DoFollow oder NoFollow – Wie verlinkt man richtig?

Immer wieder erreichen mich Anfragen von Agenturen und Firmen – teils kleine, teils aber auch große – die gern mit mir und meinem Blog kooperieren würden. Ich freue mich darüber immer sehr, denn ich arbeite gern mit Unternehmen zusammen. Leider folgt nach anfänglicher Euphorie oft recht schnell die Ernüchterung. Denn früher oder später taucht leider allzu oft der berüchtigte „DoFollow“ Link als zwingende Voraussetzung auf. Doch im Gegensatz zu manch anderem Blogger mache ich da nicht mit! In Kooperationen verlinke ich ausschließlich mit NoFollow. Punkt.

Bin ich diesbezüglich ein Exot? Manchmal kommt es mir so vor. Zu viele Blogger lockt das Geld oder die Gegenleistung in Form einer Dienst- oder Sachleistung und sie gehen darauf ein. Manch einer mag sich nicht mal bewusst sein, was er da tut. Manch einem ist es schlichtweg egal. Mich persönlich ärgert es manchmal einfach. Denn es führt dazu, dass viele Unternehmen und Agenturen noch immer diese Praxis des Backlinkaufbaus betreiben. Dabei hat Google längst diesem nicht erwünschten Backlink-Verkauf den Kampf angesagt.

Jeder Blogger, der auf so ein Angebot eingeht, sollte sich bewusst sein, dass er damit direkt gegen die Richtlinien von Google verstößt. Sollte der Suchmanschinenriese davon Wind bekommen, kann das zu empfindlichen Strafen hinsichtlich der Rankings führen.

Stell dir vor, von heute auf morgen würde dich niemand mehr über die Suchmaschine Google finden. Würden deine Traffic Zahlen das verkraften? Google ist und bleibt nun mal die größte Suchmaschine, die vielen Bloggern den meisten Traffic bringt.

Entstanden ist die ganze Problematik in der Vergangenheit, als SEO Optimierung noch primär Backlink-Aufbau bedeutete. In dieser Zeit entwickelte sich ein reges Geschäft mit dem Kauf und Verkauf von Links mit dem Zweck der Verbesserung im Ranking von Suchmaschinen.

Google sagt der Ranking Manipulation den Kampf an

Im Oktober 2014 hat Google genau dieser Praxis den Kampf angesagt und das Ende der Veröffentlichung des Page Ranks verkündet. Intern spielt dieser aber noch immer eine wichtige Rolle und auch Backlinks haben auf dieses Ranking noch immer einen wichtigen Einfluss.

Google fordert jedoch seit dem eindeutig in seinen Richtlinien alle Webmaster und Webseitenbetreiber auf, Verlinkungen, die den PageRank oder das Ranking einer Webseite beeinflussen können und für die eine Gegenleistung in Form von Geld, Waren oder Dienstleistungen geflossen ist, mit dem Attribut NoFollow zu versehen.

Punkt.

Ob mir das gefällt oder nicht, ist völlig egal. Google hat es so verkündet und drum ist dem einfach so.

Was bedeutet das NoFollow Attribut?

Ein mit NoFollow versehener Link signalisiert dem Googlebot, dass er der Verlinkung nicht folgen und der eigene PageRank auch nicht vererbt werden soll. Alle nicht mit NoFollow gekennzeichneten Links sind automatisch DoFollow Links. Diese entsprechen echten, nicht gekauften Empfehlungen und beeinflussen positiv das Ranking der entsprechenden Seite. Das NoFollow Tag dient also letztlich einfach der Unterscheidung, ob es sich um eine wirkliche oder eine gekaufte (Link-) Empfehlung handelt.

Kommt Google einer Webseite, die DoFollow Links kauft oder verkauft auf die Schliche, so wird die entsprechende Seite abgestraft. Diese Strafe kann die Verbannung aus dem Suchindex zur Folge haben – für die meisten Seiten ein fast sicheres Todesurteil.

Gestattet ist ein Kauf bzw. Verkauf von Links nur unter Verwendung des NoFollow Attributes. Viele Unternehmen oder Webseiten sind jedoch weniger an den menschlichen Besuchern, die über einen solchen Link den Weg auf die eigene Webseite finden interessiert, als vielmehr an dem PageRank steigernden DoFollow Backlink.

Doch das ist meiner Meinung nach absolut kurzsichtig gedacht. Sobald Google dahinterkommt – und der Internetriese arbeitet stetig an der Verbesserung der entsprechenden Algorithmen zur Aufspürung solcher schwarzen Schafe – wird sich diese Vorgehensweise rächen. Interflora (2013) und Expedia (2014) sind zwei prominentere Beispiele dafür. Abgestraft wurden übrigens in diesem Zusammenhang nicht nur die Firmen selbst, sondern auch alle Seiten und Blogs, die diesen Webseiten unerlaubte Links verkauft haben!

Wusstest du, dass es sogar eine direkte Eingabe-Maske seitens Google gibt, auf der sehr einfach solche Seiten gemeldet werden können?

Willst du das Risiko eingehen, dass schon morgen einer deiner Konkurrenten dich meldet?

Mein Rat: Tu es nicht.

Niemals.

Verlinke in Kooperationen, in denen eine Gegenleistung geflossen ist, ausschließlich mit NoFollow!

Wirst du damit weniger verdienen? Ja!

Wird es Konkurrenten geben, die trotzdem weiter DoFollow verlinken? Klar!

Aber langfristig gesehen wird sich das für dich auszahlen. Früher oder später wird Google solche Verlinkungen bestrafen. Das Unternehmen hat Zugriff auf gewaltige Rechenpower und Ressourcen. Es betreibt schon seit Jahren Deep Learning mittels neuronaler Netze. Und die Algorithmen zur Aufspürung gegen Richtlinien verstoßender Webseiten werden quasi täglich besser.

Frage dich: Ist es das Risiko wert?

Ich maße mir gar nicht an, darauf eine allgemeingültige Antwort zu geben. Ich habe mich entschieden, dass gekaufte DoFollow Verlinkungen für mich persönlich nicht in Frage kommen. Gern erkläre ich jedem anfragenden Unternehmen aufs Neue, warum ich nach diesem Prinzip handle. Ob das etwas ändert, weiß ich nicht. Die meisten solhcer Firmen ziehen einfach weiter und wenden sich eben an einen anderen Blog. That’s life. Ich kann damit (inzwischen) gut leben.

Wie stehen Blogger zu diesem Thema?

Auch Blogger, die DoFollow Links verkaufen, schaden letztendlich nicht nur sich selbst, sondern auch der gesamten Branche bzw. Blogger Szene, die kollektiv in Verruf gerät.

Spannend fand ich auch eine kürzlich in einer Facebookgruppe geführte Diskussion unter Bloggern zu diesem Thema. Es ist schon erstaunlich wie viele Blogger einen sofort angreifen, wenn man sich kritisch zu diesem Thema äußert. Wenn sich da mal nicht der ein oder andere auf den Schlips getreten fühlt?! Mäuschen, ick hör dir Trapsen!

Was sagt Google?

Solche Diskussionen können mitunter ziemlich anstrengend sein. Letztendlich muss jeder selbst wissen, was er tut. Ich für meinen Teil halte mich an die von Google vorgegebenen Fakten – ob sie mir nun gefallen oder nicht. Und Google schreibt zu diesem Thema eindeutig:

Zitat Google NoFollow

Quelle

… sowie:

Zitat Google NoFollow

Quelle

Hinweis an Unternehmen

Unternehmen und Agenturen, die mich trotz deutlichen Hinweises auf meiner Kooperations-Seite um eine Kooperation basierend auf DoFollow Verlinkung bitten, möchte ich bitten, ihr Vorhaben zu überdenken.

Ein korrekt gesetzter Link stärkt das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit meiner Veröffentlichungen und somit auch die Bedeutung meiner veröffentlichten Meinung über Ihr Unternehmen. Im Grunde steht hier ein geringfügig SEO relevanter, aber gegen Google Richtlinien verstoßender und zugleich Risiko behafteter Link einem Link, der langfristig Bestand hat, der Ihnen Besucher bringt und von dem beide Seiten profitieren gegenüber.

Letztendlich schaden verkaufte DoFollow Links langfristig gesehen beiden Seiten!

Fazit

Wenn du als Blogger für das Setzen eines Links eine Gegenleistung in welcher Form auch immer erhalten hast, dann gibt es nur eine richtige Vorgehensweise bei der Verlinkung – das Setzen des NoFollow Attributes! Kurzfristig magst du mit dem Verkauf von DoFollow mehr verdienen können, langfristig solltest du dich fragen, ob es das Risiko, eines Tages von Google aus dem Index gestrichen zu werden, wert ist.

Ich für meinen Teil denke, dass es das nicht ist!

Gleiches gilt natürlich umgekehrt auch für Unternehmen. Möchten Sie wirklich das Risiko eingehen, irgendwann von Google für ein solches Vorgehen abgestraft zu werden? Ist es das wert, um kurzfristig ein Ranking zu puschen?

Zusammenfassung

Was ist ein DoFollow Link?

Jeder nicht mit NoFollow getaggte Link ist ein DoFollow Link. Das „DoFollow“ wird nicht explizit gesetzt.

Was ist ein NoFollow Link?

Ein NoFollow Link enthält das Attribut rel=“NoFollow innerhalb der <a href=…> Deklaration.

Beispiel: Google

<a href=“https://www.google.de“ rel=“NoFollow“>Google</a>

Das Attribut kann von Hand oder mittels Plugin Unterstützung gesetzt werden. Es weist den Google Bot an, der verlinkten Seite nicht zu folgen und nicht den PageRank der verlinkenden Seite zu vererben.

Welche Linkart verwendet man wann?

Wann immer du für eine Linksetzung in einer Kooperation eine Gegenleistung (Finanziell, Sach- oder Dienstleistung) bekommen hast, du also nicht den Link ohne Einwirken eines Dritten aus freiem Willen von allein gesetzt hast, gehört der Link NoFollow getaggt!

Kann man auf Erkunde die Welt DoFollow Links kaufen?

Nein!

 

Und was ist deine Meinung zu dem Thema? DoFollow Links verkaufen oder an die Richtlinien von Google halten?

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14 Kommentare auf "DoFollow oder NoFollow – Wie verlinkt man richtig?"

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Karin
User

Ich finde es wirklich klasse, dass Sie sich all diese Mühe machen und die Informationen uns mitteilt. Danke dafür.
Gruß Karin

Horst
User

Servus Michael!

Vielen Dank für diesen sehr ausführlichen Artikel zu diesem Thema. Da ich noch nie mit bezahlten Links zu tun hatte, war das Thema für mich neu. Wieder etwas gelernt!

Have fun
Horst

Horst
User

Nachtrag – bin dir eine Antwort „schuldig“. Für mich ist klar – sollte ich jemals einen bezahlten Link setzen, so werde ich mich an die Google Richtlinien halten und das nofollow Attribut setzen.

Have fun
Horst

Sam
User

Hallo Michael!

Dank dir für diesen wirklich hilfreichen Artikel. Ich bin gerade zum ersten Mal gefragt worden ob ich einen bezahlten Testbericht verfassen wollen würde und da es thematisch gut in mein Blog-Konzept passt, habe ich mir gar nicht so viel dabei gedacht. Gut, dass ich vorsichtshalber danach gegoogelt habe, so habe ich auf deinem Blog gleich mehrere Antworten gefunden, zu denen ich noch gar keine Frage erdacht hatte.

LG Sam

Vogesenchalet
User

Vielen Dank für den Artikel. Ich habe meinen Blog auf Dofollow case by case gesetzt. Für einigermaßen sinnvolle Kommentare, also keinen Spam gibt es einen Dofollow-Link

Holger
User

Guter Beitrag. Ich bin auch der Meinung, das man für Geld nicht alles machen musst. Du sprichst von einem Plugin um nofollow Links zu setzen. Welches kannst du denn empfehlen?

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