In der Finanzlektion der Woche erkläre ich dir, was der Average True Range Indikator ist und wie du diesen für dein Trading nutzen kannst. Außerdem werfe ich einen Blick zurück auf die Kalenderwochen 43-44 / 2019, verrate dir, was sich in meinem Depot getan hat und welche Entwicklung ich für den Aktienmarkt und den Goldmarkt für die kommende Woche sehe.

Finanzlektion der Woche – Average True Range

ATR steht für Average True Range. Dieser technische Indikator wurde 1978 von Welles Wilder erfunden, um Schwankungen an Termin- und Rohstoffmärkten über einen bestimmten Zeitraum aufzuzeigen. Das Besondere im Vergleich zu ähnlichen Indikatoren zu dieser Zeit – der ATR bezieht auch Gaps im tagübergreifenden Handel mit ein.

Die True Range ist dabei der maximale Abstand zwischen Schlusskurs (S) der vorherigen Kerze und dem Tageshoch (H) bzw. dem Tagestief (T) (ja nachdem welcher Abstand größer ist) der aktuellen Kerze bzw. die Differenz des Hochs und des Tiefs der aktuellen Kerze (die größere Differenz gewinnt).

True Range = Max( (H-T), (H-S), (S-T) )

Um daraus nun den ATR, also den Average True Range zu berechnen, wird der Durchschnitt der True Range Werte der letzten x Tage gebildet.

Average True Range (x) = Summe der True Ranges der letzten x Perioden / x

Diese Anzahl x der Kerzen wird in Klammern entsprechend angegeben. Sprich, der ATR(14) ist der Durchschnitt der True Range Werte berechnet über die letzten 14 Kerzen. Tatsächlich ist 14 in der Regel auch die Standardeinstellung bei Nutzung dieses technischen Indikators.

Im Grunde zeigt der ATR die Volatilität eines entsprechenden Marktes an. Je höher der Wert, desto volatiler der Markt. Aus diesem Grund kann der ATR auch zur Bestimmung der Stärke eines Trends genutzt werden. Im Allgemeinen sinkt die Volatilität je länger ein Trend andauert. Dementsprechend kann ein im Laufe der Zeit sinkender ATR, der dann bei einem Kurswechsel wieder stark ansteigt auf einen Trendwechsel hindeuten. In meinen Augen ist der ATR diesbezüglich aber nur ein schwacher Indikator. Es gibt bessere, um die Stärke eines Trends zu identifizieren.

atr-average-true-range-indikator-chart-1

Sehr gut dagegen kann man den ATR beim Setzen von Stopps verwenden. Geht man davon aus, dass der ATR die übliche Schwankungsbreite eines Marktes darstellt, so macht es Sinn, Stopps außerhalb dieser Schwankungsbreite zu setzen, um nicht unnötig durch bloßes Rauschen aus einer Position geworfen zu werden.

Trader setzen SL daher gern auf Basis des einfachen, zweifachen oder dreifachen ATRs. Je volatiler der Markt im Laufe der Zeit wird (oder je weniger volatil) desto größer (geringer) der SL Abstand, im Falle der Verwendung als Trailingstops.

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Ferner kann der ATR auch beim Risiko & Moneymanagements genutzt werden, um das Risiko bzw. die Positionsgröße zu bestimmen, der die aktuelle Volatilität entsprechend berücksichtigt. Berühmt wurde diese Verwendung vor allem durch die Turtle Trader, bei denen der ATR ein wesentlicher Bestandteil ihrer Trading Strategie war. Je geringer der ATR eines Marktes war, desto größer konnte die gehandelte Position sein, um das Risiko über jeden gehandelten Markt hinweg konstant zu halten.

Ich selbst beziehe den ATR(14) bei der Berechnung meiner Stop Loss-Marken im Trading ein und habe damit gute Erfahrungen gesammelt.

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Die Börsenwoche im Rückblick

Chartanalyse Dow Jones

Wieder hat der Dow Jones die eingeleitete Abwärtsbewegung schneller aufgeholt, als gedacht. Wieder hat er sich für einen weiteren Anlauf an die Oberkante der langfristigen, schräg laufenden Widerstandslinie entschieden. Der Schlusskurs der Vorwoche liegt dabei fast exakt auf dem Hoch im Juli, was durchaus als Warnzeichen zu verstehen ist. Da jedoch steigende Volumina den letzten Anstieg begleitet haben und die Vorwoche eine schöne prägnante Trendkerze produziert hat, scheint mindestens ein Anlauf an eben jene Widerstandslinie sehr wahrscheinlich.

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Im Tageschart zeigt eine Reihe gemischter Kerzen ein durchwachsenes Bild, die sich aber immerhin in einem kleinen Aufwärtstrend nach oben bewegen zu scheinen. Die letzte, starke Trendkerze vom Freitag schloss exakte am Widerstand bei rund 27.350 Punkten. Erst ein Schlusskurs oberhalb von 27.500 Punkten wäre ein deutlich positives Zeichen – so er denn nicht sogleich wieder durch eine Umkehrformation negiert würde.

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Chartanalyse Gold

Der Wochenchart von Gold scheint einen Ausbruch aus der Konsolidierung anzudeuten. Nachhaltig ist dieser aber noch nicht. Die kleine positive Trendkerze der KW 43 bildet mit den beiden Kerzen der Vorwochen andeutungsweise einen Morning Star. Der Hammer aus KW 44 konnte ein baerisches Engulfing gerade noch abwehren. Ein deutliches Warnzeichen sind die fallenden Volumina der letzten 3 positiven Wochenkerzen. Ein Ausbruch sollte von steigenden Volumen begleitet werden. Was nicht ist, kann zwar noch werden – im Moment jedoch steht die Börsenampel noch auf Gelb.

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Im Tageschart scheint sich ein Dreieck auszubilden, von dessen Unterkante Gold vor 3 Tagen nach oben abprallte. Ein Ausbruch aus der abwärtsgerichteten Flagge ist jedoch noch nicht erfolgt. Hierzu hätte es am Freitag einer starken Trendkerze bedurft. Stattdessen entstand ein Hanging Man, der gut und gern eine weitere Abwärtsbewegung einzuleiten vermag.

Schon in der Vorwoche erfolgte ein erster Ausbruchsversuch aus der Konsolidierung, der jedoch noch im Tagesverlauf von den Bären verhindert werden konnte – zu erkennen am deutlichen Shooting Star mit seinem langen Schweif. Doch obwohl dieser mit den Nachbarkerzen sogar einen Evening Star bildete, brach Gold nicht ein. Das ist zugleich ein schönes Beispiel für fehlerhafte Signale innerhalb einer Seitwärtskonsolidierung, wo solche Formationen immer mit Vorsicht zu genießen sind.

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Trendbarometer

Langfristig Mittelfristig Kurzfristig
Dow Jones
Gold

 

Depotänderungen

Im Depot gab es keine Änderungen. Leichte Gewinne bei den Edelmetall-Zertifkaten wiegen leichte Verluste im CFD Konto auf.

Mein Tradingkonto gab im Zuge der fortschreitenden Konsolidierung bei Gold und im Aktienmarkt weiter nach. Ich bin aber zuversichtlich, dass ich diesen Rückgang wieder aufholen werde.

Eine Analyse der letzten 10 Wochen zeigt mir positive Erwartungswerte bei den Edelmetallen und den Aktien. Bei den Währungen hingegen  habe ich Verluste zu verbuchen – mehr, als durch die Gewinne in den anderen Märkten ausgeglichen hätten werden können. Ergo fahre ich ab sofort die Positionsgrößen bei den Währungen deutlich herunter, bis  ich meine Strategie auch an die Forexmärkte besser angepasst habe. Im Moment geht mein Handelsplan dort leider noch nicht auf.

Ein Grund dafür könnte sein, dass es am Währungsmarkt deutlich mehr und deutlich größere Akteure auch im Intradayhandel gibt, die dafür sorgen, dass die Hochs und Tiefs innerhalb der kurz laufenden Trends zu sehr überschneiden. Das verträgt sich schlecht mit meinem trendfolgenden Ansatz. Bei den Edelmetallen und im Aktienmärkt verlaufen die einzelnen Trendphasen steiler, was besser mit meiner Strategie zusammen spielt.

Aber ich habe schon Ideen, wie ich meine Strategie im Forexhandel besser anpassen kann. Bis ich das geschafft habe, engagiere ich mich jedoch stärker in den beiden anderen Segmenten.

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Börsenausblick auf die kommende Woche

Sowohl Gold als auch der Dow Jones stehen mal wieder in der Nähe wichtiger Widerstandsmarken. Ausbrüche sind zu beiden Seiten möglich. Eine Prognose finde ich schwierig. Langfristig sehe ich beide Märkte weiter steigen. Kurzfristig kommt es in beiden Märkten darauf an, ob aus den aktuellen Konsolidierungen ausgebrochen werden kann oder nicht.

Müsste ich einen Tipp abgeben so würde ich es am wahrscheinlichsten halten, dass der Dow Jones zunächst mindestens bis an die Oberkante der trompetenartigen Formation läuft. Das hieße potentiell steigende Kurse in den nächsten Tagen. Danach, vermute ich, wird es erst einmal wieder abwärts gehen.

Bei Gold dagegen halte ich trotz der genannten Warnzeichen eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung für wahrscheinlich. Allerdings hat mich mein Gefühl in letzter Zeit oft getrogen. Sowohl bei Silber, als auch bei Gold sehen die kurzfristigen Aufwärtstrends noch relativ flach aus. Sie könnten sich also auch als Konsolidierung der übergeordneten, mittelfristigen Abwärtsbewegung herausstellen. Es heißt also wachsam bleiben und aufmerksam das handeln, was der Markt vorgibt. Bis zur potentiellen Jahresendralley ist noch viel Zeit. Gut möglich, dass zunächst noch einige Bullen ausgesiebt werden müssen, bevor es wirklich weiter aufwärts geht.

 

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