In der Finanzlektion der Woche erkläre ich dir die trendbestätigende Chartformation Flagge. Außerdem werfe ich einen Blick zurück auf die Kalenderwoche 34 / 2019, verrate dir, was sich in meinem Depot getan hat und welche Entwicklung ich für den Aktienmarkt und den Goldmarkt für die kommende Woche sehe.

Finanzlektion der Woche – Chartformation Flagge

Die Flagge gehört zu den trendbestätigenden Chartformationen. Sie ist gekennzeichnet durch zwei parallel verlaufende Begrenzungslinien. In der Regel sollte die Flagge einen Neigungswinkel entgegen dem aktuellen Trendverlauf haben. Die Größe des Neigungswinkels spielt keine wirkliche Rolle. Aus ihm lassen sich auch keine klaren Rückschlüsse auf den weiteren Chartverlauf ziehen.

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Wie in den meisten Konsolidierungen entwickelt sich das Volumen idealtypischer Weise eher rückläufig, steigt nach Ausbruch aus der Formation aber wieder deutlich an.

Vom Zeitrahmen her zählt die Flagge eher zu den kürzeren Konsolidierungen. Im Tageschart reden wir hier von etwa 1-3 Wochen.

Einen Rücklauf an die Flagge sollte nach einem Ausbruch nicht abgewartet werden. Er findet eher selten statt. Stattdessen sollte nach einem Ausbruch sofort eine Position eröffnet werden, der sich jedoch durch einen Schlusskurs außerhalb der Formation bestätigen sollte. Der Stop-Loss kann dann beispielsweise auf den tiefsten bzw. den höchsten Punkt der Flagge entgegen der Ausbruchsrichtung gesetzt werden.

Eine Flagge tritt häufig in einem starken Trend nach deutlichem Anstieg auf. Dieser Anstieg wird oft auch als Flaggenmast bezeichnet.

Als reales Beispiel einer Flagge findest du nachfolgend einen Dax-Chart aus diesem Jahr:

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Die Börsenwoche im Rückblick

Chartanalyse Dow Jones

Der Dow Jones hat sich bis Donnerstag letzter Woche gut gehalten, aber dank eines heftigen Einbruchs am Freitag entstand auf Wochenbasis eine negative Trendkerze, die jedoch nicht die Tiefs der Vorwoche durchbrochen hat. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. De facto ist die letzte Wochenkerze eine Innenkerze, die jedoch recht negativ wirkt. Ein Blick auf das Volumen zeigt jedoch fallende Volumina – ein Hoffnungsschimmer für die Bullen.

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Im Tageschart fallen an den ersten 3 Tagen der Woche bereits die Lunten auf der Oberseite auf. Am Donnerstag entstand dann sogar ein Doji, der bereis Unheil angedeutet hat. Nach Zollerhöhungen seitens China am Freitag plus vom Markt sehr negativ interpretierten Tweets des amerikanischen Präsidenten ging es dann mit hohem Volumen am Freitag abwärts. So können die letzten 3 Tage gar als Evening Star interpretiert werden, wenngleich die erste Kerze kleiner als üblich ausfällt. Noch bewegt sich der Dow Jones in einer fallenden Flagge. Ein möglicher Ausbruch nach Süden am Montag könnte jedoch einen stärkeren Abwärtsimpuls auslösen.

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Chartanalyse Gold

Auch Gold bildete in der Vorwoche eine Innenkerze – allerdings im Gegensatz zum Dow Jones mit positivem Kerzenkörper. Im Wochenchart wird deutlich, dass sich Gold weiterhin in einem steilen Aufwärtstrend bewegt, wenngleich das Volumen seit 3 Wochen fallend ausfällt – ein Warnzeichen.

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Auf Tagesbasis wird eine fortgesetzte Konsolidierung ersichtlich, die am Freitag aber mit einer deutlich positiven Trendkerze beendet wurde. Schlusskurse über 1.540 USD würden wohl auf weiter steigende Kurse deuten. Aber auch ein Rückgang im Rahmen des Aufwärtstrends, dessen untere Begrenzungslinie aktuell bei 1.450 USD verläuft, wäre gesund und kein Grund zur Beunruhigung.

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Trendbarometer

Langfristig Mittelfristig Kurzfristig
Dow Jones
Gold

 

Depotänderungen

Vor allem dank der Kursentwicklungen am Freitag (Einbruch Dow / Anstieg Gold) konnte mein Depotvolumen in dieser Woche weiter zulegen. Auch die erste Tradingwoche mit CFDs schließe ich mit einem Plus von 2,1% positiv ab. Im Moment sehe ich ansonsten keinen weiteren Handlungsbedarf. Ich gehe weiter von langfristig steigenden Gold- und Silberkursen aus.

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Börsenausblick auf die kommende Woche

Der Dow Jones hat in meinen Augen am Freitag den Grundstein für eine weiteren Rückgang gelegt. Mich würden deutlich fallende Kurse nicht verwundern. Im Moment scheint Trump durch Forcierung des Handelskrieges mit China alles für weiter fallende Kurse zu tun – wenngleich ich vermute, seine wahre Absicht ist es, die Notenbank zu Zinssenkungen zu zwingen. Letztere hat sich in der Vorwoche aber klar geäußert, sich nicht beeinflussen zu lassen und auch noch nicht in  einem Zinssenkungszyklus zu sein. Aber genau diese politische Lage macht eine Prognose so schwierig. Denn vor allem Trump und seine Vorliebe zu Twitter sind unberechenbar. Sollte die Notenbank überraschend eine Zinssenkung außerhalb des regelmäßigen Turnus verkünden,  sind jederzeit stark steigende Kurse möglich.

Charttechnisch gesehen, sieht mir aber alles nach einer düsteren nächsten Woche für den Aktienmarkt aus.

Darauf resultierend sieht das Bild für Gold entsprechend positiv aus. Trump hat sich schon häufig für einen schwachen Dollar ausgesprochen, wovon Gold natürlich profitiert. Trotz einiger Schwächeanzeichen glaube ich an eine gute Woche für Gold. Sollte es im Dow Jones gar zum Ausverkauf kommen, dürfte Gold davon als erstes profitieren. Auch charttechnisch bewegt sich Gold weiterhin in einem klaren Aufwärtstrend.

 

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