Fotografie-Tipps für schönere Landschaftsaufnahmen

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Fotografie-Tipps für schönere Landschaftsaufnahmen

Eines meiner absoluten Lieblingsthemen, was die Fotografie betrifft, sind Landschaftsaufnahmen. Darum möchte ich diesem Thema heute einen eigenen Blogeintrag widmen und euch einige kurze Tipps für die Landschaftsfotografie vermitteln.

Kameraeinstellungen

Bei den Kameraeinstellungen empfehle ich den ISO Wert auf 100 zu setzen und den Blendenpriorität-Modus zu verwenden. Gerade bei Landschaftsaufnahmen ist es in der Regel wichtig, die gesamte Szene scharf abzubilden. Um die gewünschte Schärfentiefe zu erreichen, verwende ich in der Regel einen Wert von f/13 oder f/16. Eine noch kleinere Blendenöffnung wie f/22 führt oft zur unerwünschten Beugungsunschärfe, Werte kleiner als f/11 bieten nicht genug Schärfentiefe.

Landschaftsaufnahmen

 

Allerdings kommt jetzt ein großes „Aber“. Nicht immer ist natürlich eine solch geschlossene Blende für eine knackig scharfe Landschaftsaufnahme notwendig oder auch angeraten.

Hyperfokale Distanz

Wer die perfekte Schärfentiefe setzen möchte, sollte sich daher mit der hyperfokalen Distanz beschäftigen. Ist ein kompliziertes Wort, aber eigentlich ganz einfach zu verstehen.

Die hyperfokale Distanz ist die Entfernung zu einem Objekt, bei der, wenn auf dieses fokussiert wird, alle dahinter liegende Objekte bis ins Unendliche und alle davor liegende Objekte bis zur halben fokussierten Distanz scharf abgebildet werden.

Fotografierst du zum Beispiel mit einer Brennweite von 17 mm ein 1,5 Meter entfernten Baum und möchtest, dass sowohl der Baum als auch die dahinter liegende Landschaft bis zum Horizont scharf abgebildet wird, dann brauchst du – wenn du wie ich mit einer Canon APS-C Kamera fotografierst – lediglich eine Blende von f/11 wie die folgende Tabelle zeigt:

Hyperfokale Distanz Canon 7D Mark II

Umgekehrt kannst du natürlich auch bei feststehender Brennweite und Blende den Punkt ablesen, den du fokussieren musst, um die maximale Schärfentiefe im Bild zu erhalten.

Beispiel: Bei einer Brennweite von 35 mm und einer Blende von f/16 solltest du einen ca. 4 Meter entfernten Punkt fokussieren, um die maximale Schärfentiefe zu erreichen.

Dafür gibt’s natürlich auch diverse Apps und Online-Rechner. Mir reicht jedoch diese kleine Tabelle, die ich mir erstellt und ausgedruckt habe.

Tiefer gehende Informationen zur Schärfentiefe findest du hier.

Ausrüstung

Für perfekte Aufnahmen sollte ein Stativ verwendet werden. Ausgelöst wird zudem mittels Fernauslöser oder Selbstauslöser der Kamera, da schon kleinste Verwacklungen zu unerwünschter Unschärfe führen können.

Außerdem sollten Polfilter und Graufilter zur Ausrüstung gehören. Ersterer ist vorteilhaft für satte Farben, gute Kontraste und lebendige Naturaufnahmen, zweiterer hilfreich bei Langzeitaufnahmen. Auch ein Grauverlaufsfilter ist nützlich. Mit diesem bringt man das Blau des Himmels zum Strahlen und kann Helligkeitsunterschiede zwischen Himmel und Boden ausgleichen.

Tipp: Verwende bei Landschaftsaufnahmen Pol- und Graufilter für noch kräftigere, schönere Farben und Kontraste.

Als Objektiv empfiehlt sich ein Weitwinkelobjektiv – selbstverständlich mit montierter Gegenlichtblende. Natürlich kann man auch mit Telezoom oder Standardobjektiven herrliche Aufnahmen machen, aber speziell die Weitwinkelobjektive ermöglichen durch den großen Bildwinkel besonders schöne Landschaftsaufnahmen. Mein Lieblings-Objektiv dafür ist das Canon EF-S 10-18mm*.

Und das vielleicht wichtigste zum Schluss: Angemessene Kleidung mitnehmen. Wer gute Landschaftsaufnahmen machen möchte, wird oft viele Stunden in der Natur verbringen. Dabei zu frieren verdirbt einem schnell die Laune. Daher also an ausreichend warme Sachen und ein paar gute Wanderschuhe denken!

Landschaftsaufnahmen

 

Motivgestaltung bei Landschaftsaufnahmen

Bei Landschaftsaufnahmen ist die Drittel-Regel besonders wichtig. Soll der Schwerpunkt auf dem Himmel und auf Weite liegen, dann sollte der Himmel etwa zwei Drittel des Bildes einnehmen. Liegt der Fokus dagegen auf weite Wälder, Wiesen oder ähnliches, so sollte der Horizont auf der oberen Drittel-Linie platziert werden. Bei Spiegelungen in einem See oder einem anderen Gewässer sollte man die Spiegelungsgerade ruhig in die Bildmitte legen.

Sehr gut machen sich oftmals auch einzelne frei gestellte Bäume, Felsen oder andere Objekte. Auch diese kommen mehr zur Geltung, wenn man sie eben nicht in die Bildmitte positioniert. Hilfreich können auch Wege oder andere natürliche Linien in der Umgebung sein, die das Auge des Betrachters in das Bild hinein führen oder auf ein bestimmtes Motiv lenken können.

Landschaftsaufnahmen

 

Die Aufnahme

Für eine gute Gesamtschärfe verwende ich einen einzelnen Fokuspunkt und fokussiere auf einen Punkt im unteren Drittel des Bildausschnitts. Sehr hilfreich dabei – ein eventuell vorhandener LiveView an der Kamera. Durch ihn kann man sehr komfortabel heranzoomen und überprüfen, ob alle Bildbereiche die gewünschte Schärfe besitzen.

Wenn möglich sollte man für besonders schöne Landschaftsaufnahmen übrigens das erste oder das letzte Tageslicht nutzen. Wenn die Sonne mittags hoch am Himmel steht, wirken die Farben der Landschaften oft matt und aufgrund fehlender Schatten fehlt dem Bild oft Spannung und das Interessante. Gerade abendlich von der Seite beleuchtete Landschaften sind oft schon die halbe Miete für eine gelungene Aufnahme. Sehr schön auch morgendlicher Nebel im ersten Licht des Tages. Das ergibt spannende, oft schon mystisch anmutende Bilder.

Landschaftsaufnahmen

 

Abschließend möchte ich euch noch einen weiteren Tipp ans Herz legen: Lauft mit offenen Augen durch die Natur, genießt sie, atmet tief durch und nehmt euch Zeit – dann entstehen schöne Aufnahmen fast von ganz allein.

Mehr Foto-Tipps findest du hier in meiner Übersicht.

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14.07.2015|Fotografie|

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2 Kommentare auf "Fotografie-Tipps für schönere Landschaftsaufnahmen"

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Also ich sage immer, dass ich knipse. Ich ging noch nie mit einem Stativ auf Motivsuche und habe nahezu immer die Automatikfunktion verwendet.

Werde das mit der 100-Iso-Einstellung einmal ausprobieren.

Mein Tipp wäre noch der Perspektivenwechsel, ruhig mal von unten fotografieren.

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