Aufgrund der aktuellen Geschehnisse rund um das Thema Corona, möchte auch ich meinen Gedanken dazu ein wenig Raum geben. Denn wie jeder andere Mensch auch, sind auch wir seit kurzem in unserem normalen Alltagsablauf eingeschränkt mit all den entsprechenden Konsequenzen.

Aber Achtung, das wird kein Artikel mit Tipps, Antworten auf viel gestellte Fragen oder gar ein Versuch, Leserzahlen zu gewinnen. Vielmehr möchte ich ein wenig für mich selbst „unsere Reise durch diese Zeiten“ dokumentieren und ein paar Dinge in meinem Kopf sortieren.

Corona – wie alles begann

Wow, wer hätte vor 2 Monaten gedacht, dass wir uns heute inmitten einer weltweiten Corona Pandemie wiederfinden, als die ersten Berichte der Virus-Infektion in der Region Wuhan in China öffentlich wurden? Ich fanzumindest nicht.

Bei mir kam das erste Erwachen erst an dem Tag, als Berichte von Infizierten in Italien in unseren Medien aufschlugen. Zuvor war Corona für mich nicht viel mehr als ein Virus, ähnlich vieler Grippeviren in den Jahren zuvor. Selbst mehr als 3.000 Tote in China änderten meinen Blickwinkel angesichts von beispielsweise mehr als 25.000 Grippetoten allein in Deutschland im Jahr 2018 nicht.

Mit dem Ausbruch in Italien war mir allerdings zumindest eines sofort klar – ab sofort ist Corona kein regionales Problem mehr, sondern schlichtweg nicht mehr aufzuhalten auf dem Weg zur weltweiten Pandemie.

Schon am nächsten Tag fuhr ich einkaufen, um unsere Vorräte aufzustocken. Das war Mitte Februar, direkt nachdem Italien erste Städte abriegelte. Schon an diesem Tag waren Nudel-, Mehl- und Reisregale merklich leerer. Aber immerhin, wir bekamen noch alles – inklusive Toilettenpapier – und stockten unsere Vorräte auf. Das geschah allerdings weniger aufgrund der Angst vor dem Virus oder einem Lockdown, sondern vielmehr aus der Angst vor einer möglicherweise behördlich angeordneten Quarantäne, falls wir irgendwie zufällig als Kontaktperson identifiziert werden sollten.

Wie sich zeigen sollte, war dieser Einkauf eine gute Idee, denn schon Ende Februar stieg nun auch die Anzahl der Infizierten in Deutschland sprunghaft. Sogar in Freiburg gab es die ersten 3 Corona Erkrankten, die auf eine Infektionskette aus Tirol zurückzuführen waren.

Zu diesem Zeitpunkt wurde Corona ein tägliches Thema – auch bei uns auf Arbeit. Der Ernst der Lage war mir trotzdem noch immer nicht bewusst angesichts von zehntausenden Grippetoten jedes Jahr, obgleich schon jetzt die wohl etwa um Faktor 10 höhere Sterberate im Vergleich zur Grippe an Wahrscheinlichkeit gewann. Die meisten Opfer gehörten bisher jedoch vorrangig der älteren Bevölkerung an, die in meinen Augen in gleichem Maße durch eine Grippe oder andere Krankheiten gefährdet ist.

Die Absage eines lange geplanten Erholungswochenendes im Schwarzwald in Triberg stand jedenfalls aktuell noch nicht zur Debatte. Schon hier fiel uns allerdings die Leere in den Straßen auf – denn vorrangig wird der Ort üblicher Weise von Massen an chinesischen Touristen besucht, die nun ausblieben. Wir fanden das gar nicht schlecht und verbrachten ein tolles Wochenende im Schwarzwald.

Doch dann begannen sich die Ereignisse förmlich zu überschlagen.

Erstes sichtbares Zeichen für mich war ein 10%-iger Einbruch der Leitbörsen in der letzten Februarwoche. Nach langem Überlegen verkaufte ich nach dieser ersten schwarzen Woche unseren kompletten Aktienfonds, in dem wir für unsere Weltreise 2024 angespart haben. Und das war gut so, wie der sich nun entwickelnde weltweite Börsencrash aller Anlagewerte (Aktien, Anliehen, Gold, Edelmetalle, Bitcoin) zeigt.

Im Wesentlichen stehe ich seit dem an der Seitenlinie an der Börse, denn jegliche Spekulation darüber wie es weitergeht, sind eben nur das – Spekulation. Im Moment bin ich mir sicher, dass es keine V-förmige Erholung wie 2019 geben wird und auch kein schnelles Ende wie 1987 deutet sich an. Vielmehr scheint der Crash schlimmer zu werden, als der bisher schwerste Börsencrash der letzten 100 Jahre – nämlich der von 1929. Damals löschte die erste Crashwelle den Anstieg der letzten 12 Monate aus. Heute sind es bereits die Anstiege der letzten 3 Jahre – Ende noch nicht in Sicht.

Der Crash 1929 dauerte dann fast 3 Jahre an und führte zu seinem Verfall von mehr als 90% im Dow Jones. Es würde mich nicht wundern, wenn wir ähnliches in Zeiten von Corona erleben werden. Denn eine schwere Rezession ist wohl das Mindeste, was der Wirtschaft ins Haus steht und was die Märkte gerade einpreisen. Spätestens, wenn daraus eine Finanzkrise wird aufgrund nicht bedienbarer Kredite und in letzten Jahrzehnten entstandenen finanziellen Luftschlössern, dürfte die Lage richtig ernst werden.

Die Tourismusbranche, Hotels, Restaurants und Fluggesellschaften dürften schon jetzt vor Einbrüchen nie gekannten oder für möglich gehaltenen Ausmaßes stehen. Ende mit potentiell vielen Pleiten offen. Und für andere Teile der Wirtschaft folgen im Rahmen fallender Dominosteine die schlimmen Folgen erst noch. Genau aus diesem Grund brechen die Börsen vermutlich auch gerade in solch starker Form weg. Denn der Markt realisiert meist am schnellsten, was kommt.

Aber das alles nur am Rande. Im Falle der Börsen halte ich Corona allerdings nur für den Auslöser, nicht für die Ursache. Dazu an anderer Stelle in meiner Börsenecke irgendwann mehr.

Spätestens an dem Tag, an dem Italien sich komplett abriegelte und auch meine Firma – eine große amerikanische Medizintechnikfirma – weltweit auf Homeoffice umstellte, wurde mir klar, welche Auswirkungen Corona auf uns haben wird. Homeoffice klingt im ersten Moment nett, aber zu 100% auf Dauer ist das eben doch etwas anderes, als mal eben zwei bis drei Mal für einen Tag pro Monat.

Im gleichen Atemzug deuteten sich auch bereits Schulschließungen an. Eine von uns besuchte Veranstaltung in Freiburg (Lord of the Dance) fand am 4. März gerade noch statt, eine andere für Mitte März vorgesehene Show (Holiday on Ice) wurde im Zuge des Veranstaltungsverbots in Baden-Württemberg (bei mehr als 1.000 Teilnehmern) dann abgesagt.

Dazwischen lag für uns ein lang geplanter Besuch einer lieben Freundin in Würzburg. Sollten wir den noch antreten? Ja, natürlich. Immerhin waren wir gesund, die besuchten Freunde ebenso und als Großveranstaltung konnte das auch nicht gelten.

Und wir sind froh, dass wir dieses tolle Wochenende noch genießen konnten. Wer weiß, für wie lange es unser letzter Ausflug dieser Art sein wird.

Sehr erstaunlich fand ich die Unbekümmertheit vieler Touristen in Würzburg, die wie eh und je dicht gedrängt mit einem Glas Wein auf der Alten Mainbrücke standen. Man hatte das Gefühl, als ob hier jegliche Sorgen völlig unbegründet wären – zumindest in den Köpfen vieler. Auch unsere Eat the World Tour fand noch statt – wir waren allerdings inklusive Guide nur zu fünft, was gut so war. Zu diesem Zeitpunkt waren wir fest überzeugt davon, uns nicht unterkriegen zu lassen und vor allem nicht von den aus allen Rohren feuernden Medien mit all den Negativschlagzeilen verunsichern zu lassen.

Doch schon nach unserer Rückkehr in Freiburg war klar, das war wohl der letzte Ausflug dieser Art in der nächsten Zeit – und das aus gutem Grund. Noch immer haben wir sehr wenige Tote in Deutschland (im europäischen Vergleich), noch immer ist die Zahl der Infizierten relativ gering. Schaue ich mir aber an, wie sich die Zahlen in Italien, Spanien und anderen Ländern entwickeln, dann wird auch mir klar, was da auf uns zurollt. Wie sagt man so schön: Dumm ist, wer auf falschen Meinungen beharrt und eigene Fehler nicht erkennt.

Mir wurde spätestens gestern, als ich deutliche Heuschnupfen Anzeichen meinerseits verspürte durchaus klar, dass auch ich mit leichtem Asthma zur potentiellen Risikogruppe gehöre. Aber wenngleich ich noch immer nicht wirklich Angst vor dem Virus an sich habe – ich denke nach wie vor, dass meine Familie gute Chancen hat, lediglich eine leichte Erkältung zu bekommen – so werden doch die Sorgen über die Zukunft, die uns bevorsteht durchaus größer.

Unsere geplante Reise nach Griechenland im Juni können wir sicher knicken, auch unsere lang ersehnte Reise nach Namibia im Spätsommer steht sicherlich auf der Kippe – auch wenn wir hier noch ein wenig Hoffnung haben, dass sich bis dahin vieles wieder beruhigt hat.

Letztlich ist das aber alles nicht wichtig. Reisen kann man verschieben. Jetzt heißt es sich erst einmal mit dem Hier und Jetzt zu arrangieren, möglichst gesund zu bleiben und verantwortlich zu handeln – auch anderen gegenüber!

Ich denke, auch Deutschland steht kurz vor dem Lockdown wie in Frankreich, Spanien und Italien bereits angewendet. Für wie lange, wird sich zeigen. Wir sind zunächst recht gut vorbereitet. Bis gestern hatte ich auch keine großen Sorgen, dass in Deutschland die Lebensmittel ausgehen könnten. Ein Einkauf bei Edeka allerdings schockierte uns ein wenig. Viele Regale waren leer. Selbst frischen Lebensmittel wie abgepackte Wurst und Käse waren kaum noch vorhanden. Über Nudeln, Reis, Konserven & Co. sprechen wir gar nicht erst. Auch im Tiefkühlfach beim Gemüse gähnende Leere! Wir haben trotzdem noch fast alles, was wir haben wollten, bekommen und hoffen jetzt einfach mal, dass sich das im Laufe der nächsten Wochen etwas beruhigt, wenn die Menschen lernen, dass die Lieferketten funktionieren und der Nachschub nicht ausgehen wird.

Nach wie vor glaube ich, dass Corona sich nicht aufhalten lassen wird. Stand heute halte ich die Maßnahmen zur Versammlungsfreiheit, Schulschließungen & Co. aber auch für sinnvoll und völlig richtig. Schließlich geht es nicht darum, die Pandemie zu verhindern, sondern lediglich zu verlangsamen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.

Mein Vertrauen in das Gesundheitssystem in Deutschland ist angesichts der im europäischen Vergleich noch sehr niedrigen Anzahl an Todesfällen und Anzahl der verfügbaren Krankenhausbetten (noch) groß – auch wenn ich in den letzten Jahren einiges an Fehlentwicklungen beobachte, von denen ich fürchte, dass sie uns in der jetzigen Krise auf die Füße fallen werden. Diesbezüglich seien der Mangel an Personal aufgrund schlechter Bezahlung u.a. Umstände ebenso genannt, wie die Privatisierung der Krankenhäuser, die vor allem wirtschaftlich effizient agieren müssen, um existieren zu können. Genau diese Effizienz hat beispielsweise nun schnell zu fehlender medizinischer Ausrüstung geführt und wird sicher auf dem Höhepunkt der Pandemie viele weitere Probleme zu Tage fördern. In meinen Augen gehört das Gesundheitswesen verstaatlicht und die Zweiklassengesellschaft mit Kassen- und Privatpatienten abgeschafft. Aber das nur am Rande.

Jetzt schauen wir erst einmal wie es weiter geht. Unsere Kühlschränke und Vorräte haben wir gefüllt bzw. aufgestockt. Selbst FFP3 Masken und etwas Desinfektionsmittel haben wir noch. Ich selbst werde jetzt wieder regelmäßiger mit Kochsalzlösung inhalieren – immerhin tötet das nachgewiesener Maßen 70% der Viren und Bakterien in den Lungen und Schleimhäuten bzw. verringert mögliche Tröpfcheninfektionen deutlich.

Während ich nun voraussichtlich für längere Zeit von daheim arbeite, erledigt auch Lucas nun seine Schulaufgaben per Online-Kommunikation mit der Schule, auch wenn das System im Moment regelmäßig unter der Last der Zugriffe zusammenbricht. Wie es bei Susi mit der Physiotherapiepraxis weiter geht, ist noch unklar. Vermutlich wird diese aber aufbleiben.

Haben wir Angst? Nein. Aber wir sind durchaus besorgt, wo sich das alles hin entwickelt.

Wir werden uns jedenfalls brav und verantwortlich an Anweisungen seitens der Behörden halten. Auf Hygienemaßnahmen achten wir noch mehr als sonst auch. Außerdem versuchen wir unser positives Denken zu erhalten und nicht allzu sehr von den Nachrichten um uns herum beeinflussen zu lassen. Ja, die Lage ist ernst. Ja, Corona ist eine Pandemie, die ernsthafte Auswirkungen mit sich bringt und an der viele Menschen sterben werden. Trotzdem ist es für mich noch immer nicht etwas so Tödliches wie Ebola oder die Pest. Selbst wenn die weltweiten Todeszahlen von aktuell rund 8.000 Toten verzehnfachen werden oder im schlimmsten Fall gar verhundertfachen – auch das sollte man versuchen, nüchtern zu betrachten.

Mal so in den Raum geworfen: Allein in Afrika sterben jedes Jahr Millionen Kinder an Folgen von Hunger und Krankheiten. In Deutschland gibt es jedes Jahr mehr als 100.000 Tote aufgrund aktiven oder passiven Rauchens. Und um das mal mit genauen Zahlen zu belegen: Laut WHO (Stand 16.03.2020) sterben weltweit JEDEN TAG ca. 3.000 Menschen an Tuberkolose, 2.400 an Hepathitis B, 2.200 an HIV / Aids, 2.000 an Malaria, 1.000 an Grippe, 500 am Norovirus – aber aktuell gerade mal 90 am Coronavirus. Nur um das mal richtig einzuordnen.

Ich will den Ernst der Lage in Zeiten von Corona damit nicht klein reden, aber ich will versuchen, mir einen objektiven Blick zu erhalten.

Ja, Corona ist eine ernste Sache, in deren noch nicht abzuschätzenden Folgen (bspw. hinsichtlich wirtschaftlicher Entwicklungen) sich unser aller Leben ändern kann und vielleicht wird – aber es ist auch nicht das Ende der Welt oder die ultimative Katastrophe.

Der Klimawandel, Kriege, Diktatoren und Menschen wie Trump machen mir weiterhin weitaus mehr Sorgen, auch wenn wir durch Corona natürlich viel unmittelbarer betroffen sind und jedes einzelne Schicksal tragisch ist. Und ja, natürlich werden die Corona Toten weiter steigen – aber mein Vertrauen in Medizin, Wissenschaft und Forschung ist durchaus groß und aktuelle Entwicklungen zeigen, dass bereits gute Ansätze zur Bekämpfung, für Impf- und Heilstoffe vorhanden sind.

Sehr faszinierend finde ich übrigens, dass gerade ein Buch in den Social Media rumgeht (“The Eyes of Darkness”), das 1981 erschienen ist und dessen Story sich um ein Killer Virus dreht, dass im Jahr 2020 in der Region Wuhan in China ausbricht! Schon krass. Ich glaube, das muss ich jetzt mal lesen. Hintergrund könnte tatsächlich ein schon damals existierendes Bio-Labor in der Region sein. Und auch heute gibt es durchaus Hinweise dafür, dass das Virus nicht natürlich entstanden ist, sondern eine (künstliche) Weiterentwicklung des ursprünglichen SARS Virus ist – durch wen und aus welchem Grund auch immer.

Übrigens, auch Nostradamus wird eine Voraussage für 2020 zugeschrieben, in der von einem Virus, das in Europa im Jahr 2020 wüten wird, die Rede ist, das aber nicht ursprünglich aus Europa stammt. Diese Interpretation war übrigens schon 2019 auf vielen Webseiten zu lesen. Verrückt, oder? Ich finde so etwas ja durchaus spannend, auch wenn ich solche Dinge natürlich einzusortieren weiß. Auch ist natürlich nicht klar, was Ursache und was Wirkung ist.

Aber egal, woher das Virus nun stammt und wie es auch weitergehen mag –  bleibt gesund und positiv. Handelt verantwortlich und nehmt Corona nicht auf die leichte Schulter. Folgt den Behörden und deren Anweisungen. Aber behaltet gleichzeitig auch einen kühlen Kopf und macht euch bewusst, die Welt dreht sich weiter. Corona wird in der Zukunft der Menschen sicher nicht die einzige Herausforderung bleiben.

An der Stelle möchte ich auch nochmal kurz auf das Flüchtlingsdrama, an der Grenze zwischen Türkei und Griechenland hinweisen, das aktuell völlig vergessen zu werden scheint. Diese Menschen haben bereits alles verloren. Vor Corona wird sie niemand schützen. Und aktuell werden sie von Erdogan als Hebel, um Europa zu erpressen missbraucht. Versetze dich mal in die Lage dieser Menschen. Das ist ebenfalls eine wirkliche Katastrophe!

Ach ja, und an alle Fußball Ultras – wenn ihr nochmal mittels Plakaten gegen Dietmar Hopp hetzt, denkt vielleicht mal dran zurück, wer den Verkauf von CureVac an die USA, namentlich Trump, verhindert hat. Die Firma forscht aktuell an einem vielversprechenden Impfstoff gegen Corona, den Trump exklusiv für die USA vereinnahmen wollte. Gut, dass es Menschen wie Dietmar Hopp in Deutschland gibt!

PS Diesen Beitrag werde ich im Laufe der Zeit sicher noch ähnlich einem Tagebuch ein wenig erweitern. Soviel aber einfach mal zum aktuellen Corona Stand in meinem Kopf.

Linksammlung

Auch für mich selbst noch eine kleine Linksammlung zum Thema:

Update 31.03.2020

Nun bin ich bereits in der 3. Woche Homeoffice und so langsam gewöhne ich mich an dieses “neue Arbeitsleben”. Ich habe mir von Anfang an angewöhnt, meine feste Struktur inklusive frühes Aufstehen beizubehalten. Entsprechend sitze ich genau wie zuvor auch bereits um 6 vor meinem Rechner daheim. Zwar kommen zwischenzeitlich noch kleine Familien-Pausen, Kochen, Hausaufgaben besprechen etc. dazu, aber im Großen und Ganzen ziehe ich meinen “Arbeitstag” wie auch zuvor durch.

Die Kaffeepausen mit Kollegen finden entsprechend nun virtuell statt. Aber dank Teams, Skype, Office 365 & Co. funktioniert das alles überraschend produktiv, kommunikativ & gut. Ich könnte mich durchaus daran gewöhnen, auch wenn Arbeiten daheim doch ein wenig stressiger ist als in der Firma – einfach, weil an eben nicht nur arbeitet.

Auch Lucas kommt mit seinen Schulaufgaben super durch, arbeitet vormittags konzentriert und genießt dann die freien Nachmittage. Allerdings fehlen ihm Freunde, Sport und das Bolzen auf dem Fußballplatz sehr. Aber ich fürchte, da muss er nun einfach – wie wir alle – durch. Zum Glück ist er bereits alt genug, das alles zu verstehen.

Bei Susi wurde es schon Mitte März direkt spannend – denn natürlich trat unmittelbar nach Ausrufen der eines “Betretungsverbot für öffentliche Orte” in Freiburg (de facto so etwas wie ein Lockdown light) der befürchtete Fall ein: Halsschmerzen und beginnender Husten. Und nun? Als erstes den Arbeitgeber informiert, schließlich ist die Arbeit als Physiotherapeutin kontakt-intensiv. Ihre Chefin hätte gern einen Corona-Test. Klar. Allerdings machte uns dabei unsere Hausärztin einen Strich durch diesen Wunsch. Da wir weder in einem Risiko-Gebiet waren, noch in Kontakt mit einem nachweislich an Corona Erkrankten standen, erfüllen wir schlicht die Kriterien für einen Corona Test nicht. Nun ja, also nur eine Krankschreibung und eine Selbst-Quarantäne. Auch ich hatte Husten, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Ob das nun Corona war oder ist, werden wir wohl nie erfahren – zumindest nicht, bis flächendeckend Immuntests zur Verfügung stehen.

Wir sind uns jedenfalls unserer Verantwortung bewusst und bleiben daheim!

#WirBleibenZuhause !

So findet unser Familien-, Schul- und Arbeitsleben also nun seit 2 Wochen komplett daheim statt. Auch aufs Einkaufen haben wir seitdem verzichtet. Zum Glück hatten wir rechtzeitig unsere Vorräte aufgestockt. Ich selbst habe durchaus Bedenken bezüglich meines leichten Asthmas – aber mit täglichen Salzwasser-Inhalationen und regelmäßiger Kortisonspray Einnahme (nutze ich die Jahre zuvor nur in Ausnahmefällen, wenns richtig heftig war), bin ich, denke ich, ganz gut vorbereitet.

Bundes- und weltweit stiegen und steigen die Zahlen der Infizierten und Todesfälle immer weiter, wobei in Deutschland das Verhältnis Tote zu Infizierte lange überraschend niedrig lag. Aber das ändert sich langsam. Besonders schlimm hat es Spanien, Italien und Frankreich erwischt. Richtig extrem wird es wohl in den USA werden, die das neue Epizentrum sind – kein Wunder bei dem Schlingerkurs, den Trump dort fährt. Diese Krise zeigt hervorragend, wie wenig dieser Mann zum Präsidenten geeignet ist. Das einzige, was für ihn zählt ist Wahlkampf. Alles andere ist nachrangig. Dass er der Krise nicht Herr ist zeigen gut all die dummen Äußerungen & Tweets, die er täglich von sich gibt sowie die Lage in New York. Aber das sammle ich ohnehin in einem separaten Artikel.

In Europa und speziell Deutschland empfinde ich das Krisenmanagement als sehr gut. Unsere Regierung hat eine klare Linie, versucht einheitliche Regelungen in allen Bundesländern durchzusetzen, die zudem angemessen, aber eben zugleich auch richtig und absolut notwendig sind, wenn wir unser Gesundheitssystem nicht kollabieren sehen wollen.

Der Alltag für viele besteht nun also aus Homeoffice, einem Kontaktverbot und die Vermeidung aller nicht notwendigen, sozialen Kontakte. Viele Geschäfte mussten schließen. Supermärkte, Apotheken, Postämter & Co. haben aber nach wie vor geöffnet.

An dieser Stelle mein herzlichstes und dickes DANKESCHÖN an alle Verkäuferinnen, Ärzte, Pfleger und all denen, die auch weiterhin unser System am Laufen halten!!! Ihr seid spitze!

Ich kann mich nur den vielen Aufrufen in den Social Media anschließen: Sie sind für uns da – wir alle sollten für sie zuhause bleiben!

Letztens war ich in der Post. Auch hier brav nur 2 Kunden in der Filiale und in der Warteschlange draußen wird ordentlich 2 Meter Abstand gehalten. Ähnliche Sicherheitsvorkehrungen gibt es auch bei anderen Geschäften, die noch geöffnet haben. Und das ist gut so. Im Supermarkt gibt es zwar immer noch kaum Toilettenpapier und so gut wie kein Mehl oder Hefe, trotzdem bekommt man das meiste und irgendwie finden sich Wege drum herum. Wir backen nun halt demnächst mit Pizzamehl. Passt ja auch perfekt zu unserem neuen Pizzaofen, dem wir so wohl auch nur Corona zu verdanken haben. Unser Herd macht nämlich die Grätsche, sprich der Ofen wird nicht mehr heiß genug. Perfekt in der aktuellen Situation. An Reparatur oder Austausch ist erstmal nicht zu denken, drum ersetzt nun ein mobiler Pizzaofen dieses Küchengerät.

Schon jetzt lese ich immer häufiger von Diskussionen, wie wir nun wieder zur Normalität zurückkehren. Dabei haben wir den Höhepunkt der Epidemie in Deutschland noch lange nicht erreicht. Die heftigen Zeiten kommen erst noch, fürchte ich. Aber gut, aus Sicht eines Unternehmers kann ich das verstehen. Viele stehen am Rande der Pleite oder sind es schon. Viele Unternehmen – auch große, werden definitiv ohne staatliche Hilfe nicht überleben. Touristiker sind aktuell aufgrund weltweiter Reisewarnungen quasi arbeitslos. Fluggesellschaften haben den Betrieb weitestgehend eingestellt. Von Restaurants ohne Lieferservice, normale, kleine Geschäfte etc. will ich gar nicht erst reden. Schlimm. 

Aber es gibt auch Lichtblicke. Viele Unternehmen werden kreativ. Lokale Bäcker liefern plötzlich nachhause, Destillen stellen Desinfektionsmittel her, produzierende Unternehmen drucken Plexiglas Barrieren etc. pp. Wie sagt man so schön, Not macht erfinderisch. Und für viele Unternehmen ist das aktuell überlebenswichtig. Die Kreativsten werden diese Phase, die (meiner persönlichen Meinung nach) im Juni/Juli langsam enden wird, überstehen – zumindest hier in Deutschland. In Asien sind diese Tendenzen bereits deutlich zu erkennen. Für die USA, Afrika und Südamerika wird es allerdings vermutlich deutlich länger dauern und katastrophaler enden. Wir werden sehen.

Ich versuche mir nach wie vor einen objektiven Blick zu erhalten. So schlimm das alles klingt – nach wie vor ist auch der mediale Dauerbeschuss mitverantwortlich für die negative Stimmung. Aktuell sind es weltweit 40.000 Tote – eine furchtbare, aber relativ noch immer keine katastrophale Zahl, wenngleich ich vermute, die Zahl wird sich locker noch verzehnfachen oder mehr. Wir werden sehen.

Ich denke, es ist wichtig positiv zu bleiben. Ich schaue nur noch einmal täglich die Nachrichten und vermeide es, ständig News-Seiten zu lesen oder die Karte des JHU zu verfolgen. Damit geht es mir seit einiger Zeit deutlich besser als zuvor! Verdrängung kann durchaus ein positiver Schutzreflex sein. Ich nehme davon jedenfalls ein Stück weit Gebrauch, ohne das Thema natürlich zu ignorieren oder leicht zu nehmen. Aber das alles sind Dinge, die ich ohnehin nicht ändern kann. Ich kann damit nur bestmöglich umgehen. Und Dinge positiv zu sehen, gehört für mich dazu. Mehr Zeit für Hobbys. Für Familie. Zum Lesen. Und selbst für unsere Gesellschaft als solches sehe ich viele positive Dinge, die sich aktuell entwickeln.

Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft, Verantwortung gegenüber anderen sind nur einige der Dinge, von denen ich glaube, dass sie diese schwere Zeit überdauern werden. Ich denke, die Menschen werden künftig anders reisen, handeln und miteinander umgehen. Zukunftstechnologien, die Arbeit der Zukunft, Flexibilität seitens Arbeitnehmer und Arbeitgeber, IT-Infrastrukturen und die Handhabung der medizinischen Grundversorgung werden sich deutlich verbessern.

Und so wird auch diese Krise, so schlimm sie ist, positive Entwicklungen in der Zukunft nach sich ziehen!

… to be continued

Dir gefällt dieser Artikel oder du hast Anregungen?
Dann freue ich mich über deinen Kommentar und ein Teilen des Artikels.

Dir gefällt Erkunde die Welt?
Dann freue ich mich über deine Unterstützung oder eine Kooperation.

Die Themenschwerpunkte meines Blogs sind:
Reisen | Fotografieren | Schwarzwald | Weltreise 24 |

Folge mir und meinem Blog auf:
Facebook | Instagram | Feedly |
| Pinterest | Twitter | Flipboard |
TripadvisorBloglovin | RSS |

Erkunde die Welt Logo