Das Sigma 17-70 – ein Immerdrauf-Objektiv mit Ambitionen!

  • Sigma 17-70 als Immerdrauf im Test

Objektiv getestet

Das Sigma 17-70 – ein Immerdrauf-Objektiv mit Ambitionen!

Ich habe mich in das Sigma 17-70 mm F2,8-4,0 DC Makro OS HSM Objektiv als neues Immerdrauf verliebt! Warum? Nun, das erfährst du in diesem Artikel.

Ich fotografiere wahnsinnig gern und habe inzwischen eine stattliche Anzahl an Objektiven. Wichtigster Bestandteil war bis vor kurzem dabei noch immer das Standard-Kit Objektiv von Canon, ein 18-55 ISM. Mit diesem habe ich die meisten meiner Fotos geschossen, auch wenn natürlich sowohl mein Weitwinkel-Objektiv (Canon 10-18) als auch mein Telezoom (Canon 55-250) oder auf Reisen, mein Reisezoom (Tamron 16-300), ihre Daseinsberechtigung haben.

Seit ich jedoch von der Canon EOS 650D auf eine Canon EOS 7D Mark II umgestiegen bin, bin ich mit meinen Bildern nicht mehr so zufrieden, wie ich das zuvor war. Ich habe das bisher darauf geschoben gehabt, dass ich mit der 7D Mark II noch nicht so eingespielt und geübt bin, wie ich es lange Zeit mit meiner 650D war. Daher lässt übrigens auch noch das Review der 7D Mark II noch auf sich warten. Seit ich nun aber das Sigma 17-70 als mein neues Immerdrauf für mich entdeckt habe, weiß ich, dass das nicht an der Kamera, sondern vor allem an der Kombination Kamera-Standard-Kit-Objektiv lag!

Lieferumfang

Das Sigma 17-70 mm F2,8-4,0 DC Makro OS HSM wird komplett mit Objektivdeckel, Objektivrückdeckel, Gegenlichtblende LH730-03 und Bedienungsanleitung geliefert.

Das Sigma 17-70 – das ideale Immerdrauf-Objektiv?

Seit ich das Sigma 17-70 mm F2,8-4,0 DC Makro OS HSM benutze, machen mir meine Fotos und das Fotografieren wieder so richtig Spaß. Nicht, dass ich zuvor keinen Spaß hatte. Aber mich haben durchaus immer wieder „Dinge gestört“. Zu viel Ausschuss. Nicht immer die Farben und Schärfe, die ich eigentlich gewohnt war. Das hat sich jetzt wieder völlig gewandelt. Das Sigma 17-70 ist nicht nur deutlich lichtstärker als mein vorheriges Standard-Kit von Canon, sondern hat auch eine deutlich bessere Range, ist schärfer, farbintensiver und fühlt sich einfach irgendwie verdammt gut an.

Sigma 17-70

Das vorher latent vorhandene Gefühl, dass „irgendwas nicht so richtig passt“ ist nun wie weggeblasen. Sowohl die 17 mm statt 18 mm am kurzen Ende, als auch die 20 mm mehr Brennweite im Zoom Bereich machen extrem viel aus. Ich wechsle nun noch seltener meine Objektive, weil die Range einfach unglaublich gut für mich passt – sowohl für Landschaftsaufnahmen, als auch für Portraitbilder oder herangezoomte Details beispielsweise bei Gebäuden. Dazu kommt, dass das Bokeh wesentlich angenehmer und in meinen Augen weicher und schöner wirkt als beim Standard-Kit.

Die wichtigsten Vorteile des Sigma 17-70

  • Scharfe Bilder mit satten Farben.
  • Spürbar lichtstärker als das Standard-Kit Objektiv.
  • Sehr schönes, weiches Bokeh.
  • Schnelles, zuverlässiges Fokussieren.
  • Bildstabilisator arbeitet sehr gut.
  • Sehr gute Haptik.
  • Gute Verarbeitung & Qualität.
  • Tolle Makro-Aufnahmen möglich.
  • Passt farblich perfekt zu den Canon Kamera Bodys.

Besonders hervorzuheben und der Hauptgrund für meinen Umstieg ist aber natürlich die Lichtstärke. Kürzere Belichtungszeiten führen zu schärferen Aufnahmen und selbst an bewölkten Tagen im Wald oder bei der Dämmerung macht es nun wieder richtig Spaß, zu fotografieren. Zuvor musste ich peinlich genau auf die richtige Kombination zwischen Aufnahmedauer, Blende und ISO Wert achten und trotzdem kamen dann oft zu viele matt wirkende oder für meinen Geschmack entweder zu verrauschte oder zu unscharfe Bilder dabei heraus. Das ist mit dem Sigma nicht mehr der Fall. Ich habe vielmehr das Gefühl, dass meine 7D Mark II nun endlich ihre volle Stärke in Kombination mit diesem Objektiv ausspielen kann. Der Härtetest war für mich zuletzt der Besuch des Triberger Lichterzaubers und der Besuch im Freiburger Weihnachtszirkus Circolo. Egal, ob Dämmerung, im Dunkeln, dicht an der Bühne, weit entferntes Motiv, ob Foto oder Video – das Sigma 17-70 produziert durchweg tolle Aufnahmen, die ich nur wenig entrauschen muss und die wesentlich schärfer sind, als ich das bei solchen Lichtverhältnissen beim aus der Hand Fotografieren gewohnt war.

Technische Daten des Sigma 17-70

Produktbezeichnung17-70 mm F2,8-4 DC Makro OS HSM [C]
Brennweite 17-70 mm
Lichtstärke2.8 – 4.0
ObjektiveigenschaftenDC - Für Kameras mit APS Sensor
ASP - Asphärischen Linsenelemente
HSM - Ultraschallmotor
IF - Innenfokussierung
OS - Optischer Bildstabilisator
Bildwinkel diagonal79° 70' – 22° 90'
Optischer Aufbau16 Linsen in 14 Gruppen
Naheinstellgrenze22 cm
Größter Abbildungsmaßstab1:2,8
Filterdurchmesser72 mm
Gewichtca. 470 g
ZubehörFrontdeckel, Rückdeckel, Gegenlichtblende inklusive
Preis aktuellca. 420 Euro (UVP des Herstellers: 559 Euro)
Abmessungenca. 79 x 82 mm
StativschelleNein
Bildstabilisator (Stufen)Ja (4)
AF-MotorUSM

Welche Alternativen gibt es für das Standard-Kit?

Ich habe lange überlegt, mit welchem Objektiv ich mein Standard-Kit ablösen soll. Vor allem eine höhere Lichtstärke war mir dabei sehr wichtig. Schon seit langem liebäugelte ich mit dem 17-55 von Canon, bei dem mich aber bis heute zwei Dinge vom Kauf abgehalten haben: erstens der sehr stolze Preis und zweitens die noch immer relativ häufigen Berichte von Mangeln in der Qualität – gerade auch hinsichtlich Verschleißes bei langer und häufiger Nutzung.

 Alternativen zum Standard-Kit-Objektiv:

Als preiswertere Alternativen habe ich somit noch das Tamron 17-50 und die zwei Sigmas gefunden. Ersteres scheint in Tests immer ein wenig schlechter abzuschließen als die Sigma Konkurrenz und auch das Reisezoom 18-300 – mein erstes Tamron Objektiv hat mich hinsichtlich der Qualität nicht hundertprozentig überzeugt (was mir aber von Anfang an als Tradeoff bezüglich der tollen Brennweiten-Range durchaus bewusst war).

Sigma 17-70

Nach dem Ausschlussverfahren blieben dann nur noch die beiden Sigmas übrig. Das 17-50 hat sicherlich ein paar leichte Vorteile hinsichtlich Schärfe und konstanter Lichtstärke von 2.8, aber ausschlaggebend dafür, dass ich doch lieber knapp 100 Euro mehr für das Sigma 17-70 ausgegeben habe, waren vor allem die bessere Brennweitenrange (die 20 mm mehr am langen Ende sind für Schnappschüsse unterwegs einfach perfekt und sehr praktisch) und die Tatsache, dass der AF Motor des 17-70 etwas leiser ist. Ich drehe zwar nicht oft Videos mit Tonaufnahme – aber wenn, dann möchte ich nicht erst nur wegen der Akustik das Objektiv wechseln müssen. Und in vielen Reviews habe ich nun mal darüber gelesen, dass das 17-50 nicht für Videoaufnahmen mit Ton geeignet sei, weil es hörbare Geräusche auf der Tonspur hinterlässt.

Falls du ein Objektiv mit mehr Brennweite am langen Ende suchst, kämen außerdem folgende 2 noch in Frage:

Nachteil an beiden ist die geringere Lichtstärke im Vergleich zu den zuvor genannten Objektiven.

Warum habe ich mich für das Sigma 17-70 entschieden?

Somit war für mich die Entscheidung am Ende und nach Lesen vieler Reviews und Tests relativ klar. Das Sigma 17-70 sollte es sein. Leichte Nachteile hinsichtlich der Lichtstärke oder im Schärfebereich werden durch die universelle Einsetzbarkeit des Objektivs für mich mehr als wettgemacht. Egal welche Lichtverhältnisse, egal, ob Landschaft-, Detail- oder gar Makro-Aufnahme – das Sigma 17-70 deckt alles perfekt ab.

Und im Vergleich zum Standard-Kit Objektiv ist es ohnehin eine Verbesserung in allen Bereichen.

Sigma 17-70

37 mm, ISO 200, f/11, 1/320 Sek, kein Polfilter

Lichtstärke & Offenblende

Die Lichtstärke beträgt sehr angenehme f/2.8 – f/4.0, was du nie wieder missen möchtest, wenn du erst einmal eine solche Lichtstärke gewohnt bist. Im Vergleich zum Standard-Kit Objektiv von Canon liegen da Welten zwischen.

Für die Offenblende in Abhängigkeit von der Brennweite ergeben sich folgende Werte:

Brennweite17 mm21 mm28 mm50 mm
Offenblendef/2.8f/3.2f/3.5f/4.0

Gibt es auch Negatives zu berichten?

Bei Offenblende habe ich eine leichte Vignettierung sowohl am kurzen als auch am langen Ende des Zoombereiches festgestellt. Eine leichte Verzeichnung war für mich nur bei 17 mm feststellbar. Diese ist jedoch einfach in der Nachbearbeitung zu beseitigen. Die Chromatische Aberration würde ich als vernachlässigbar bezeichnen. Sie ist zwar in geringen Maße vorhanden, aber ebenfalls leicht korrigierbar und kein wirkliches Problem.

Die wichtigsten Nachteile des Sigma 17-70

  • Schwerer als das Standard-Kit Objektiv.
  • Nicht ganz preiswert in der Anschaffung (~ 410 Euro).
  • Keine durchgängige Lichtstärke.
  • Leise Motorgeräusche hörbar.

Was tun, wenn das Objektiv nach Ausschalten merkwürdige Geräusche macht?

Nichts! Kurze Klacker-Geräusche nach der Deaktivierung sind völlig normal. Das kommt vom HSM (Hyper Sonic Motor), dem Autofokusmotor mit Ultraschallantrieb. Im Netz habe auch von einem leisen Pfeifen an manchen Objektiven gelesen, welches aber ebenfalls völlig normal ist. Ein solches Geräusch wird vom Bildstabilisator produziert. An meinem Objektiv ist mir das jedoch noch nicht aufgefallen. Auf Videoaufnahmen habe ich auch bei Zoomänderung keinerlei zusätzliche Geräusche feststellen können.

Fazit zum Sigma 17-70 als Immerdrauf-Objektiv

Du fotografierst bisher mit einem Standard-Kit Objektiv und suchst ein besseres Immerdrauf? Dann solltest du dir auf alle Fälle das Sigma 17-70 anschauen! Ich bin begeistert! Ich kann diesen Allrounder uneingeschränkt empfehlen und war selten so begeistert von einer Neuanschaffung. Für mich bedeutet dieses Immerdrauf ein ganz neues Level an Qualität. Mehr Zoom, etwas mehr Weitwinkel und dazu deutlich schärfere und sattere Bilder – unter anderem dank – im Vergleich zum Standard Kit – wesentlich besserer Lichtstärke, machen das Fotografieren in allen Lichtverhältnissen für mich zum wahren Vergnügen. Ich gebe das Teil nicht mehr wieder her und schicke mein Standard-Kit Objektiv von Canon nun endgültig in Rente!

Sigma 17-70 mm f2,8-4,0 Objektiv auf Amazon*

Empfehlenswertes Zubehör

Da die Gegenlichtblende im Lieferumfang enthalten ist, habe ich mir lediglich noch den entsprechenden ND Filter Satz, einen Polfilter und einen UV Filter zugelegt. Folgende Produkte, mit denen ich sehr zufrieden bin, besitze ich persönlich und habe sie nun schon über einige hundert Aufnahmen hin ausführlich am Sigma 17-70 getestet:

Hinweis: Ein UV Filter mag dir vielleicht überflüssig vorkommen, aber er ist der perfekte Schutz für die Frontlinse deines Objektivs gegen Kratzer und auch gegen feinste Staubpartikel, die unter Umständen sonst ins Gehäuse dringen können. Eine Alternative für den UV Filter ist ein Clear-Filter, der keinerlei zusätzliche Funktion außer dem des Schutzes der Linse besitzt.

Nachtrag September 2016

Ich habe das Objektiv nun seit mehr als 8 Monaten im Einsatz. Es hat mich bereits auf Städte-Tripps nach Brüssel und Barcelona, sowie auf Reisen nach Dubai und durch die BeNeLux Staaten begleitet. Ich bin nach wie vor zufrieden wie am ersten Tag. Ein wirklich tolles Objektiv, das es mir vor allem auch unter schwierigen Lichtverhältnissen noch ermöglicht, tolle Aufnahmen zu machen.

Meine Empfehlung, mit diesem Objektiv das Standard Kit Objektiv von Canon abzulösen, halte ich nach wie vor aufrecht.

Foto Beispiele

Nachfolgend findest du ein paar meiner Lieblingsbilder der letzten Zeit, die ich mit dem Sigma 17-70 aufgenommen habe:

Barcelona Plaza de Espanas Venetian Towers

 

Skyline von Dubai bei Sonnenuntergang mit Burj Khalifa

 

Fotoparade 1-2016 Spass

 

Fotoparade 1-2016 Von-Oben

 

Räumfahrzeug

 

Pferde auf Wiese

 

Fotoparade 1-2016 Heimatstadt

 

Update Historie des Beitrags

  • Initiale Version: 14.01.2016.
  • Update 04.09.2016: Artikel überarbeitet und um weitere Erfahrungen ergänzt.
  • Update 22.11.2016: Lichtstärke & Offenblende ergänzt.
Bewertung
Datum:
Testobjekt:
Sigma 17-70 mm f2,8-4,0
Bewertung:
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8 Kommentare auf "Das Sigma 17-70 – ein Immerdrauf-Objektiv mit Ambitionen!"

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Weltblicke
User

Ich hab das Sigma auch seit einigen Monaten als Immer-drauf Objektiv, und bin, nach mehreren Reisen schwer begeistert davon! Preislich ist es für so ein Objektiv eigentlich eh ganz in Ordnung finde ich.

Liebe Grüße,
Jakob

Marc Arzt
User

Super Beitrag! Das Objektiv steht bei mir auch auf der Liste… allerdings war mir gar nicht bewusst, dass es beim Zoomen die f/2.8 nicht hält. Da bin ich dann mit der Konkurrenz von Sony doch besser dran, aber halt nur Sony und natürlich auch teurer 🙁

Naja… irgendwann mal 🙂

Viele Grüße aus dem nasskalten Brandenburg,
Marc

Peter
User

Hi, ich wollte nachfragen, ob du noch immer zufrieden mit dem Sigma bist. Ich suche gerade noch ein immerdrauf. Habe zu meiner 450D noch das 18-50 IS, 50 1,8, 100-400 L IS.

Entweder das Sigma (17-70) oder das Canon 18-135 IS

Gruß

Peter

Sven Rinner
User

Schöner Bericht. Ich stand vor kurzem auch vor der Entscheidung, das 17-50 oder das 17-70 anzuschaffen. Ein intensiver Vergleichstest folgte mit dem Ergebnis, dass das 17-70 dem 17-50 in der Schärfe (insbesondere in den Randbereichen) deutlich überlegen war.
Seit dem bin ich mit dem 17-70 sehr zufrieden!
Gruß
Sven

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