In der Finanzlektion der Woche erkläre ich dir, was ein Candlestick Chart ist, wie Candlesticks aussehen und welche Vorteile sie besitzen. Außerdem werfe ich einen Blick zurück auf die Kalenderwoche 18 / 2019, verrate dir, was sich in meinem Depot getan hat und welche Entwicklung ich für den Aktienmarkt und den Goldmarkt für die kommende Woche sehe.

Finanzlektion der Woche – Candlestick Chart

Ein Candlestick Chart oder zu deutsch Kerzenchart ist eine besondere Art, Kursverläufe darstellen zu können. Anders als Liniencharts lassen sich verschiedene zusätzliche Informationen aus den Candlesticks (Kerzen) ziehen. Eine Kerze stellt jeweils eine Handelsperiode dar. Das kann eine Woche, ein Tag, eine Stunde oder jede andere beliebige Zeitdauer sein.

Bleiben wir der Einfachheit einfach mal bei Tageskerzen. Jeder der folgenden Candlesticks stellt den Kursverlauf jeweils eines Tages dar, wobei nicht jede Bewegung aufgezeigt wird, sondern nur die wichtigsten Eckdaten einfließen. Dazu zählen Eröffnungskurs, Tageshöchstkurs, Tagestiefkurs und der Schlusskurs.

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Jede einzelne Kerze besteht aus einem Kerzenkörper und den Schatten. Der Kerzenkörper wird durch Eröffnungs- und Schlusskurs gebildet. Liegt der Eröffnungskurs unter dem Schlusskurs, dann war der Handelsverlauf positiv – es entsteht eine positive Kerze (weiß bzw. grün). Liegt der Schlusskurs tiefer als der Eröffnungskurs, dann sind die Kurse gefallen – es entsteht eine negative Kerze (rot bzw. schwarz). Die Schatten werden durch das Tageshoch und das Tagestief gebildet. Den oberen Schatten nennt man Docht, den unteren Lunte.

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Natürlich kann eine Kerze auch gar keinen oder nur einen Schatten besitzen. Schließt der Kurs zum Beispiel auf dem Tageshoch, dann hat die Kerze keinen Docht. Ein Schlusskurs auf Tagestief verhindert die Bildung einer Lunte. Schließt der Kurs auf Höhe der Eröffnung, sprich Eröffnung und Schlusskurs sind (annähernd) gleich, dann besteht der Kerzenkörper nur aus einem Strich. Eine solche Kerze nennt man Doji (Star).

Es gibt verschiedene charakteristische Kerzen, an deren Aussehen man einige interessante Dinge ablesen kann. Einige gelten als Umkehrsignal, andere als Fortsetzungssignal. Aber auch ganze Formationen aus 2 oder 3 Kerzen gibt es. Ich werde auf die typischsten Kerzen, Signale sowie Umkehrformationen noch gesondert eingehen.

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Die Börsenwoche im Rückblick

Chartanalyse Dow Jones

Der Dow Jones hat eine bewegte Woche mit einigen Auf und Abs hinter sich. Auf Wochenbasis entstand so ein weiterer Hammer, dessen kleiner negativer Körper sogar den Körper des vorherigen Hammers umschließt – mit etwas Fantasie ähnelt das sogar einem Baerish Engulfing. Auf jeden Fall aber ist es ein weiterer Ausdruck der herrschenden Unsicherheit. Erst am Freitag hat die dafür notwendige Aufholjagd eingesetzt, andernfalls wäre eine wohl deutlich negativere, bestätigende Wochenkerze entstanden. So aber bleibt das Bild weiter neutral – angesichts der Position knapp unterhalb der Widerstandszone jedoch weiter mit negativem Touch und Ausblick.

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Auf Tagesbasis ist gut zu sehen, wie sich am Montag ein Doji und am Dienstag sogar noch ein weiterer mit langem unteren Schatten gebildet hat. Bullen und Bären kämpfen miteinander. Am Mittwoch und Donnerstag übernahmen dann die Bären klar die Oberhand und drückten die Kurse stark Richtung Süden. Am Freitag jedoch sorgten positive Wirtschaftsdaten für eine imposante Trendwende, die die Kurse bis an die Aufwärtstrendlinie brachte, die nun als Widerstand fungiert.

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Alles in allem steckt der Dow Jones noch immer in einer Konsolidierung, deren Auflösung nach oben oder unten völlig offen ist. Das Bild auf Wochenbasis indiziert für mich nach wie vor eher eine negative Entwicklung, die sich jedoch erst mit einem Wochenschlusskurs unterhalb des Tiefs der Vorwoche bestätigen muss.

Chartanalyse Gold

Gold tat mir leider nicht den Gefallen, nun klar weiter Richtung Norden zu marschieren. Auf Wochenbasis bildete sich eine negative Kerze, deren Körper innerhalb des Körpers der Vorwoche liegt. Immerhin konnte ein Baerish Engulfing durch eine fulminante Aufwärtsbewegung am Freitag abgewendet werden.

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Letzte Woche noch als unwahrscheinlicheres Szenario aufgezeigt, hat sich Gold tatsächlich dafür entschieden, direkt an der ehemaligen Unterstützungslinie, die nun als Widerstand fungiert, abzudrehen. Entsprechend bildete sich am Montag eine entsprechend negative Tageskerze, gefolgt von einer wenig überzeugenden Erholung am Dienstag. Mittwoch und Donnerstag sahen dann sehr düster aus. Gold war auf einem guten Weg, nach unten auszubrechen. Doch passend zu der turbulenten Woche unterstützten am Freitag positive Wirtschaftsdaten, die zu einer starken Erholung der Kurse führten. Letztlich hielt der Boden bei 1.266 USD und mit der Kerze am Freitag lockt nun sogar ein Bullish Engulfing Anfang nächster Woche sicher weitere Bullen in den Markt.

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Im Grunde haben wir nun die gleiche Ausgangssituation wie schon in der letzten Woche. Gold steckt noch immer im Keil fest und die letzte, sehr positive Tageskerze scheint einen Ausbruch nach oben einzuleiten. Ob dies gelingt, wird sich anhand eines Tagesschlusskurses oberhalb von 1.290 USD zeigen. Ohne diesen bleiben die Abwärtsrisiken weiterhin vorhanden, zumal auch der  Arca Gold BUGS Index (HUI) nach wie vor sehr angeschlagen ausschaut.

 

Trendbarometer

LangfristigMittelfristigKurzfristig
Dow Jones
Gold

 

Depotänderungen

Auf Wochenbasis hat sich nichts im Depot getan. Leichten Verlusten bei Silber stehen leichte Gewinne im NDX gegenüber. Das Depot verharrt bei 8% im Plus. Ich halte nach wie vor die Barposition griffbereit, um bei einem Ausbruch von Gold aus dem Keil nach oben auf steigende Kurse setzen zu können. Dafür braucht es aber erst einmal ein klareres Bild.

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Börsenausblick auf die kommende Woche

Wie schon erwähnt hat sich im Dow Jones nicht viel geändert. Bullen & Bären kämpfen hart unterhalb der Widerstandszone bei 26.700. Für mich verdichtet sich aber das Bild für fallende Kurse. Ich rechne in der nächsten Woche weiterhin mit einer wilden Mischung aus steigenden und fallenden Kursen, die aber unter dem Strich den Dow Jones eher tiefer führen dürften. Auch das Volumen der letzten Handelstage spricht aus meiner Sicht dafür, denn es scheint zu zeigen, das gerade viele Aktien die Seite wechseln.

Bei Gold zeigt sich ebenfalls noch kein klares Bild. Die Chancen für einen Ausbruch aus dem Keil nach oben sind aber weiterhin vorhanden. Dazu muss Gold aber schnell die bei ca. 1.288 USD verlaufende Widerstandszone nach oben durchbrechen und einen Schlusskurs oberhalb von 1.290 USD produzieren. Scheitert Gold Anfang der Woche erneut an dieser Zone, so dürften Kurse unterhalb von 1.265 USD schnell einen starken Ausverkauf auslösen, der womöglich erst bei rund 1.235 USD einen Boden finden dürfte.

In beiden Märkten kann es also in der nächsten Woche turbulent werden. Sowohl der Dow als auch Gold zeigen aber kein klares Bild von der künftigen Richtung. Tendenziell interpretiere ich die Charts aber negativ für den Dow und (noch) positiv für Gold. 

 

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