Im April-Überblick berichte ich dir von meinen Ergebnissen im CFD-Handel & Trading der letzten Wochen, zeige dir meine Analysen und Schlussfolgerungen und stelle dir meine aktuellen Chartanalysen zum Dow Jones und Gold vor.

Chartanalyse Dow Jones

Nach dem heftigen Corona-Crash im März konnte der Dow Jones sich im April deutlich erholen. Aktuell steht er in etwa auf Höhe des 50er Retracements der rund viertzigprozentigen Abwärtsbewegung zuvor. In der letzten Aprilwoche zeigt sich jedoch ein Shooting Star, der das Ende der Aufwärtsbewegung einleiten könnte. Das wiederum könnte eine zweite Abwärtswelle einleiten, von der jedoch noch völlig unklar ist, ob sie die vorherige Aufwärtsbewegung nur korrigiert (Beginn eines neuen Aufwärtstrends?) oder ob sie auf neue Tiefs führt und somit einen klaren Abwärtstrend etabliert.

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Im Tageschart zeigt ist ein Keil in der Aufwärtskorrektur zu erkennen, der am Freitag nach unten verlassen wurde. Sollte die EMA-20-Tageslinie nicht halten, wird es hier wohl in der nächsten Woche dynamisch abwärts gehen. Solange der Dow nicht über dem nächsten Retracement-Level bei ca. 25.300 Punkten schließt, gehe ich von einem etablierten Abwärtstrend aus, zumal der Dow sich weiterhin deutlich unterhalb der fallenden EMA-200-Tageslinie befindet.

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Ein Hoffnungsschimmer und zugleich das Fragezeichen in der Gleichung bildet der Nasdaq. Dieser konnte bereits mehr als 70% der Abwärtsbewegung wieder aufholen – ein durchaus bullisches Zeichen. Zwar steht auch hier nun wahrscheinlich eine Abwärtsbewegung ins Haus, diese könnte sich aber tatsächlich nur als Korrektur herausstellen.

Wie ist das zu erklären? Im Grunde ganz einfach. Die ganze Welt (sprich die Notenbanken aller Staaten) druckt gerade Geld wie verrückt. Es werden unbesicherte Kredite gewährt, faule Anleihen aufgekauft und mit aller Macht versucht, eine Weltwirtschaftskrise zu verhindern. Ob das gelingt? Wir werden sehen. Der Haupt-Profiteur davon sollte in jedem Fall Gold sein. Aber auch die Aktien könnten infolge anziehender Inflation absolut in den nächsten Jahren auf neue Höhen steigen – absolut wohl gemerkt. In der Realität – gemessen an Gold – könnte das trotzdem ein Werteverfall bedeuten.

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Chartanalyse Gold

Bei Gold möchte ich mit einem Langfristchart beginnen, der die gesamte Korrekturbewegung seit dem Allzeithoch im Jahr 2011 zeigt. Inzwischen sieht nicht nur der mittlere Teil wie eine große Untertasse aus, sondern die gesamte 9-jährige Bewegung!

Sollte hier der Deckel, der sich bei 1.800 USD oder am Allzeithoch definieren ließe, wegfliegen, dann könnte Gold auf Höhen explodieren, die sich aktuell kaum jemand vorstellen kann.

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Im Tageschart ist gut zu sehen, dass Gold nach dem überraschenden Einbruch im Zuge des Corona-Crashs bereits die komplette Abwärtsbewegung wieder aufgeholt hat und sogar auf neue Mehrjahres-Hochs gestiegen ist. Aktuell scheint Gold auf hohem Niveau zu konsolidieren. Ob wir das Tief der möglichen ABC-Korrektur bereits gesehen haben oder ob es noch einmal etwas tiefer geht, ist noch offen. Ich vermute, wir stehen bereits ganz am Anfang einer dritten Welle, die die Aufwärtsbewegung ab 1.450 USD vollenden könnte – vielleicht ja am Widerstand bei 1.800 USD, dem möglichen Deckel der riesigen Untertasse.

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Trade Statistik April 2020

Mit meinem Trading bin ich im April nicht zufrieden. Zwar konnte ich mein Payoff-Ratio leicht steigern, aber die Gewinnquote sank deutlich. Letzteres kommt allerdings nicht von ungefähr. Mir wird immer bewusster, dass meine Strategie mich zwar knapp über Wasser hält, aber auf Dauer auch nicht wirklich voran bringt, denn meine Equity Kurve verläuft zu flach.

Ich habe einen kleinen Prozentsatz an wirklich guten, gewinnbringenden Trades und einen großen Prozentsatz mit kleinen Verlust- und kleinen Gewinntrades. Vor allem bei den Gewinntrades hole ich meiner Analyse nach zu wenig heraus – und zwar nicht durch zu frühem Ausstieg, sondern vor allem durch zu spätem Einstieg, der meiner Ausbruchsstrategie geschuldet ist.

Ich versuche daher aktuell frühere Einstiege zu finden und mir dafür neue, klare Regeln aufzustellen. Sollte mir das gelingen, dann sollte auch der Outcome insgesamt besser aussehen.

Meine Verluste im April gehen vor allem auf 2-3 Trades in Gold zurück, die nicht gut waren. Allerdings ist das in einer Konsolidierungsphase durchaus nicht ungewöhnlich. Dazu kommt ein unglücklicher Trade im Nikkei, auf den ich gleich noch näher eingehen werde.

Mein Tradingkonto verlor unter dem Strich 4% im April. Ich habe seit Anfang des Jahres 240 Trades durchgeführt. Mit meinem Payoff-Ratio von 2,2 bin ich zufrieden, meine Trefferquote liegt mit 28% zu niedrig. Mein Tradingkonto liegt daher nun mit 6% im Minus. Meine Equity-Kurve verläuft flach.

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Hinweis: Meine Zahlen sind auf ein fiktives Depotvolumen von 10.000 € am Jahresbeginn normiert, so dass ich meine Tradingresultate auch über verschiedene Jahre hinweg immer gut vergleichen kann.

Trade des Monats – EURJPY

Mein bester Trade in diesem Monat war eine Position auf das Währungspaar Euro-Yen. Nach einer ersten Abwärtswelle, die ich ebenfalls schon gut mitgenommen hatte, wartete ich die Korrektur ab und stieg erneut mit einer Short Position ein, die ich dann mehr als 2 Wochen lang gehalten habe. Meine Positionsgröße war allerdings gering, da ich aktuell Währungen noch immer sehr vorsichtig handle, da ich letzten Jahr keine guten Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt hatte.

Gewinn: +102 €

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Flop des Monats – Nikkei

Mein Flop des Monats ist ein Trade auf dem Nikkei. In nur 4 Tagen wurde ich in der Position, in die ich per Ausbruch auf neue Hochs eingestiegen bin, wieder ausgestoppt – und das mit deutlichem Verlust. Mein Einstieg erfolgte in der Annahme, dass der Nikkei (wie die anderen Indizes auch) eine dritte Aufwärtswelle ausbilden sollte. Der Trade ist ein Musterbeispiel dafür, wie sich Börsenneulinge (und in dem Fall auch ich) ausnehmen lassen. Ein Fake-Ausbruch führt zum Einstieg genau am Start einer neuen Abwärtsbewegung. Ein Fake an der Unterseite der Seitwärtsbewegung schließlich führt zum schlechtmöglichsten Ausstieg. Was für ein furchtbarer Trade!

Wie hätte ich es besser machen können? Spätestens nachdem sich der Ausbruch als Fake herauskristallisiert hatte, hätte ich verkaufen müssen – auch wenn mein aktuelles Regelwerk das so nicht vorsieht. Dann wäre der Verlust nur halb so groß ausgefallen.

Ironischerweise setzte danach genau die Aufwärtswelle ein, die ich bereits zuvor erwartet hatte. Diese habe ich allerdings nicht mitgenommen aus einem ganz einfachen Grund: Der Nasdaq, der bisher immer Stärke gegenüber Dax, Dow und Nikkei zeigte, zog nicht mit. Das mahnte mich zur Vorsicht, dass die Welle nicht nachhaltig sein würde. Vielleicht war auch das ein Fehler, denn zumindest einen kleinen Gewinne hätte ich daraus generieren können.

Verlust: -160 €

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Begangene Fehler und Learnings

Fehler 1: Vorsicht bei bereits lang laufenden Trends

In Baumwolle habe ich nach bereits erfolgreichen Trades erneut einen Short Trade vorgenommen, der jedoch am Ende eines bereits recht reifen Trends in der übergeordneten Zeitebene stattfand.

Learning: Beachte die Länge eines übergeordneten, laufenden Trends. Länger laufende Trends sollten nur mit geringer Positionsgröße getradet werden – wenn überhaupt.

Lehrgeld: -35 €

Fehler 2: Runner-Positionen zu spät im Trend aufbauen

Um meine Gewinne zu maximieren, baue ich unter bestimmten Umständen Positionen auf, die ich – nachdem sie im Plus liegen – mit einem SL auf Einstand versehe, ohne auflaufende Gewinne zu sichern. Ziel ist es, nicht aus kleineren Korrekturen vorzeitig aus starken Trends geworfen zu werden.

Ich habe in 2 Trades im April auf Gold und dem NDX aber festgestellt, dass ich diese Runner (so bezeichne ich diese Positionen) erst nach der zweiten, kleinen Korrektur aufgebaut habe. Als dann der übergeordnete Trend viel später korrigierte, wurden diese Positionen mit +/- Null exakt am Tiefpunkt der Korrekturbewegung ausgestoppt. So ärgerlich – denn die Positionen lagen beide zuvor bereits weit im Plus.

Learning: Runner Positionen nur sehr früh in einem neuen übergeordneten Trend aufbauen, da die Gefahr besteht, dass sie sonst in einer späteren, großen Korrektur des übergeordneten Trends abgeräumt werden.

Lehrgeld: 0 €

Fehler 3: SL ungünstig in die Nähe wichtiger EMA-Linien legen

Bei einem eigentlich guten Trade auf Zucker wurde ich sehr knapp im Rahmen meiner Regeln ausgestoppt. Allerdings lag mein SL knapp über der wichtigen EMA-20-Tageslinie. Der Kurs setzte dann kurz nachdem ich ausgestoppt wurde, auf dieser Linie auf, drehte und lief dann weiter in der von mir getradeten Richtung. Ärgerlich.

Learning: Befindet sich die wichtige EMA-20 (oder ein ähnlich viel beachteter Durchschnitt) in der Nähe deines SL, dann setze diesen lieber etwas großzügiger unterhalb/oberhalb der EMA-Linie, um nicht ungünstig ausgestoppt zu werden.

Lehrgeld: -20 €

Fehler 4: Zu spät im Squeeze einsteigen

Nachdem ich einen korrekten Einstieg gemäß meinen Regeln verpasst habe, da ich zu dem Zeitpunkt nicht am PC war, bin ich in einem laufenden Squeeze dann doch noch eingestiegen, obwohl bereits 6 Balken gelaufen waren. Das war natürlich zu spät. Der Wert hat prompt kurze Zeit später wieder gedreht, so dass ich mit einem kleinen Verlust am Ende des Squeeze aus der Position herausgekommen bin.

Learning: Wenn du einen Squeeze tradest, dann steige nur innerhalb der ersten beiden Balken ein. Dem verpassten Einstieg nachzurennen bringt nur Verluste.

Lehrgeld: -20 €

Fehler 5:

Trade nicht das zweite Pferd im Stall

Nachdem ich bereits eine Position auf den steigenden Nasdaq eröffnet habe, habe ich bei ebenfalls auf dem etwas später erfolgten Ausbruch im Dax eine Position eröffnet. Während ich im ersten Trade am Ende einen Gewinn verbucht habe, habe ich im Dax einen kleinen Verlust eingefahren.

Learning: Wenn du korrelierte Basiswerte handelst, dann eröffne nur einen Trade auf den zuerst ausbrechenden und technisch am stärksten aussehenden Wert. Hier sind die Gewinnchancen am größten. Nachzügler sind meist keine großen Gewinner.

Lehrgeld: -15 €

 

Mein Monats-Ziel Mai: Bessere (frühere) Einstiegs-Regeln finden und Fibonacci-Retracements besser nutzen.

 

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