Heute möchte ich euch einen neuen Themenbereich auf meinem Blog vorstellen: Die Spotlights. Von meinen Reisen berichte ich in der Regel in der Kategorie Reiseberichte. Diese Artikel haben dann zumeist ein wenig Tagebuchcharakter und dokumentieren Erlebtes und Gesehenes. In der Rubrik „Spotlights“ möchte ich künftig dagegen einzelne spannende Orte, Gebäude, Sehenswürdigkeiten o.ä. herausnehmen und ein wenig detaillierter beleuchten und vorstellen – quasi ins Spotlight stellen.

Golden Gate Bridge

 

Und mein erstes Spotlight richte ich auf eine der schönsten Brücken der Welt: Die Golden Gate Bridge in San Francisco. Ich hatte das Glück, dieses eindrucksvolle Bauwerk schon bei den unterschiedlichsten Wetter- und Sichtverhältnissen erkunden zu können. Wenn ihr einmal in San Francisco seid, solltet ihr es euch jedenfalls nicht entgehen lassen, sowohl mal mit dem Auto die Brücke zu überqueren als auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Golden Gate Bridge

 

Die Brücke ist das wohl berühmteste Wahrzeichen San Franciscos. Mit einer Länge von 2737 Metern bei einer Spannweite von 1280 in ihrer markanten und übrigens patentierten, zinnoberroten Farbe ist sie ein wirklich gigantisches Bauwerk. Auch heute noch ist sie eine der längsten Hängebrücken der Welt. Auf 6 Spuren verbindet sie die nördlichen Gebiete des Marin County mit dem weniger dicht besiedelten Napa- und Sonoma-Valley.

Golden Gate Bridge

 

Sie wurde in der Zeit vom 5. Januar 1933 bis zum 27. Mai 1937 unter der Leitung des umstrittenen Chefingenieurs Josef B. Strauss gebaut und am 28. Mai 1938 um zwölf Uhr mittags durch ein telegraphisches Signal von Präsident Franklin D. Roosevelt aus dem Weißen Haus für den Straßenverkehr freigegeben. Die ersten Pläne zur Überbrückung der Bucht stammen schon aus dem Jahr 1872. Im Jahr 1921 legte Josef B. Strauss der Stadtverwaltung zum ersten Mal detaillierte Pläne für eine solche Brücke vor. Das Projekt wurde jedoch aufgrund des Aussehens der Brücke und Finanzierungsproblemen abgelehnt. Nach vielen Jahren mit Rechtstreitigkeiten und Planung begann der Bau dann im Jahr 1933. Finanziert wurde die Brücke mit Anleihen in Höhe von 35 Millionen USD. Während des Baus kamen 11 Menschen ums Leben – dank eines unter der Brücke gespannten Sicherheitsnetzes deutlich weniger, als zuvor angenommen. Das Netz rettete 19 Arbeitern das Leben. Diese Gruppe der Überlebenden wurden auch als „Half-Way-to-Hell-Club“ bekannt.

Golden Gate Bridge

 

Der höchste Pfeiler der Brücke ist 227 m hoch und die längsten Kabelstränge sind 2.332 m lang bei einem maximalen Durchmesser von 92 cm. Die einzelnen Drähte, die zu den beiden Stahlseilen zusammengefügt sind, haben insgesamt eine Länge von mehr als 120.000 Kilometern. Insgesamt wiegt das Bauwerk beeindruckende 887.000 Tonnen. Die beiden Türme werden von je 600.000 Nieten zusammengehalten. Täglich befahren rund 140.000 Fahrzeuge die Brücke. Als Autofahrer sollte man jedoch wissen, dass man von Norden kommend Maut bezahlen muss. Diese beträgt für normale Fahrzeuge 6 USD, kann jedoch je nach Bezahlweise und Fahrzeug zwischen 4 bis hin zu 49 USD für 7achsige Fahrzeuge betragen.

Golden Gate Bridge

 

Den Namen „Golden Gate“ erhielt die Buchteinfahrt im Jahr 1846 während des großen Goldrausches in Kalifornien. Und so wurde die Brücke entsprechend nach der 1,6 Kilometer breiten Einfahrt in die Bucht „Golden Gate Bridge“ benannt.

Golden Gate Bridge

 

Ursprünglich sollte die Brücke grau angestrichen werden. Doch das anfangs benutzte orange-rote Rostschutzmittel gefiel den Einwohnern so gut, dass die Brücke auch heute noch mit diesem so typischen erdigen Ton angestrichen wird. Die Erneuerung des Anstriches ist übrigens eine das gesamte Jahr stattfindende, sich wiederholende, notwendige Arbeit zur Erhaltung der Brücke, da er die Stahlkonstruktion vor Korrosion schützt. Eine weitere potentielle Gefahr für die Brücke sind Erdbeben, wenngleich die Brücke als relativ erdbebensicher gilt. Das große Loma-Prieta-Erdbeben vom 17. Oktober 1989 konnte zwar keine nennenswerten Schäden an der Brücke verursachen, führte aber zu weiteren Verstärkungsmaßnahmen, die 2008 abgeschlossen wurden. Die große Angst vieler Einwohner ist jedoch, dass eines Tages „The Big One“ die Brücke doch noch zerstören könnte. Hoffen wir mal, dass das nicht der Fall sein wird. Schließlich ist die Brücke einfach DAS Wahrzeichen der Stadt.

Golden Gate Bridge

 

Betrachten kann man die Brücke von verschiedenen Punkten der Stadt. Zu meinem absoluten Lieblingsorten gehört dabei Twin Peaks, von wo man – hoch über der Stadt – einen herrlichen Fernblick auf die Brücke hat – vorausgesetzt, sie ist nicht wieder Mal im Nebel verborgen. Wesentlich näher ist die Brücke da schon von den nördlich liegenden Marin Headlands zu sehen. Diese sollte man als Fotograf unbedingt mitnehmen, statt nur wie die meisten Touristen am offiziellen Vista Point direkt hinter der Brücke zu halten. An letzterem kann übrigens die Parkplatzsuche an gut besuchten Tagen einiges an Zeit und Nerven kosten. Aber auch von Fort Point erhält man einen wunderschönen Blick auf die Brücke. Zudem gibt es hier ein Visitor Center, das einlädt, noch ein paar zusätzliche Dollar auszugeben. Tipp: In dem Center kann man sich auch tagesaktuell eine Postkarte stempeln, mit der sich die Überquerung der Brücke sehr nett dokumentieren lässt.

Golden Gate Bridge

 

Noch ein paar Worte zum vor allem für die Sommermonate so typischen Nebel. Im Durchschnitt gibt es rund 1000 Nebelstunden pro Jahr in San Francisco, in manchen Jahren sind es sogar 2000. Meist am Morgen aufziehend verflüchtigen sich die Nebelschaden jedoch oft im Laufe des Tages. Gerade in den Monaten Juli und August kann man jedoch auch Pech haben und die Brücke tagelang nicht in ihrer vollen Pracht erblicken. Dieser sogenannte Advektionsnebel entsteht dadurch, dass sich die durch Westwinde transportierte, relativ warme, feuchte Luft vom offenen Meer kommend über dem Kalifornienstrom abkühlt und kondensiert.

Golden Gate Bridge

 

Ich hatte bei mehreren Besuchen das Glück, die Golden Gate Bridge bei sehr unterschiedlichen Sichtverhältnissen fotografieren zu können. Für mich persönlich ist es gerade diese Brücke, die der ohnehin tollen Stadt einen ganz besonderen Charme verleiht. Und erst beim ersten Blick auf die Golden Gate fühlte ich mich in San Francisco „wirklich angekommen“. Daher mein Tipp: Direkt am Ankunftstag vor zur Bucht laufen und einfach für eine Stunde die Seele baumeln lassen und den Anblick genießen. Für mich war die Golden Gate Bridge eines der absoluten Highlights meiner USA Reise.

Golden Gate Bridge

 

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