In der Finanzlektion der Woche erkläre ich dir das Harami Pattern, ein weiteres Candlestick Umkehrmuster. Außerdem werfe ich einen Blick zurück auf die Kalenderwoche 21 / 2019, verrate dir, was sich in meinem Depot getan hat und welche Entwicklung ich für den Aktienmarkt und den Goldmarkt für die kommende Woche sehe.

Finanzlektion der Woche – Harami Pattern

Das Harami ist dem in der letzten Woche vorgestellten Engulfing Pattern sehr ähnlich. Auch dieses Candlestick Pattern besteht aus 2 Kerzen. In diesem Fall jedoch besitzt die erste Kerze einen deutlichen, langen Kerzenkörper. Der Körper der zweiten Kerze ist dagegen klein und wird vom Körper der großen Kerze umschlossen – also quasi ein “umgekehrtes Engulfing Pattern”.

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Wenngleich es oft der Fall ist, braucht die zweite Kerze dabei nicht von entgegengesetzter Farbe (Richtung) im Vergleich zur ersten sein. Das japanische Wort “Harami” bedeutet übrigens so viel wie “schwanger”, was das Muster sehr bildlich verdeutlicht. Die erste Kerze ist die Mutter, die zweite das Kind.

Die erste Kerze zeigt klar, dass eines der beiden Lager – Bullen bzw. Bären – klar die Oberhand hat. Aber schon in der zweiten Handelsperiode stellt sich ein Gleichgewicht zwischen Bullen und Bären ein, was auf eine mögliche Trendumkehr deutet. Die Schatten der zweiten Kerze sind dabei unerheblich – es kommt vor allem auf die Kerzenkörper an. Das Volumen der zweiten Kerze sollte im Idealfall höher sein, als das der ersten Kerze.

Ein Harami muss jedoch keine Trendumkehr andeuten. Ebenso gut kann es als Fortsetzungsformation wirken. Es gilt also, genau die Ausbruchsrichtung zu beobachten. In Seitwärtsbewegungen ist die Aussagekraft allerdings eher gering.

Was ist ein Harami Cross?

Besteht die zweite Kerze aus einem Doji, also einer Kerze mit nahezu identischem Eröffnungs- und Schlusskurs, so verstärkt sich die Aussagekraft des Haramis. In dieser Form gehört es zu den wichtigsten Umkehrsignalen – insofern es am Ende einer Abwärts- oder Aufwärtsbewegung auftritt.

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Wie handelt man ein Harami?

Während manch einer bereits zum Eröffnungskurs der auf das Harami folgenden Kerze in zuletzt eingeschlagener Trendrichtung kauft, empfehle ich den Einstieg per Stop Buy, sobald der Kurs aus dem durch die zweite Kerze definierten Korridor ausbricht. Im Fall eines bullischen Harami am Ende eines Abwärtskurses also über dem Höchstkurs der zweiten Kerze und im Fall eines bärischen Haramis unter dem Tiefkurs der zweiten Kerze.

Den Stop Loss legst du beim bullischen Harami unter den Tiefkurs der Kind Kerzen und beim bärischen Harami entsprechend umgekehrt über den höchsten Kurs der zweiten Kerze.

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Das Harami gehört zu den weniger bekannten genutzten Candlestick Mustern, lässt sich aber vor allem als Harami Cross sehr schön als Umkehrsignal handeln. Wie immer gehört das Stop Loss Setzen und ein aufmerksamer Blick auf das Volumen, das bei der zweiten Kerze höher liegen sollte, dazu.

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Die Börsenwoche im Rückblick

Chartanalyse Dow Jones

Im Down Jones bildete sich im Wochenverlauf eine Kerze mit langen Schatten und kleinem, negativen Kerzenkörper. Diese Unsicherheit ausdrückende Kerze bildet mit der Kerze der Vorwoche ein Harami, das sowohl als Fortsetzungs- als auch Umkehrpattern wirken kann. Der Blick aufs Volumen deutet auf ersteres.

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Im Tageschart sehen wir mehrere kleine Kerzen – allesamt keine klaren Trendkerzen. Die Tageskerzen von Donnerstag und Freitag bilden zusammen ebenfalls ein Harami, das sowohl eine Fortsetzung der Erholung, als auch eine Umkehr ankündigen könnte. Die beiden kleinen Kerzen von Dienstag und Mittwoch bilden zusammen übrigens eine kleine Insel, denn sowohl vor der Eröffnung am Dienstag als auch am Donnerstag entstanden klare Gaps.

Ich habe in folgenden Chart außerdem mal die Fibonacci Retracements der gesamten vorherigen Aufwärtsbewegung eingezeichnet. Daran sieht man schön, dass es da noch einiges an Luft nach unten gibt, bis zu einem der üblichen Ausmaße einer korrektiven Bewegung.

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Der Dow Jones steckt nun definitiv in einer Korrektur. Ob diese aber auch hohem Niveau seitwärts führt oder es weiter abwärts geht, wird sich zeigen.

Chartanalyse Gold

Irgendwie hab ich ja gerade ein Déjà-vu. Erneut hat Gold durchaus überraschend wieder nach Norden gedreht. Auf Wochensicht bildete sich eine positive Kerze, deren Kerzenkörper wie schon die Wochen zuvor vollständig innerhalb der Schiebezone liegt. Erst ein Ausbruch auf Wochenschlusskursbasis außerhalb dieser Schiebezone wird ein klares Bild abgeben.

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Auf Tagesbasis ist zu sehen, wie Gold knapp unterhalb von 1.270 USD zum dritten Mal in den letzten 4 Wochen nach Norden gedreht ist – ein Hoffnungsschimmer, denn das könnte man auch als Dreifachboden interpretieren. Zudem hat die kleine Kerze am Freitag wieder knapp oberhalb des Keils geschlossen. Die Trendkerze des Vortages konnte jedoch nicht auf Tageshoch schließen – ein Wermutstropfen. Die Kuh ist also nach wie vor nicht vom Eis. Das Volumen dagegen deutet durchaus auf eine nachhaltige Erholung hin, denn das Volumen fiel in der Abwärtsbewegung und stieg merklich an den beiden letzten , steigenden Handelstagen an – was wiederum ein positives Zeichen ist.

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Ein Tagesschlusskurs am Montag oberhalb von 1.290 USD würde das Bild weiter aufhellen. Ein Rückfall in den Keil negiert das Chartbild wieder.

 

Trendbarometer

LangfristigMittelfristigKurzfristig
Dow Jones
Gold

 

Depotänderungen

Direkt am Anfang der Woche habe ich mich noch vor Börseneröffnung in den USA entschieden, meine Position auf den Nasdaq mit einem Short Zertifikat abzusichern. Die Anzeichen für fallende Kurse sind einfach zu groß. Allerdings möchte ich auch nicht – womöglich unnötig – meine Position im NDX Zertifikat verkaufen. Daher erneut die Absicherung über das Short Zertifikat. Mit einem Heben von 4 setze ich damit auf fallende Kurse. Fällt der Aktienmarkt, so schmelzen zwar meine Buchgewinne im NDX Zertifikat, gleichzeitig laufen aber Gewinne im Short Zertifikat auf und umgekehrt.

Die Idee dahinter – ich rechne mit fallenden Kursen und möchte das Zertifikat mit deutlichem Gewinn auf niedrigerem Niveau verkaufen. Diese Gewinne investiere ich dann wieder in das NDX Zertifikat, mit welchem ich die hoffentlich nur vorübergehenden Kurse einfach aussitze. Solange die Kurse fallen wirkt sich das quasi mit +/- Null aufs Depot aus.

Steigt der Aktienmarkt wider Erwarten plötzlich weiter an – was ich für unwahrscheinlich halte, dann gleichen die Gewinne im NDX Zertifikat ebenfalls die Verluste im Short Zertifikat aus. Sollte sich zeigen, dass die Korrektur klar zu Ende ist, dann verkaufe ich das Zertifikat einfach mit Verlust und profitiere ab diesem Zeitpunkt wieder von steigenden Kursen.

Warum glaube ich an fallende Kurse:

Letztlich war es der Blick aufs Volumen im Tageschart des Dow Jones für mich ausschlaggebend:

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Im Laufe der Abwärtsbewegung seit Anfang Mai zeigen alle Tage mit fallenden Kursen höhere Volumina als die Tage mit steigenden Kursen. Außerdem stieg das Volumen tendenziell im Laufe der Abwärtsbewegung an, während es in der Erholung Mitte Mai fiel – ein klares Anzeichen eines abwärtsgerichteten Trends. Ich gehe daher von einem weiteren Abwärtsimpuls aus, der vermutlich bereits Mitte letzter Woche begonnen hat.

Entsprechend sind bereits knapp 10% im Short Zertifikat angelaufen, während der NDX selbst und das Zertifikat darauf, im Kurs fielen. Da gleichzeitig Gold leicht zulegen konnte, stieg das Depotvolumen im Vergleich zur Vorwoche um knapp 1 % an.

Folgende Transaktion habe ich am 19.05.2019 durchgeführt:

  • Kauf 120 Stück DE000CJ5QYJ2 zu 16,78 Euro im Wert von 2.013,60 Euro.

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Börsenausblick auf die kommende Woche

Der Dow Jones wird meiner Meinung nach mittelfristig weiter fallen – egal, ob es kurzfristig noch einmal ein wenig nach oben gehen sollte, oder nicht. Ich sehe einen sich klar und sauber entwickelnden Abwärtstrend, deren erster Impuls bei 25.200 Punkten endete. Aktuell befinden wir uns in der ersten Korrekturwelle, die potenziell aber schon bei knapp unter 26.000 geendet haben könnte. Die nächste Abwärtswelle sollte idealerweise bis in den Bereich von 24.200 Punkten führen.

Gold klebt noch immer in der Schiebezone, konnte aber kurzfristig deutlich fallende Kurse abwenden. Die Chancen, dass es nach dem ersten Aufwärtsimpuls in der letzten Woche weiter aufwärts geht, sehe ich bei 50%. Schaue ich mir an, wie sich Gold in den letzten Wochen verhalten hat und ziehe in Betracht, dass der Markt meist den Weg des größten Schmerzes geht, dann rechne ich noch ein weiteres Mal mit leicht nachgebenden Kursen. Der Wochenschlusskurs könnte und sollte bei ca. 1.275 USD oder drüber landen.

Sollte Gold dagegen den begonnenden Aufwärtsimpuls weiter fortführen, dann würde ein Tagesschlusskurs über 1.300 USD die Börsenampeln für die Edelmetalle wieder auf Grün schalten..

 

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