letzte Fitzelchen wohlwollend verputze. Auch der dazu gereichte Salat ist überdurchschnittlich gut.

Landgasthof Reitsamerhof Werfen

Speisekarte Landgasthof Reitsamerhof

Landgasthof Reitsamerhof Werfen - Cordon Bleu

Klassisches Cordon Bleu

Restaurant – Landgasthof Reitsamerhof

Der Landgasthof ist meist gut besucht, was kein Wunder ist – denn er besitzt eine sehr gute Küche, die viele leckere, regionale Gerichte und Spezialitäten anbietet. Zwar sollte man etwas Wartezeit und Geduld mitbringen, aber dank gemütlicher Atmosphäre und der Aussicht auf hervorragend schmeckende Gerichte ist das kein Problem. Wir fanden es sau lecker!

Reitsam 22A, 5450 Werfen-Imlau, Tel. +43(0)6468/5379, www.reitsamerhof.at, Mi-So 11.30-21 Uhr

 

Festung Hohenwerfen

So gestärkt fahren wir weiter zur Festung Hohenwerfen, auf der heute zufällig auch noch ein Mittelalterfest stattfindet. Der Eintritt ist zwar nicht ganz billig, aber immerhin inkludiert er den Personenaufzug – genug gelaufen für heute, eine Führung und die Flugshow.

Festung Hohenwerfen

Festung Hohenwerfen

Im Innenhof angekommen, beeindruckt mich vor allem die Kulisse der Berge im Hintergrund, während es meine Lieben erstmal in den Souvenirshop zieht.

Festung Hohenwerfen - Mittelalterfest

Mittelalterfest auf Festung Hohenwerfen

Festung Hohenwerfen - Mittelalterfest

Ritterrüstung

Flugshow

Da alsbald die Flugshow ansteht, begeben wir uns in den Gartenbereich, um uns gute Plätze zu sichern. Als es losgeht, bekommen wir Falken, Adler und Geier zu sehen, die trotz schlechtem Wetters bereit sind, ein paar Runden für uns zu drehen.

Festung Hohenwerfen - Falknerei Flugshow

Festung Hohenwerfen – Falknerei

Festung Hohenwerfen - Falknerei Flugshow

Festung Hohenwerfen – Flugshow

Dank Teleobjektiv fange ich den einen oder anderen Raubvogel sogar im Flug ein, aber auch sonst ist die 20 minütige Vorstellung dank spannender Informationen zu den Vögeln sehr interessant.

Festung Hohenwerfen - Falknerei Flugshow

Flugshow – Adler

Festung Hohenwerfen - Falknerei Flugshow

Flugshow – Adler

Festung Hohenwerfen - Falknerei Flugshow

Flugshow – Geier

Festung Hohenwerfen - Falknerei Flugshow

Flugshow – Falke

Festung Hohenwerfen - Falknerei Flugshow

Flugshow – König der Lüfte

Festung Hohenwerfen - Falknerei Flugshow

Flug durch die Lüfte trotz Nebels

Wir schauen uns noch ein wenig auf der Burg um, verzichten dann aber auf die Führung, da wir inzwischen doch recht k.o. sind und uns nach ein wenig Wärme sehnen. Wir spazieren also gemütlich den Weg zum Parkplatz wieder hinab, um dann den Rückweg nach Fusch in Angriff zu nehmen.

Sehenswert – Festung Hohenwerfen

Die Entstehungsgeschichte der mittelalterlichen Höhenburg in Werfen begann in den Jahren 1075 bis 1078. Vollendet wurde die erste Burganlage Mitte des 12. Jahrhundert. Noch heute sind weite Teile der Burg sehr gut erhalten. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges in Besitz des Landes Salzburg wurde sie 1987 für den Tourismus geöffnet. Auf der Burg gibt es neben der wundervollen Aussicht über die Umgebung jede Menge zu entdecken. Für Familien mit Kindern ist sie ein besonders schönes Ausflugsziel. Es gibt hier auch einige richtig schöne Veranstaltungen wie Mittelalterfeste und Adventsmärkte. Das Falknereimuseum und die Flugshow sind besonders empfehlenswert.

Burgstraße 2, 5450 Werfen, Österreich, Tel. +43(0)6468/7603, www.salzburg-burgen.at, Mai-Sep tgl. 9-17, April-Okt Di-So 9.30-16 Uhr, Erw. ab 12,50 €, erm. ab 7 €

 

Fahrt nach Werfen

Werfen im Rückspiegel

Im Rückspiegel zeigen sich uns noch einmal die beeindruckenden Bergspitzen der Alpen, die sich nun zum Abschied sogar nochmal wolkenlos zeigen. Wir freuen uns schon darauf, morgen hoffentlich mehr von diesen tollen Bergen zu sehen. Denn wir hoffen natürlich, dass morgen die Großglocker-Hochalpenstraße wieder befahrbar sein wird. Hoffen wir auf das Beste!

 

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