Ich gebe dir in diesem Artikel Tipps zum Thema Langzeitbelichtung. Du erfährst, was das überhaupt ist, was du dabei beachten musst und in welchen Situationen Langzeitaufnahmen besonders effektvoll anwendbar sind.

Langzeitbelichtungen

Oft geht es in der Fotografie nur darum, Belichtungszeiten so kurz wie eben möglich zu halten, um gleichzeitig mit der Blende die Schärfe im Bild zu regulieren. Doch auch mit langen Belichtungszeiten kannst du herrliche Aufnahmen und Effekte erzielen. Vor allem wenn du in der Aufnahme unbewegliche Motive mit beweglichen oder dynamischen Motiven kombinierst, entstehen dabei überraschende und beeindruckende Bilder.

Ein Nachteil – in der Regel benötigst du für Langzeitbelichtungen ein Stativ. Kein Mensch kann eine Kamera oberhalb der Freihandgrenze ruhig genug halten, um Bilder ohne ungewollte Verwacklungen aufnehmen zu können. Drum braucht es einen festen Stand für die Kamera, den du am besten durch Einsatz eines Statives erhältst.

Was braucht es alles für eine Langzeitbelichtung?

Im Grunde braucht es für die meisten Langzeitbelichtungen genau 3 Dinge:

  • Eine Kamera, an der die Belichtungszeit gesteuert werden kann.
  • Ein Stativ für den festen Stand.
  • Einen Graufilter (ND Filter), um die Belichtungszeit über das Normalmaß hinaus verlängern zu können.

Zusätzlich sehr hilfreich sind:

  • Eine Szene mit bewegten und unbewegten Motiven bzw. Bildanteilen.
  • Kreativität.
  • Ruhe & Zeit.

Tatsächlich machen Langzeitbelichtungen unglaublich viel Spaß, wenn du erst einmal damit anfängst zu spielen. Mir zumindest ging es so. War das Stativ für mich früher eher ungeliebtes Übel,  weil ich lieber ohne fotografiert habe, so ist es inzwischen ein Werkzeug, das meinen fotografischen Horizont stark erweitert hat.

Was ist eine Langzeitbelichtung überhaupt genau?

Grundsätzlich bezeichnet man als Langzeitbelichtung einfach Belichtungszeiten von einer Sekunde oder länger. Eine genaue Grenze gibt es nicht. Der Punkt ist einfach, dass bei Langzeitbelichtungen das Paradigma, einen Moment festzuhalten, aufgegeben wird.

Stattdessen wird eine kurze oder eben auch lange Zeitdauer in einem einzigen Bild eingefroren. Alle Bildbestandteile, die sich in dieser Zeit bewegen, werden verwischt. Kombiniert mit unbeweglichen Objekten entstehen spannende Kontraste.

Auf der anderen Seite sind bei ungenügenden Lichtverhältnissen oder Dunkelheit lange Belichtungszeiten einfach notwendig, um ein Bild korrekt zu belichten. Nicht immer sind also bewegte oder verwischte Objekte wirklich erwünscht.

Wofür werden Langzeitbelichtungen eingesetzt?

Für Langzeitbelichtungen gibt es viele spannende Einsatzgebiete – und das bei Tag und Nacht.

Ideen für Langzeitbelichtungen in der Nacht …

Städteaufnahmen mit beleuchteten Straßenzügen

Egal ob zur Blauen Stunde oder in der Nacht – Innenstädte und Skylines mittels Langzeitbelichtungen aufzunehmen, macht Spaß und lässt tolle Aufnahmen entstehen.

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Langzeitbelichtung – Freiburg bei Nacht

Tipp: Je mehr du die Blende schließt, desto prägnanter werden die “Leuchtsterne”, die um punktförmige Lichtquellen herum entstehen.

Leuchtspuren von bewegten Fahrzeugen

Besonders spannend wirken Bilder mit bewegten Fahrzeugen. Die Rücklichter erzeugen in einer Langzeitaufnahme rote Streifen, die Scheinwerfer entsprechend weiße Streifen.

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Langzeitbelichtung – Leuchtspuren von Autos

Sterne fotografieren

Nächtliche Aufnahmen des Sternenhimmels bedingen in der Regel ebenfalls längere Belichtungszeiten. Allerdings musst du aufpassen, dass du innerhalb der Zeit bleibst, die die Sterne nicht verwischen lässt. Denn die Erddrehung macht sich bereits bei Belichtungszeiten ab 30 Sekunden oft deutlich bemerkbar. Aus den Sternen werden Ovale oder Streifen, was bei entsprechender Länge allerdings auch schon wieder tolle Effekte ergibt – aber eben nicht immer gewollt ist!

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Langzeitbelichtung – Sternenhimmel

Tipp: Bei nächtlichen Aufnahmen die Taschenlampe und warme Klamotten nicht vergessen!

Milchstraße fotografieren

Auch die Milchstraße zu fotografieren ist sowohl in unseren Breiten, als auch anderswo möglich. Am besten wählst du dafür eine sternenklare Neumond Nacht. Als Standort solltest du einen Ort aufsuchen, der möglichst wenig unter Lichtverschmutzung leidet – also weitab der nächsten Großstadt. Auch hier gelten natürlich die gleichen Regeln wie beim Fotografieren des Sternenhimmels.

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Langzeitbelichtung – Milchstraße

Tipp: In Wüstenregionen und in vielen Orten außerhalb Europas fotografiert es sich besonders gut. Je weiter die nächste Großstadt entfernt ist, desto besser. Leider gibt es in Europa nur noch wenige solcher abgeschiedenen Orte.

Light Painting mit Taschenlampe & Co.

Mit einer Taschenlampe, einer Wunderkerze oder einer anderen Lichtquelle kannst du in Kombination mit Langzeitaufnahmen viel Spaß haben. Wähle eine entsprechend lange Aufnahmedauer und bewege anschließend die Lichtquelle schnell genug oder schreibe damit Wörter in die Luft.

Feuerwerk aufnehmen

Auch die Aufnahme von Feuerwerk gehört durchaus zu den Langzeitaufnahmen, auch wenn die Aufnahmedauern in diesem Fall relativ kurz sind. Doch schon ein Zeitraum von einer halben bis 2 Sekunden reichen, um herrliche Feuerwerksblumen auf ein einziges Bild zu bannen.

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Langzeitbelichtung – Feuerwerk

Blitze fotografieren

Ein Blitz ist nur für den Bruchteil einer Sekunde am Himmel zu sehen. Diesen durch eine einzige, normal kurze Aufnahme zu erwischen, ist quasi unmöglich. Mir gelang das ein einziges Mal in meinem Leben. Aber das war pures Glück. Am einfachsten sind Aufnahmedauern von 10 bis 20 Sekunden. Auch hier braucht es natürlich je nach Anzahl der Blitze bzw. der Stärke des Gewitters ein wenig Glück.

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Langzeitbelichtung – Blitze

Hinweis: Achte auf deine Sicherheit. Ein Gewitter ist eine durchaus gefährliche Angelegenheit. Du solltest deinen Standort mit Bedacht wählen, um weder dich noch deine Ausrüstung zu gefährden.

Ideen für Langzeitbelichtungen am Tag …

Verwischen von Menschen an öffentlichen Plätzen

Am Tage können Langzeitaufnahmen dazu diesen, an belebten Plätzen die sich dort bewegenden Menschen einfach “wegzuwischen”. Vor allem, wenn die Menschen sich recht flott bewegen und nur selten oder möglichst gar nicht stehen bleiben, gelingt das besonders gut.

Doch auch Aufnahmedauern von ein bis zwei Sekunden sind interessant. In diesem Zeitfenster erscheinen die schemenhaften Personen fast wie Geister, was sehr spannende Aufnahmen ergeben kann.

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Langzeitbelichtung – Verschwommener Mensch

Fließende und bewegte Gewässer seidenweich aufnehmen

Das Meer, die Küste, die Oberfläche eines See oder ein fließender Strom – solche Gewässer eignen sich ideal für Langzeitaufnahmen. Wellen und Bewegungen können durch die lange Belichtungszeit komplett ausradiert werden. Ein bewegtes Meer wird plötzlich seidenglatt. Wenn du das mit den herrlichen Farben eines Sonnenaufganges oder Unterganges kombinierst, können atemberaubende Bilder entstehen!

Langzeitaufnahme - Küste, La Palma, Kanaren

Langzeitbelichtung – Geglättetes Wasser

Wasserfälle fotografieren

Wasserfälle sind mein Lieblingsmotiv für Langzeitbelichtungen. Das fallende Wasser erscheint dadurch fast surreal schön. Aus einzelnen Rinnsalen werden herrliche Wasserschleier. Ich liebe solche Aufnahmen. Im Schwarzwald gibt es dafür herrliche Motive. Ich habe mir fest vorgenommen, dieses Jahr einige der herrlichen Schwarzwald Wasserfälle auf diese Art und Weise festzuhalten.

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Langzeitbelichtung – Wasserfall

Tipp: Kombinierst du bei solchen Naturaufnahmen den Graufilter mit einem Polfilter, dann kannst du die herrlichen Farben noch besser herausarbeiten.

Wolken verwischen lassen

Beim Fotografieren von Burgen, Schlössern, Ruinen oder spannenden Architekturaufnahmen kann es von großem Vorteil sein, wenn es schnell vorbei ziehende Wolken am Himmel gibt. Durch eine Langzeitaufnahme verwischen diese und geben dadurch einem spannenden Vordergrund einen dramatischen und oft auch surrealen Hintergrund. Vor allem in Schwarz-Weiß kommen solche Aufnahmen besonders gut.

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Langzeitbelichtung – Verwischte Wolken

Bewusste Verwischungen als künstlerischen Effekt

Wenn du deine Kamera bewusst während der Aufnahme in eine Richtung bewegst oder bewusst am Zoom drehst, dann wirst du sehr interessante Bilder erzeugen können, die quasi schon in einen sehr künstlerischen Bereich fallen.

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Langzeitbelichtung – Verwischte Grashalme

Tipp: Fotografiere doch mal ein schönes Buntglasfenster und beginne nach Hälfte der Aufnahmedauer vorsichtig am Zoomring zu drehen. Du wirst überrascht sein, was für tolle Effekte du damit erzielen kannst.

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Langzeitbelichtung – Lichtmalerei

Welche Kameraeinstellungen braucht es bei Langzeitaufnahmen?

Ich empfehle für Langzeitbelichtungen folgende Einstellungen für den Einstieg:

  • Programmmodus: Manueller Modus.
  • ISO: 100 (oder niedriger).
  • Bildstabilisator: AUS.
  • Spiegelvorauslösung: EIN.
  • Bildqualität: RAW.
  • Belichtungszeit: 2-30 Sekunden (auch länger möglich).
  • Blende: f/8.0 – f/16.0 (Ich bevorzuge f/11.0 und f/13.0).
  • Weißabgleich: automatisch (kann beim RAW Format eh später angepasst werden).
  • Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtung: EIN (Ist Geschmackssache).

Wie berechnet man die richtige Belichtungsdauer?

Ohne ND Filter wählst du einfach eine beliebige Zeit und experimentierst solange mit der Aufnahmedauer, bis du den Effekt erreichst, der dir vorschwebt. Bei Verwendung eines ND Filters, musst du ein wenig rechnen, eine entsprechende App nutzen oder einfach meine vorbereitete Korrekturtabelle nutzen:

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Welche Blende ist für eine Langzeitaufnahme zu wählen?

Im Grunde spielt die Blende keine wirkliche Rolle für das Aufnehmen einer Langzeitaufnahme. Du solltest mit ihr wie üblich einfach die Schärfentiefe bzw. den Schärfeverlauf regulieren. Erst, wenn du versuchst, am Tage eine Langzeitaufnahme ohne Graufilter zu erstellen, kann dir die Blende ein wichtiges Werkzeug werden. Denn je geschlossener die Blende, desto höher kann die Belichtungszeit sein, ohne dass dein Bild überbelichtet wird.

Grundsätzlich solltest du aber beachten, dass die meisten Objektive etwa 2 Blendenstufen über der Offenblende ihre beste Abbildungsleistung besitzen. Bei einem Objektiv wie dem Canon 24-70 L 1:4 IS USM wäre das also die Blende f/8.0, da die Offenblende bei f/4.0 liegt.

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Langzeitbelichtung – Fahrender Zug

In 10 einfachen Schritten zur perfekten Langzeitbelichtung

Langzeitaufnahmen sind viel einfacher, als du vielleicht denken magst. Wichtig ist jedoch, dass du ein paar grundlegende Dinge beachtest und du dir am besten einen festen Ablaufplan mit den wichtigsten Schritten zurecht legst.

1. Bild komponieren

Überlege dir als erstes, was du mit deiner Langzeitbelichtung erreichen willst, wie du dein Motiv gut in Szene setzt und von welchem Standpunkt aus du deine Aufnahme machen möchtest. Komponiere dein Bild in Ruhe und mit Sorgfalt. Langzeitbelichtungen sind nichts für Knipser. Sie gelingen am besten, wenn du dir Zeit nimmst und in Ruhe über das Bild nachdenkst, dass du aufnehmen möchtest. Du solltest dabei auch grundlegende Regeln zum Bildaufbau wie die Drittel-Regel beachten.

2. Stativ aufstellen und festen Standort wählen

Sorge für einen festen Stand für dein Stativ. Eine Brücke oder einen schwingenden Boden solltest du meiden. Manchmal ist es auch wichtig, das Stativ vor Wind zu schützen oder es mit einem Gewicht zu beschweren, um auch kleinste Bewegungen auszuschließen.

3. Bildstabilisator deaktivieren

Deaktiviere den Bildstabilisator deiner Kamera. Auf einem Stativ versucht dieser sonst Phantombewegungen zu korrigieren, die gar nicht da sind.

4. Fokussieren im Live View mit deaktiviertem Autofokus

Du kannst den Autofokus nutzen, um das Bild grob scharf zustellen, solltest dann aber den Autofokus deaktivieren. Bei Langzeitaufnahmen fokussierst du am besten manuell im Live View unter Nutzung der entsprechenden Zoom Funktion.

Überlege dir gut, wo du den Schärfepunkt setzt und überprüfe in der entsprechenden Vergrößerung, ob das Bild den Schärfeverlauf bzw. die Schärfentiefe besitzt, die du erwartest. Bei Landschaftsaufnahmen hilft dir neben dem Schließen der Blende auch die Beachtung der Hyperfokalen Distanz, um eine möglichst große Schärfentiefe bei minimal geschlossener Blende zu erreichen.

5. Blende einstellen

Für die Blende gibt es keine generelle Aussage bei einer Langzeitbelichtung. Grundsätzlich lautet meine Empfehlung aber, ca. 2 Stopps über der Offenblende zu fotografieren, weil die meisten Objektive genau dort ihre besten Ergebnisse hinsichtlich der Schärfe erzielen. Meine persönliche Präferenz lautet oftmals f/11.0. Ich mag diese Blende einfach! Bei Landschaftsaufnahmen oder in der Nacht für schöne Leuchtsterne kannst du die Blende aber auch gern weiter schließen. Du solltest allerdings beachten, dass irgendwann auch die Beugungsunschärfe wieder ins Spiel kommt.

6. Weitere Kameraeinstellungen

Nutze idealer Weise den manuellen Modus deiner Kamera und wähle den niedrigsten, verfügbaren ISO Wert. Da du ohnehin vom Stativ fotografierst, brauchst du an dieser Stelle keine Kompromisse einzugehen. Du solltest ferner die Spiegelvorauslösung aktivieren, um auch diese Quelle für unerwünschte, feinste Erschütterungen zu eliminieren. Meine empfohlenen Kameraeinstellungen für den schnellen Einstieg findest du weiter oben im Artikel.

Tipp: Die Spiegelvorauslösung sorgt dafür, dass der Spiegel bereits vor der eigentlichen Aufnahme hochklappt, um zum Zeitpunkt der Aufnahme auch feinste, durch das Klappen des Spiegels ausgelöste Erschütterungen im Kameragehäuse zu verhindern.

7. Aufnahmedauer festlegen

Eine “beste” Aufnahmedauer gibt es nicht. Je nach Effekt, Lichtverhältnisse und Intention kannst du bei ca. 2-3 Sekunden beginnen und dich dann einfach an die für dich passendste Aufnahmedauer herantasten. Insofern du einen ND Filter nutzt, kannst du die oben stehende ND Filter Korrektur Tabelle als Orientierung zur Umrechnung nutzen.

8. ND Filter aufschrauben

Wenn du am Tage eine Langzeitaufnahme erstellen möchtest, musst du nun sehr vorsichtig den ND Filter aufschrauben, ohne etwas am eingestellten Zoom oder Fokus zu verändern. Gerade bei Zoomobjektiven passiert das schnell. Du musst also entsprechend vorsichtig dabei vorgehen, um deine zuvor gewählten Einstellungen nicht versehentlich zu verändern.

Tipp: Kontrolliere die ersten Bilder aufmerksam in der Vergrößerung deines Live Views. Wenn du Unschärfen bemerkst, schraube den Filter ab, fokussiere erneut und bringe dann vorsichtig den Graufilter wieder am Objektiv an.

9. Sucher abdecken

Beachte, dass auch durch den Sucher Licht in die Kamera eintreten kann. Du solltest den Sucher also unter Umständen abdecken, um zu verhindern, dass Tageslicht oder Licht durch andere Leuchtquellen eintritt. In der Regel gibt es dafür spezielle Abdeckkappen. Aber auch ein einfaches schwarzes Mikrofasertuch o.ä. tut zur Not erfolgreich diesen Job.

10. Fernauslöser oder Selbstauslöser nutzen

Auch beim Betätigen des Auslösers erzeugst du feinste Bewegungen der Kamera. Nutze also einen Fernauslöser oder den Selbstauslöser der Kamera, um die Aufnahme zu starten und ein maximal scharfes Bild zu erhalten.

10 zusätzliche Tipps für erfolgreiche Langzeitbelichtungen

  1. Kombiniere bewegte und unbewegte Objektive, um eindrucksvolle Effekte zu erzeugen!
  2. Experimentiere vor allem am Meer und an der Küste mit Langzeitaufnahmen!
  3. Wähle die Belichtungszeiten nicht zu lang oder gönne der Kamera zwischendurch auch mal eine Pause, um die Sensorerwärmung und das damit einhergehende Rauschen zu minimieren!
  4. Einen Polfilter kannst du durchaus sehr gut mit einem ND Filter kombinieren, um beeindruckende Landschaftsaufnahmen zu erhalten!
  5. Fotografiere im RAW Format, um später alle Möglichkeiten in der Nachbearbeitung zu haben!
  6. Nutze eine starke Taschenlampe, um im Dunkeln zu fokussieren! Du kannst damit bspw. Bäume anleuchten.
  7. Experimentiere mit den Belichtungszeiten!
  8. Untersuche deine Kamera vorher auf Hotpixel, Sensorflecken & Co und reinige sie!
  9. Sorge für angemessene Kleidung, um auch bei längerem Aufenthalt draußen bspw. im Winter nicht zu frieren!
  10. Achte darauf, dass du einen voll geladenen Ersatzakku dabei hast. Langzeitaufnahmen ziehen ordentlich am Akku!
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Langzeitbelichtung – Künstlerischer Ansatz

FAQ zu Langzeitbelichtungen

Welches Objektiv sollte ich für eine Langzeitbelichtung verwenden?

Grundsätzlich kannst du jedes Objektiv für eine Langzeitaufnahme nutzen. Bei Landschaftsaufnahmen nutzt du üblicherweise ein Weitwinkelobjektiv. Bei Aufnahmen in der Stadt sind Standard-Zoombojektive oder Festbrennweiten eine gute Wahl. Teleobjektive nutzt du für Langzeitaufnahmen aber eher selten.

Welches Stativ brauche ich für eine Langzeitbelichtung?

Auch hier gibt es natürlich in allen Preisklassen geeignete Vertreter. Wenn du auf Reisen bist, sollte das Stativ nicht zu schwer sein. Wenn du nahe oder im Wasser stehend fotografierst, solltest du auf qualitativ hochwertige Materialen achten, denen auch Salzwasser nicht so schnell etwas anhaben kann. Ein Haken an der Unterseite des Stativs, um ein Gewicht anbringen zu können, ist oft von Vorteil. Mit einem guten Stativkopf fällt es leichter, die Kamera auszurichten oder gar nachzuführen, wenn notwendig.

Welcher Modus ist für Langzeitbelichtung geeignet?

Grundsätzlich solltest du Langzeitaufnahmen im manuellen Modus aufnehmen, denn nur hier hast du alle Parameter unter Kontrolle. In der Regel eignen sich die Kameraautomatiken weniger gut für Langzeitaufnahmen.

Welchen Filter muss ich für Langzeitbelichtungen nutzen?

Für Langzeitbelichtungen am Tage eigenen sich ND Filter hervorragend, um längere Belichtungszeiten nutzen zu können, ohne das das resultierende Bild überbelichtet wird. Du kannst einen solchen Graufilter aber auch mit einem Polfilter kombinieren. Beim Fotografieren von Sonnenuntergängen ist oft ein Grauverlaufsfilter sehr hilfreich.

Ist die Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtung sinnvoll?

Ja, ist sie. Bei längeren Belichtungszeiten erwärmt sich der Sensor. Dadurch entstehen Hotpixel und andere Störpixel. Durch die Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtungen wird von der Kamera automatisch ein zweites Bild mit verschlossener Blende, das sogenannte Schwarzbild, aufgenommen. Das verdoppelt die Aufnahmedauer, ermöglicht aber gleichzeitig der Kamera, die fehlerhaften Pixel durch Interpolation herauszurechnen. Denn die fehlerhaften Pixel tauchen auch im Schwarzbild auf.

Natürlich kannst du fehlerhafte Pixel und durch Erwärmung des Sensors erzeugtes Rauschen auch selbst in der Nachbearbeitung des Fotos retuschieren. Ich persönlich finde es aber einfacher und angenehmer, wenn die Kamera mir das abnimmt. Die verdoppelte Belichtungszeit macht mir persönlich nichts aus. Letztlich ist es also eine Frage des Geschmacks und der eigenen Vorlieben. Ich persönlich rate dazu, die Rauschunterdrückung bei Langzeitaufnahmen zu aktivieren.

Wie erstelle ich eine Langzeitbelichtung am Tag?

Am einfachsten gelingen Langzeitbelichtungen am Tage durch Verwendung eines ND Filters (aka Neutraldichtefilter aka Graufilter). Durch diesen wird die Lichtmenge um einen bestimmten Faktor reduziert, was verhindert, dass das Bild überbelichtet wird. Üblich sind Graufilter mit Faktor 8 (ND8), 64 (ND64) und 1000 (ND1000).

Mein persönlicher Lieblingsfilter ist der 64er. Bei sehr langen Aufnahmezeiten oder sehr hellem Tageslicht, wirst du auf den ND1000 zurückgreifen müssen. Bei starker Bewölkung reicht oft auch schon der ND8, der zudem den Vorteil hat, dass du in der Regel trotz Filter fokussieren und deine Szene auch durch den Filter hindurch noch erkennen kannst.

Kann ich tagsüber auch ohne ND Filter Langzeitaufnahmen erstellen?

Langzeitaufnahmen ohne Graufilter können an Orten mit weniger Licht oder bei starker Bewölkung durchaus gelingen. Um zu verhindern, dass dein Bild bei längerer Aufnahmezeit überbelichtet wird, kannst du die Blende möglichst weit schließen und den ISO Wert auf den niedrigsten Wert setzen. Trotzdem hast du für die Belichtungszeit dann meist nur ein recht kleines Fenster. Langzeitaufnahmen im zweistelligen Sekundenbereich oder länger werden ohne Graufilter kaum gelingen.

Tipp: Falls du einen Polfilter dabei hast, kannst du auch diesen noch vor die Linse schrauben, denn auch dieser schluckt ein wenig Licht und ermöglicht dir so eine geringfügig längere Belichtungsdauer.

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