Fotografie-Tipps: Sensorreinigung

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Fotografie-Tipps: Sensorreinigung

Eine Sensorreinigung ist ein durchaus heikles Thema. Unbedacht und nicht sorgfältig genug angewendet steht die teure Spiegelreflexkamera hier durchaus auf dem Spiel. Aber wer schon einmal merkwürdige kleine Flecken auf seinen Fotos entdeckt hat, obwohl seine Objektivlinse sauber und staubfrei war, der wird sich mit diesem Thema früher oder später beschäftigen müssen.

Kamera- und Objektivreinigung

Bevor ich mit meiner Spiegelreflex losziehe, reinige ich in der Regel zunächst immer Kamera und Objektive. Nichts ist ärgerlicher, als hinterher auf Hunderten von Bildern den gleichen Fleck entdecken zu müssen. Das Retuschieren bedeutet meist deutlich mehr Zeitaufwand, als eine kurze Reinigung benötigt hätte.

Folgende Utensilien benutze ich und empfehle, sie auch unterwegs immer griffbereit zu haben:

  • fusselfreies, anti-statisches Tuch
  • kleiner Blasebalg
  • Reinigungspinsel

Damit lassen sich in der Regel Staub und Flecken schnell und einfach entfernen. Als Reinigungspinsel benutze ich persönlich seit Jahren den Hama Lenspen, mit dem ich sehr zufrieden bin.

Sensorreinigung

 

Schwieriger wird es jedoch, wenn man trotz guter Reinigung und sauberer Objektive hinterher noch immer kleine Flecken auf seinen Fotos entdeckt. Dann hat man vermutlich ein Staubkorn oder eine andere Verschmutzung auf dem Kamera Sensor. Normalerweise besitzen heutige Spiegelreflex immer ein automatisches Reinigungsprogramm, das bei jedem Ausschalten der Kamera ausgeführt wird oder auch manuell angestoßen werden kann. Hilft das jedoch nicht muss man zu anderen Maßnahmen greifen. Ich selbst hatte schon mehrfach dieses Problem zu lösen und habe einiges an Zeit und Experimenten gebraucht, bis ich einen für mich optimalen Weg zur Reinigung des Sensors gefunden habe. Denn da der Sensor hochempfindlich ist und keinesfalls beschädigt werden darf, ist dieser Vorgang mit großer Vorsicht auszuführen.

Meine Vorgehensweise bei der Sensorreinigung

  1. Ein Foto einer hellen, gleichmäßigen Fläche (Himmel / Blatt weißes Papier) mit mehreren Sekunden Belichtungszeit, kleiner Blende und unter Bewegung der Kamera aus der Hand aufnehmen.
  2. Die Aufnahme am Monitor auf Flecken untersuchen, um festzustellen, wo und wie sehr der Sensor verschmutzt ist.
  3. Spiegel der SLR hochklappen (Canon: Sensorreinigung > Manuell Reinigen) und sicherstellen, dass der Akku genügend geladen ist (klappt der Spiegel während der Reinigung herunter, kann es zu irreversiblen Schäden kommen).
  4. Objektiv abnehmen und zunächst mit dem Blasebalg versuchen, Staub und Dreck wegzublasen. Kamera dabei mit der Sensoröffnung nach unten halten. Darauf achten, dass der Blasebalg nicht den Sensor oder etwas anderes im Inneren der Kamera berührt.
  5. Objektiv wieder montieren, Spiegel herunterklappen lassen und Schritt 1 & 2 wiederholen. Ist der Staub weg – perfekt. Falls nicht, Schritt 3 wiederholen und mit Schritt 6 fortfahren.
  6. In der zweiten Ausbaustufe versuche ich Staub mittels statischer Aufladung eines Pinsels zu entfernen. Dazu benutzte ich den recht teuren VisibleDust Arctic Butterfly. Dieser wird sehr kontrovers diskutiert, ich persönlich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Sitz des Pinsels überprüfen, einschalten, einige Sekunden rotieren lassen, ausschalten und dann vorsichtig kurz über den Sensor wischen, um abgelagerten Staub mittels statischer Anziehung zu entfernen. Bevor ein zweites Mal drüber gestrichen wird, erst wieder einschalten, rotieren lassen, ausschalten etc.
  7. Auch nach diesem Schritt wiederhole ich wieder 1 & 2, um den Erfolg zu überprüfen.
  8. Sind noch immer Flecken zu sehen, dann greife ich zur feuchten Reinigung mittels Eclipse Reinigungsflüssigkeit und speziellen auf die Sensorgröße angepasste Cleaning Swabs. Ich verwende hier ebenfalls VisibleDust Produkte, weil ich damit einfach die besten Erfahrungen gemacht habe. Dazu zwei bis drei Tropfen vorn auf den Swap geben, diesen an einer Seite des Sensors ansetzen und gleichmäßig mit nur leichtem Druck einmal komplett über den Sensor ziehen. Diesen Vorgang wiederhole ich in der Regel gleich ein zweites Mal, aber natürlich mit einem neuen Swab. Diese niemals mehrfach verwenden! Vorsicht auch mit der Reinigungsflüssigkeit. Diese ist hoch konzentriert und giftig!
  9. Nun wiederhole ich solange 1, 2 & 8 bis ich keine Flecken mehr auf der Aufnahme entdecken kann.

Fazit

Zugegeben, eine Sensorreinigung ist nicht einfach, birgt ein gewisses Risiko und die Utensilien sind recht teuer, aber eine Reinigung im Fachhandel ist das auch. Da ist man schnell mit 50 Euro oder mehr pro Reinigung dabei. Auf die Dauer fährt man mit der selbst durchgeführten Reinigung eindeutig günstiger. Außerdem kann man diese fast immer und überall schnell vornehmen und muss auf Reisen oder daheim nicht erst ein Fachgeschäft aufsuchen. Letztendlich muss jeder seinen eigenen Weg finden, wie er mit dem Thema umgeht. Mit ein wenig Übung, Vorsicht und den richtigen Utensilien kann man das jedoch auch ganz gut selbst hinbekommen. Dann stehen schönen Fotos ohne Flecken jedenfalls nichts im Wege.

Haftungsausschluss: Vorsorglich weise ich darauf hin, dass eine Objektivreinigung oder Sensorreinigung mit höchster Sorgfalt durchzuführen ist. Der Autor dieses Beitrages übernimmt keinerlei Verantwortung für evtl. Beschädigungen, die beim Sensorreinigen entstehen könnten, selbst wenn dieser Beitrag fachliche Fehler enthalten sollte.

Hast du weitere Tipps zur Sensorreinigung? Dann hinterlasse mir doch bitte einfach einen Kommentar!

 

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06.04.2015|Fotografie|

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