In der Finanzlektion der Woche erkläre ich dir, was der Donchian Channel ist und wie du diesen für trendfolgende Handelssystem nutzen kannst. Außerdem werfe ich einen Blick zurück auf die Kalenderwochen 47-48 / 2019, verrate dir, was sich in meinem Depot getan hat und welche Entwicklung ich für den Aktienmarkt und den Goldmarkt für die kommende Woche sehe.

Finanzlektion der Woche – Donchian Channel

Der Donchian Channel ist benannt nach seinem Erfinder Richard Davoud Donchian. Der Indikator wird in der Chartanalyse angewandet und ist im Grunde ein Highest High / Lowest Low Channel. Die Oberkante des Channels visualisiert jeweils das höchste Hoch der letzten x Perdioden. Die Unterkante wird durch das tiefste Tief der letzten x Perioden gebildet.

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Berühmtheit erreichte der Donchian Channel durch die berühmten Turtle Trader, die in den 80er Jahren im wohl berühmtesten Börsenexperiment aller Zeiten Millionen mit einem auf diesem Indikator basierenden System verdienten.

Genau aus diesem Grund hat auch mich der Indikator von Anfang an fasziniert. Genau aus diesem Grund basiert auch meine Handelsstrategie in weiten Teilen auf dem Donchian Channel.

Der Donchian Channel kann im Grunde auf zwei Arten eingesetzt werden. Zum einen kann mit ihm die Schwankungsbreite eines Marktes oder Basiswertes analysiert werden. Zum anderen kann der Channel genutzt werden, um Einstiege oder Ausstiege für trendfolgende Handelsstrategien zu generieren.

Letzteres funktioniert natürlich vor allem in Trendphasen besonders gut. In Seitwärtsmärkten kommt es vermehrt zu Fehlsignalen. Und doch spielt der Donchian Channel – richtig eingesetzt und mit geeigneter Periodenanzahl versehen – gerade in einem seitwärts tendierenden Basiswert durchaus seine Stärke aus. Sobald der Basiswert aus der Seitwärtsbewegung ausbricht und somit nachhaltig die Begrenzung des Donchian Channels reißt, wird ein Kaufsignal erzeugt.

Unter Reißen der Begrenzung versteht sich übrigens kein wirklicher Bruch, denn der Basiswert kann natürlich nie den Channel verlassen. Vielmehr ist darunter ein Ansteigen bzw. Fallen der Begrenzungslinien zu verstehen, die vor einem Ausbruch horizontal vom letzten Hoch bzw. vom letzten Tief aus verlaufen.

Gold Chart mit Ein- und Ausstiegssignalen basierend auf dem Donchian Channel:

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In einem steigenden Markt kann dagegen das Reißen der unteren Begrenzungslinie (bei fallendem Markt das Reißen der oberen Begrenzungslinie) als Ausstiegssignal, sprich Stop Loss genutzt werden.

Doch Vorsicht, so gut der Indikator in damaliger Zeit funktioniert hat, so anfällig ist er heute durch eine Bekanntheit, durch Hochfrenzenzhandel und Algorithmen basierten Computerhandel für Fehlsignale. Ein auf ihm basierendes Handelssystem sollte also durch weitere Indikatoren und mit einem guten Risiko- und Money-Management kombiniert werden.

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Die Börsenwoche im Rückblick

Chartanalyse Dow Jones

Der Dow Jones konnte sich in den letzten 2 Wochen weiterhin oberhalb der langfristigen Widerstandslinie, die nun als Unterstützungslinie fungiert, halten. Ein gutes Zeichen. Beide Wochenkerzen sind jedoch keine überzeugenden Trendkerzen. Es heißt also, wachsam bleiben.

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Im Tageschart zeigt sich schön eine kleine Konsolidierung, in der der Dow Jones aktuell noch immer steckt. Letzte Woche Mittwoch hat sich ein Hanging Man gebildet – ein Warnsignal. Da diese Kerze aber nicht von starkem Volumen begleitet wurde und zudem am Tag vor Thanksgiving entstand, halte ich die Aussagekraft für durchaus begrenzt. Gleiches gilt für den im Ansatz entstandenen Evening Star, der sich aus den benachbarten Kerzen gebildet hat.

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Chartanalyse Gold

Bei Gold ist die Situation noch immer auf Messers Schneide. Im Wochenchart bildeten sich zwei kleine Kerzenkörper mit langen Dochten, die schön den Kampf der Bullen und Bären zeigen. Im Moment sieht es nach einer vorsichtigen Bodenbildung aus. Aber die Kuh ist noch lange nicht vom Eis. Eine weitere starke abwärtsgerichtete Trendkerze könnte viel Porzellan zerschlagen.

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Im Tageschart zeit sich der Bodenbildungsversuch besonders schön. Anscheinend finden sich unterhalb 1.460 USD genügend Käufer, um Gold über dieser Marke zu halten. Im Idealfall zeigen sich Anfang nächster Woche starke Anschlusskäufe, um tatsächlich von einem Boden sprechen zu können. Die letzte Kerze am Freitag sieht vielversprechend aus, ist aber ebenfalls mit Vorsicht zu genießen, da sie in die Thanksgiving Festtage fällt.

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Trendbarometer

Langfristig Mittelfristig Kurzfristig
Dow Jones
Gold

 

Depotänderungen

In meinem Depot gab es noch keine Änderungen. Ich plane allerdings zum Ende des Jahres hin die Auflösung des Silberzertifikates, um weiteres Kapital ins Trandingkonto umzuschichten. Auch bleibe ich vorbehaltlich eines weiteren Einbruchs am Edelmetallmarkt wachsam.

Mein Tradingkonto ist im Wesentlichen seitwärts tendiert, da es aktuell an einem starken Trend fehlt. Sollten die Aktienindizes oder die Edelmetalle zu einer Jahresend-Rallye ansetzen, wird sich das sicher auf in meinem Tradingkonto bemerkbar machen. Man darf gespannt sein.

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Börsenausblick auf die kommende Woche

Ich sehe bei den Aktien weiterhin gute Chancen, dass die zarte Aufbruchs- und Ausbruchsbewegung sich in einen überzeugenden Aufwärtstrend fortsetzt, zumal gerade der Dezember meist ein recht guter Börsenmonat ist. Der Dow hat dieses Jahr einiges an Gewinnen eingefahren. Viele Fondsmanager wollen und müssen sich entsprechend positionieren, um ihren Anteilseignern zu zeigen, dass die die Gewinner dieses Jahres im Depot haben. Mich würde es nicht wundern, wenn wir in naher Zukunft sogar die 30.000 im Dow Jones sehen werden.

Auch für Gold bricht nun eigentlich eine sehr gute Zeit an, denn Dezember bis Mitte Februar ist saisonal eine starke Zeit für Gold & Co. Dafür spricht auch der laufende Versuch einer Bodenbildung und dass die Konsolidierung des starken Anstiegs im Sommer nun schon rund 3 Monate andauert.

Gut möglich, dass wir noch einen finalen Ausverkauf zu sehen bekommen. So oder so geht ich aber von einem steigenden Goldkurs zum Jahresende hin aus.

 

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