In der Finanzlektion der Woche erkläre ich dir die Chartformation Keil. Außerdem werfe ich einen Blick zurück auf die Kalenderwochen 30-33 / 2019, verrate dir, was sich in meinem Depot getan hat und welche Entwicklung ich für den Aktienmarkt und den Goldmarkt für die kommende Woche sehe.

Finanzlektion der Woche – Chartformation Keil

Der Keil besteht aus 2 fallenden (fallender Keil) bzw. zwei steigenden Begrenzungslinien (steigender Keil). Diese Chartformation wird gern mit einem Dreieck verwechselt – kein Wunder, sie ähnelt ihm auch sehr. Beim Dreieck verläuft jedoch eine Begrenzungslinie horizontal.

Im Keil verläuft der Kurs eines Basiswertes immer spitzer zusammen, bevor es in der Regel einen sehr explosiven Ausbruch aus der Keilformation gibt. Üblicherweise bricht der Kurs aus einem Keil eher in Richtung des übergeordneten Trends aus. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber nur geringfügig höher als ein Ausbruch in der anderen Richtung, weshalb ich ihn eher als neutrale Chartformation auf dem Radar habe. Ein Ausbruch sollte also stets abgewartet werden, bevor eine Positionierung erfolgt.

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Das spannende am Keil ist, dass der Ausbruch und die anschließende Bewegung meist explosiv erfolgen und somit sehr lukrativ zu handeln sind.

Das Volumen sollte sich innerhalb des Keils eher abschwächen, was ihn deutlich von einem steigenden Trendverlauf, mit dem Anfänger ihn gern schon mal verwechseln, unterscheidet. Über die Zeitdauer lässt sich sagen, dass es seine Zeit braucht, bis sich ein Keil voll ausgebildet hat. Oft erfolgt der Ausbruch erst kurz bevor sich beide Begrenzungslinien fast berühren. Ein Dreieck braucht dagegen meist weniger Zeit, um sich auszubilden und wird oft auch schneller verlassen, als das beim Keil der Fall ist.

Ein steigender Keil am Ende eines Aufwärtstrends, der dann nach unten verlassen wird, wird als baerisher Keil bezeichnet. Ein fallender Keil am Ende eines Abwärtstrends, der nach oben gebrochen wird, ist ein bullisher Keil.

Ein schönes Beispiel für einen Keil zeigt der folgende Goldchart aus diesem Jahr. Rund 4 Monate lief Gold in einen abwärtsgerichteten Keil hinein, bevor Ende Mai / Anfang Juni ein explosiver Ausbruch nach oben erfolgte, der Goldanlegern starke Gewinne bescherte.

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Die Börsenwoche im Rückblick

Chartanalyse Dow Jones

Seit meiner letzten Analyse vor 4 Wochen hat sich viel getan. Im Wesentlichen lässt es sich wie folgt zusammenfassen: Der Dow Jones hat nun doch den Rückwärtsgang eingelegt und ist nachhaltig an der oberen Begrenzungslinie der Trompetenformation abgeprallt. Nach kurzer Distributionsphase (Doji in KW 30) bildete sich eine klare negative Trendkerze in KW 31. Ein erster starker Erholungsversuch in KW 32 in Form eines wunderbar ausgeprägten Hammers, wurde in der letzten Woche jedoch wieder neutralisiert. Allerdings ist auch die Kerze der letzten Woche noch als Hammer zu bezeichnen, was zeigt, dass die Bullen noch nicht aufgegeben haben. Unterhalb von 25.800 Punkten gab es durchaus starkes Kaufintresse. Alles in allem sieht es aber nach einem ersten starken Abwärtsimpuls aus, der gegenwärtig korrigiert wird.

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Im Tageschart ist schön der Ausbruch aus der Distributionsphase nach unten zu sehen. Es folgen 4 negative Trendkerzen, die nunmehr seit 9 Handelstagen korrigiert werden. 25.500 Punkte scheinen sich dabei als stabilisierende Unterstützungszone herauszustellen. Die obere Begrenzung der Korrektur liegt aktuell bei ca. 26.500 Punkten.

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Chartanalyse Gold

Gold hat seinen Ausbruch aus dem Wimpel in KW 30 mit einer kleinen negativen Kerze bestätigt, um dann in den folgenden 3 Wochen seinen Anstieg mit positiven Trendkerzen fortzusetzen. Die letzte Wochenkerze zeigt allerdings eine längere Lunte, was auf Ermüdungserscheinungen hindeutet.

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Im Tageschart ist zu sehen, wie der Ausbruch aus dem Wimpel zunächst gelingt, dann aber nicht überzeugend fortgesetzt werden kann. Nach fortgesetzter Konsolidierung zwischen 1.410 und 1.430 USD gelingt dann aber doch der Ausbruch. Was folgt ist ein schöner Aufwärtstrend mit klaren positiven Trendkerzen, der nun aber seit einigen Handelstagen ins Stocken geraten ist. Besonders markant ist die negative Trendkerze in der Vorwoche, die lange Schatten zu beiden Seiten aufweist. Ein Zeichen für den Kampf zwischen Bullen und Bären. Allerdings scheinen die Bullen diesen Kampf zu gewinnen. Zur Vorsicht mahnt jedoch das Baerish Engulfing vom Freitag und die Tatsache, dass es sich seit 3 Handelstagen alles um Innenkerzen mit weniger Aussagekraft handelt.

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Trendbarometer

LangfristigMittelfristigKurzfristig
Dow Jones
Gold

 

Depotänderungen

In meinem Depot hat sich über die letzten 4 Wochen doch einiges getan. Nachdem ich zunächst leicht gehebelt in den NDX eingestiegen bin, folgte ein jäher Kurssturz, aus dem ich mit leichten Verlusten gerade noch rechtzeitig wieder herausgekommen bin. Gold und Silber entwickelten sich dagegen prächtig, so dass ich mit dem Gold-Zertifikat aktuell mehr als 50% im Plus liege und auch Silber nun endlich zweistellig in der Gewinnzone liegt. Beide Positionen plane ich lange zu halten.

Mit dem freigewordenen Geld aus der NDX Position werde ich jedoch anders verfahren, als bisher geplant. Ich sehe aktuell das erhöhte Risiko eines großen Abschwungs am Aktienmarkt, der vielleicht gerade erst begonnen hat. Der Dow Jones scheint nun nicht nur zum unteren Ende der Trompete fallen lassen zu wollen, nein, es mehren sich die Anzeichen einer bevorstehenden (aber längst überfälligen) Rezession. Zudem hat der Dow Transport Index das letzte Hoch des Dows nicht bestätigt, was nach der Dow Theorie ein Anzeichen einer großen Trendumkehr ist. Und auch die AD Linie (Advance Decline Line) scheint die Trendumkehr zu bestätigen. Sie hat im Gegensatz zu NDX und Dow keine neuen Hochs mehr ausgebildet. Und mal ehrlich – nach 10 Jahren ohne Rezession ist diese längst überfällig!

Da ich aber weder short im Aktienmarkt gehen möchte – dazu ist mir die Lage noch zu unklar – noch das Geld einfach liegen lassen möchte, habe ich beschlossen, es in Form aktiven Tradings in ein CFD Konto zu stecken. Ich habe die letzten 4 Monate intensiv an einem auf mich zugeschnittenen Tradingplan gearbeitet und diesen in einem Demokonto bereits erfolgreich getestet. In mehr als 200 Trades und verschiedenen Backtests habe ich im Schnitt eine Gewinnquote von knapp 40% und ein Payoff Ratio von 1:2.3 erreicht. Das ergibt einen positiven Erwartungswert von 0.29 und bestätigt mir, dass mein Tradingplan funktioniert.

Nach genau diesem Tradingplan werde ich also mit dem Startkapital von 6.025 € aktiv traden. Schauen wir mal, was bis Jahresende daraus wird. Die Trades selber und auch meinen Tradingplan veröffentliche ich nicht, aber ich werde regelmäßig Auskunft über die Entwicklung geben und auch im nächsten Quartalsbericht intensiver auf die Thematik eingehen.

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Börsenausblick auf die kommende Woche

Der Dow Jones befindet sich nun in einem Abwärtstrend, der nach erstem Impuls abwärts korrigiert wird. In der Vergangenheit überraschte der Aktienindex zwar mit Stärke und nur kurzen Korrekturen. Dieses Mal halte ich eine ausgedehntere Korrektur jedoch für wahrscheinlicher. Zum einen ist der Chart nach Abprall an der oberen Begrenzung der Trompete aus technischer Sicht angeschlagen. Andererseits gibt es auch fundamentale Gründe für eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung:

  • Erste Rezessionsanzeichen (Inverse Zinskurve in den USA als Vorbote).
  • Dow Jones Transportindex blieb beim letzten DJI Hoch deutlich zurück => nach Dow Theorie Anzeichen einer großen Trendwende.
  • Dem letzten Anstieg fehlte es insbesondere im Nasdaq an Marktbreite (Hochs aus 2018 nicht bestätigt).
  • Aus dem Handelskrieg mit China scheint ein Währungskrieg zu werden, was fatale Folgen hätte.

Ob es sich dabei tatsächlich um eine große Trendwende handelt, darf mit Recht noch bezweifelt werden. Mindestens aber scheint die Korrektur am Aktienmarkt nun fortgesetzt zu werden. Ob es zu einem Anlaufen der unteren Begrenzung der Trompete bei unter 22.000 Punkten kommt, muss abgewartet werden. Ich gehe von mindestens einem weiteren Abwärtsimpuls auf unter 24.000 Punkten aus. Auch tiefere Kurse sind möglich. Da wir uns allerdings im Vorwahljahr befinden und Trump mit Sicherheit nicht kampflos dabei zuschauen wird, halte ich darüber hinaus stark fallende Kurse für eher unwahrscheinlich.

Gold hat in meinen Augen das Potential seinen Anstieg kurzfristig noch einmal fortzusetzen, bevor eine weitere Korrektur ähnlich der im Juli überfällig wird. Langfristig sehe ich weiter stark steigende Edelmetallkurse. Mittelfristig wäre eine gesunde Korrektur jedoch durchaus wünschenswert. Immerhin ist Gold seit Ende Mai um mehr als 20% gestiegen. Nachdem sich nun aber auch Silber stark zeigt, ein Währungskrieg mit potentieller Abwertungsspirale bei den Währungen droht, steht einer großen Aufwärtsbewegung bei den Edelmetallen kaum noch etwas im Wege.

 

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